An einer Blutvergiftung erkranken jedes Jahr etwa 15.000 Menschen. Etwa die Hälfte überlebt diese Erkrankung nicht - weil sie nicht bemerkt wird. So erkennen und behandeln Sie eine Sepsis rechtzeitig.

"Die Sepsis ist inzwischen eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Dennoch wird sie immer noch unterschätzt und daher oft zu spät erkannt und nicht rechtzeitig behandelt." So drastisch beschreibt der Ärztliche Kreis- und Bezirksverband München (ÄKBV) die Blutvergiftung.

Was ist eine Sepsis?

Wir tun es fast alle - und machen damit einen gefährlichen Fehler.

Jeden Tag sterben in Deutschland durchschnittlich 162 Patienten an einer Sepsis. Jede Stunde verzögerter antibiotischer Therapie erhöht die Sterblichkeit um

sieben bis zehn Prozent, schreibt der ÄKBV.

Eine Sepsis ist allgemein auch als Blutvergiftung bekannt. Der Auslöser für die Erkrankung ist immer eine Infektion. Krankheitserreger gelangen durch Wunden oder Entzündungen im Körper in den Blutkreislauf.

Erkrankungen wie Harnwegsinfekte, Lungen- oder Hirnhautenzündungen oder ein entzündeter Zahn können zu einer Sepsis führen.

Aber auch Bakterien, Einzeller, Viren oder Pilze können eine Blutvergiftung auslösen.

Normalerweise kann der Körper Infektionen selbst unter Kontrolle halten. Passiert das jedoch nicht, vermehren sich die Erreger und gelangen mit den produzierten Giftstoffen in den Blutkreislauf.

Der Körper versucht daraufhin, die Erreger zu bekämpfen. Abwehrzellen schütten Stoffe aus, die beispielsweise Fieber bewirken können.

Das kann jedoch andere Botenstoffe im Körper aktivieren, die dann eine Kettenreaktion hervorrufen. Dieses Phänomen nennt sich Systemic Inflammatory Response Syndrome, kurz SIRS. Wenn eine lokale Infektion das SIRS auslöst, dann sprechen Ärzte von einer Blutvergiftung.

Von einem septischen Schock spricht man, wenn zur Sepsis noch Organstörungen hinzukommen. Bei einem schweren septischen Schock muss zusätzlich eine Hypotonie, also ein dauerhaft extrem niedriger Blutdruck, eintreten.

Warum ist eine Sepsis so gefährlich?

Das SIRS ist sehr schwer zu stoppen und ist vor allem bei der aufgetretenen Infektion wenig hilfreich. Sie ist meistens so heftig, dass Stoffwechselvorgänge aus dem Gleichgewicht geraten können.

Test zeigt: Die meisten Präparate sind gefährlich stark.

Die Abwehrreaktion des Körpers kann umliegendes Gewebe schädigen oder die Blutzirkulation des Gewebes stören. Die Abwehrzellen setzen bei einer Sepsis Stoffe zur Erreger-Bekämpfung frei. Diese schädigen jedoch auch die Wände von Blutgefäßen. So kann Flüssigkeit aus dem Blut ins Gewebe gelangen. Als Konsequenz werden auch Organe schlechter durchblutet, da der Blutdruck sinkt.

Sepsis ist eine der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt. Die hohe Sterblichkeitsrate betrifft dabei nicht nur ältere Patienten. Die Sterblichkeit durch einen septischen Schock beträgt für die Altersgruppe von 18

bis 59 Jahren bereits 46 Prozent, für über 60-Jährige liegt sie sogar bei 60 Prozent.

Welche Symptome gibt es?

Am Anfang ist eine Blutvergiftung nicht so leicht erkennen, was sie gefährlich macht.

Wenn Sie unter folgenden Symptomen leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen:

  • Beschleunigter Herzschlag
  • Niedriger Blutdruck
  • Schnelle, flache Atmung
  • Fieber und Schüttelfrost
  • Störung der Nierenfunktion

Hinzu kommen Symptome der Ursprungsinfektion. Wenn Sie also eine Blutvergiftung aufgrund einer Hirnhautentzündung haben, kommen zu den oben genannten Symptomen noch ein steifer Nacken und starke Kopfschmerzen hinzu.

Wie wird eine Blutvergiftung festgestellt?

Um eine Sepsis feststellen zu können, wird dem Patienten Blut abgenommen. Im Labor können dann Entzündungsmarker im Blut gefunden werden. Auch die Zahl der roten Blutkörperchen sinkt typischerweise. Gerinnungsstörungen können ebenfalls auftreten.

Da viele Menschen an einer unerkannten Sepsis sterben, versuchen Forscher mittlerweile, eine Art Frühwarnsystem zu finden. Wissenschaftler testen zur Zeit einen Algorithmus, der anhand von Patientendaten eine Sepsis erkennen soll.

Wie wird sie behandelt?

Um eine Blutvergiftung zu heilen, muss vor allem der Infektionsherd behandelt werden. Das geschieht mit einer Antibiotikatherapie. Wie in vielen Fällen gilt auch bei einer Sepsis: Je früher sie behandelt wird, desto höher sind die Heilungschancen.

Wenn der Infektionsherd sehr groß ist, können behandelnde Ärzte auch versuchen, diesen zu entfernen. Das passiert beispielsweise bei einer entzündeten Gallenblase.