Auf der Raumstation ISS hat Luca Parmitano schon Erfahrung gesammelt. Zur Halbzeit seiner zweiten Mission übernimmt der Italiener nun das Kommando. Er ist der dritte Westeuropäer auf diesem Posten.

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Was den Deutschen ihr Alex, ist den Italienern ihr Luca. In rund 400 Kilometern Höhe umkreist Luca Parmitano derzeit in der Internationalen Raumstation (ISS) die Erde. Als "@astro_luca" lässt er die Welt mit Fotos bei Twitter an seiner Reise teilhaben. Mal ist es das Blau des Titicacasees, das er ablichtet, ein anderes Mal die Crew an Bord, die dieser Tage auf neun Astronauten - sieben Männer und zwei Frauen - angewachsen ist.

Ein Jahr nach "Astro-Alex" Alexander Gerst übernimmt am Mittwoch (2. Oktober) "Astro-Luca" das Kommando auf dem Außenposten der Menschheit. Er ist der erste Italiener und der dritte Astronaut der europäischen Raumfahrtagentur Esa in diesem Job.

Krönung einer langen Fliegerlaufbahn

Im Orbit ist Parmitano seit Juli. Zum 50. Jahrestag der ersten bemannten Mondlandung flog er gemeinsam mit dem Amerikaner Andrew Morgan und dem Russen Alexander Skworzow ins All.

Für den in seiner Heimat überaus populären Luftwaffenoberst ist es der zweite Einsatz auf der ISS - und die Übernahme des Kommandos die bisherige Krönung einer langen Fliegerlaufbahn.

Geboren wurde "Astro-Luca" 1976 auf Sizilien, in der Kleinstadt Paternò, dicht unter dem Ätna. Er studierte in Neapel und an der Italienischen Luftwaffenhochschule in Pozzuoli, gefolgt von einer Kampfpilotenausbildung in Italien, den USA und Deutschland. Bei der italienischen Luftwaffe wurde er 2007 Testpilot. Laut offiziellem Lebenslauf hat er über 2.000 Flugstunden absolviert und mehr als 40 Flugzeugtypen geflogen.

2009 wurde Parmitano von der Esa als Astronaut ausgewählt. Erstmals zur ISS flog er im Mai 2013. In dem halben Jahr im All machte er zwei Weltraumspaziergänge, den zweiten musste er unter dramatischen Umständen abbrechen: Im Helm des Raumfahrers hatte sich Wasser gesammelt, rund eineinhalb Liter. Er konnte kaum noch sehen und hören, drohte zu ertrinken. Letztlich kehrte er unversehrt in die Station zurück.

Auf der ISS gibt es viel zu tun

"Wie jeder Mensch habe ich vermutlich Angst verspürt. Aber wir sind trainierte Profis. Wir wissen, wie wir mit Notfällen umgehen müssen und wie wir reagieren, ohne die Kontrolle zu verlieren", sagte Parmitano 2016 der Deutschen Presse-Agentur.

Als Popstar sehe er sich trotz seiner starken Twitter-Präsenz mit inzwischen mehr als 600.000 Followern nicht. "Wir nutzen soziale Netzwerke, um Wissenschaft und Technik in einer leicht verständlichen Sprache bekannt zu machen", sagte "Astro-Luca".

Ein ISS-Commmander sorgt dafür, dass alle Crew-Mitglieder ihre Aufgaben erfüllen können. Und es ist einiges zu tun in nächster Zeit: Im November sind mehrere Außeneinsätze vorgesehen, um die Lebensdauer des sogenannten Alpha-Magnet-Spektrometers zur Untersuchung kosmischer Strahlung zu verlängern. Zudem ist das Experiment "Analog-1" geplant, bei dem ein von der ISS aus gesteuerter Roboter auf der Erde Gesteinsproben sammeln soll.

Seine Frau und seine zwei Kinder müssen noch bis Februar 2020 auf die Rückkehr von "Astro-Luca" warten. Zumindest war er im All nicht allein, als er am Freitag seinen 43. Geburtstag feierte. Drei der Mitreisenden - der bisherige Commander Alexej Owtschinin, Nasa-Astronaut Nick Hague und Hassa al-Mansuri aus den Vereinigten Arabischen Emiraten - fliegen nun am Donnerstag zur Erde zurück.

Für "Astro-Luca" war es ohnehin schon der zweite Geburtstag im All. Auch den 37. hatte er 2013 fern der Familie auf der ISS verbracht.  © dpa

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