Der Tyrannosaurus Rex ist eine monströse, schwerfällige Fressmaschine gewesen. Aus diesem Grund wurden wendig-schlanke Miniaturausgaben von ihm für Vertreter verwandter Arten gehalten. Nun sind US-Forscher zu einem anderen Schluss gekommen.

Mehr Wissensthemen finden Sie hier

In der Vergangenheit wurden Skelette von Dinosauriern gefunden, die wie Miniaturausgaben des gewaltigen Tyrannosaurus Rex wirkten. Ob es sich dabei um eine eigene Art oder Nachwuchs des Raubsauriers handelt, wird unter Experten seit Jahrzehnten debattiert.

Eine Analyse führt US-Forscher nun zu dem Schluss: Die Skelette stammen eher von jungen T. Rex, nicht von ausgewachsenen Exemplaren anderer Arten. Die schwerfälligen, massigen Tyrannosaurier waren demnach in ihrer Jugend wendige, schlanke und leichtfüßige Jäger mit messerartigen Zähnen.

Die Forscher um Holly Woodward vom Oklahoma State University Center for Health Sciences in Tulsa hatten die Struktur und Zusammensetzung von Knochen zweier Museumsexemplare aus den USA untersucht. Die "Jane" und "Petey" genannten Tiere hätten ein Pferd kaum überragt. Beide Tiere waren demnach noch im Wachstum, berichtet das Team im Fachmagazin "Science Advances".

Vom wendigen Jäger zur schwerfälligen Fressmaschine

Die Ergebnisse stützen die Hypothese, dass Tyrannosaurus Rex erst recht spät in ihrem Leben eine Phase exponentiellen Wachstums durchliefen und zu den gut zehn Meter langen Riesensauriern mit Knochen zermahlenden Zähnen wurden, die die Darstellungen in Büchern und Filmen dominiert. Auf diese Weise hätten junge und ausgewachsene Tiere verschiedene Nischen im Ökosystem eingenommen und sich gegenseitig keine Konkurrenz gemacht, vermuten die Forscher.

Von Museen würden bevorzugt die größten, eindrucksvollsten Fundstücke einer Art gesammelt. Bei vielen Sauriern fehlten daher junge Exemplare, aus deren Untersuchung sich auf das Heranwachsen der Urzeitechsen schließen ließe, erläutern die Forscher. Der T. Rex sei da keine Ausnahme - und "Jane" und "Petey" ein großer Glücksfall. Die T.-Rex-Teenager waren demnach wohl etwa 13 und 15 Jahre alt, als sie starben.

In ihrer Jugend wuchsen die Raubsaurier offenbar mit ähnlichen Raten wie heutige Vögel und Säugetiere, schließen die Forscher aus den Knochenanalysen. Dabei habe es allerdings wohl große Unterschiede von Jahr zu Jahr abhängig vom Nahrungsangebot gegeben. Ausgewachsen seien die Dinos wahrscheinlich erst mit bis zu 20 Jahren gewesen, wobei sich ihre körperliche Erscheinung immens vom wendigen Jäger zur schwerfälligen Fressmaschine veränderte.

Ausgewachsener T. Rex konnte neun Tonnen wiegen

Die ersten Dinosaurier bevölkerten vor etwa 240 bis 230 Millionen Jahren die Erde. Riesige Urzeit-Echsen aus der Familie der Tyrannosauridae wie der T. Rex lebten vor 80 bis 66 Millionen Jahren. Ein ausgewachsener T. Rex wog bis zu neun Tonnen.

Seine Zähne donnerten Berechnungen zufolge mit einer Wucht auf seine Beute, die dem Gewicht von drei Kleinwagen entspricht. Sie bauten einen Druck von mehr als 30 Tonnen pro Quadratzentimeter auf, wie Forscher der Florida State University (Tallahassee) 2017 im Fachjournal "Scientific Reports" berichteten.

Der Raubsaurier konnte so die Knochen seiner Opfer zermalmen. Diese Fähigkeit haben sonst nur Säugetiere wie Wölfe und Hyänen, andere Reptilien hingegen nicht. Nach dem Einschlag eines gewaltigen Asteroiden verschwanden die Giganten, andere Arten übernahmen die Herrschaft über die Welt. (ff/dpa)

5.700 Jahre alter Kaugummi gefunden - So sah seine Kauerin aus

Aus einem 5.700 Jahre alten Kaugummi haben Wissenschaftler der Universität Kopenhagen menschliches Erbgut isoliert. Gefunden wurde das Kaugummi aus Birkenpech bei Ausgrabungen in Syltholm auf der dänischen Insel Lolland. Die in dem Kaugummi steckenden Erbgutinformationen geben Einblick in die Lebenswelt der damaligen Menschen und liefern beispielsweise Informationen über Herkunft und Aussehen.