• Der wohl bekannteste Dinosaurier der Kreidezeit ist der Tyrannosaurus rex.
  • Doch wie viele Generationen der Giganten lebten einst auf der Erde und wie viele Exemplare gab es gleichzeitig?
  • Forscherinnen und Forscher haben nun einige Berechnungen angestellt.

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Von ihrer Entstehung bis zu ihrer Auslöschung stapften womöglich bis zu zweieinhalb Milliarden Exemplare von Tyrannosaurus rex über den nordamerikanischen Kontinent. Diese Zahl errechneten US-Forscher unter anderem unter Berücksichtigung von Körpermasse und Energiebedarf der Tiere.

Da viele Aspekte des Lebens der Urzeit-Giganten ungeklärt sein, könnten es allerdings auch viel weniger gewesen sein, berichtet das Forscherteam im Fachmagazin "Science".

Je größer das Tier, desto weniger gibt es

Ausgangspunkt für die Untersuchung war eine Frage, die der Paläontologe und Studienleiter Charles Marshall sich häufig gestellt hat: "Wenn ich ein Fossil in meiner Hand halte, kann ich mich nur darüber wundern, wie unwahrscheinlich das doch ist, dass dieses Untier vor Millionen von Jahren gelebt hat, und ich nun einen Teil seines Skeletts in der Hand halte. Und dann fragte ich mich: Wie unwahrscheinlich ist es eigentlich genau?", so der Forscher in einer Pressemitteilung der University of California.

Anders ausgedrückt: Wie viele Tiere lebten einst auf der Erde und können Knochen hinterlassen haben?

Um das abzuschätzen, bestimmten Marshall und sein Team zunächst die Körpermasse eines ausgewachsenen T. rex. Bei lebenden Arten lässt sich daran die Populationsgröße abschätzen: je größer der Körper der Tiere, desto weniger gibt es von ihnen.

Unter Fachleuten ist diese Gesetzmäßigkeit als Damuth's Law bekannt. Der Zusammenhang sei zwar eindeutig, allerdings spielten dabei auch die jeweiligen ökologischen Bedingungen eine Rolle, nennen die Forscher eine Unsicherheit der Berechnungen. So seien Jaguare und Hyänen zwar etwa gleich groß, die Dichte von Hyänen sei in ihrem Lebensraum aber etwa 50 Mal höher als die von Jaguaren.

20.000 ausgewachsene Giganten könnten gleichzeitig gelebt haben

Das Forscherteam geht davon aus, dass ein T. rex einen Energiebedarf hatte, der irgendwo zwischen dem eines Löwen und dem eines Komodowaran lag, der größten heute lebenden Echse. Der T. rex gehörte zu den größten Fleischfressern, die es je gab.

Für einen ausgewachsenen T. rex legten die Wissenschaftler ein durchschnittliches Gewicht von 5.200 Kilogramm zugrunde und eine Lebenszeit von etwa zwanzig Jahren.

Zusammen mit weiteren Faktoren, ermittelten sie, dass durchschnittlich ein T. rex auf hundert Quadratkilometern gelebt haben könnte. Zum Vergleich erklären die Wissenschaftler, dass damit etwa zwei T. rex in einem Gebiet von der Größe der Stadt Washington hätten leben können.

Zur selben Zeit könnten rund 20.000 ausgewachsene Tyrannosaurus rex auf der Erde gelebt haben. Ausgehend von etwa 127.000 Generationen bis zum Verschwinden der Giganten könnten es damit bis zu 2,5 Milliarden gewesen sein. T. rex lebte in der Kreidezeit vor 68 bis 66 Millionen Jahren.

Viele Zahlen, zahlreiche Unsicherheiten

Die Forscher sind sich darüber im Klaren, dass ihre Berechnungen mit zahlreichen Unsicherheiten behaftet sind und die Schwankungsbreite erheblich ist. Das liegt unter anderem daran, dass nicht vollständig geklärt ist, wie der Stoffwechsel der Tiere funktionierte.

Die Zahl der gleichzeitig auf der Erde lebenden Tiere liegt demnach zwischen 1.300 und 328.000, die Gesamtzahl von T. rex zwischen 140 Millionen und 42 Milliarden.

"In unserer Studie konzentrierten wir uns darauf, robuste Einschränkungen für die Variablen zu entwickeln, die wir für unsere Berechnungen benötigen, und nicht darauf, die besten Schätzungen an sich zu machen", erläutert Marshall.

Nur 32 Skelette derzeit in Museen ausgestellt

Bis heute wurden die Überreste von weniger als hundert verschiedenen Tyrannosaurus rex gefunden, oft nur einzelne Knochen. 32 Skelette seien derzeit in Museen ausgestellt. Legt man diese Zahl zugrunde, sei also etwa 1 von 80 Millionen Tieren gefunden, berichten die Forscher. An der fossilienreichsten Fundstätte im US-Bundesstaat Montana könnte es eines von etwa 16.000 der dort einst lebenden Exemplare sein.

"Es ist überraschend, wie viel wir tatsächlich über diese Dinosaurier wissen und wie viel mehr wir daraus errechnen können", sagt Marshall. "Unser Wissen über T. rex hat sich in den letzten Jahrzehnten so stark erweitert, dank mehr Fossilien, mehr Möglichkeiten, sie zu analysieren, und besseren Möglichkeiten, die Informationen über die vielen bekannten Fossilien zu integrieren." (ff/dpa)

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