Zweimal gingen in diesem Jahr schon Horrorgeschichten von Schlangen-Attacken in Indonesien durch die Medien. Zufall ist das wohl nicht. Der Grund hängt vermutlich auch mit dem westlichen Lebensstil zusammen.

Robert Nababans Geschichte ging vergangene Woche von Indonesien aus durch die Weltpresse. Ein gigantischer Python lag vor seinem Auto und blockierte so die Straße. Als er die Schlange einfangen wollte attackierte ihn das Tier.

Während der Mann überlebte und sich aktuell von dem Angriff im Krankenhaus erholt, wurde die fast acht Meter lange Schlange ins Dorf gebracht und zwischen zwei Bäumen aufgehängt.

Die Bilder des Tieres teilten die Bewohner in den sozialen Netzwerken, wo der rekordverdächtige Python für Staunen und Entsetzen sorgte.

Anfang des Jahres erregte schon einmal ein Zwischenfall mit einem Python die Aufmerksamkeit der Presse. Ein Erntearbeiter auf Indonesien wurde von einem vier Meter langen Exemplar getötet und vollständig verspeist.

Der 25 Jahre alte Mann war noch bekleidet und hatte sogar seine Gummistiefel an. Vermutet wird, dass er hinterrücks von der Schlange überrascht wurde.

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Nachdem er nicht mehr von seiner Arbeit auf der Palmölplantage zurückkehrte, begann die Suche nach ihm. Als das Tier mit den seltsamen Ausbuchtungen gefunden wurde, konnte der Mann nur noch tot aus dem Python herausgeschnitten werden.

Normalerweise ernähren sich Pythons von Vögeln und kleineren Säugetieren wie Ratten. Sie fressen aber auch Affen und Wildschweine. Dass Pythons Menschen mit Haut und Haaren verschlingen, ist äußerst selten.

Warum häufen sich die Angriffe?

Ist es also Zufall, dass innerhalb eines Jahres gleich zwei Menschen von den Schlangen attackiert wurden? Wie die "Washington Post" berichtet, bezweifeln Wissenschaftler das.

Sie haben eine These, warum sich die Vorfälle häufen. Beide Male waren Arbeiter von Palmölplantagen Opfer der Angriffe. Die Felder nehmen in den vergangenen Jahren immer gewaltigere Dimensionen an.

Das liegt an dem starken Bedarf von Palmöl, gerade in der Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie. Schätzungen des WWF zufolge befindet sich in jedem zweiten Supermarktprodukt das begehrte Öl.

Das Geschäft damit erweist sich als äußerst lukrativ. Während die Plantagen immer größere Flächen bedecken, muss der Regenwald dafür weichen.

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Nach Brasilien und dem Kongo ist Indonesien das Land mit dem drittgrößten Regenwaldgebiet der Erde. Das Land gehört zusammen mit Malaysia aber auch zu den größten Palmölproduzenten weltweit.

Die Folgen des rasanten Wachstums der Landwirtschaft sind verheerend. Laut dem Fachmagazin "Nature Climate Change" wurde im letzten Jahrzehnt allein in Indonesien mehr Regenwald zerstört als in ganz Brasilien.

Wahrscheinlichkeit von Pythons attackiert zu werden immer weiter gestiegen

Neben den negativen Auswirkungen auf den Klimawandel und das Artensterben, ist dieser großflächige Verlust an Wald auch zum Problem für die Einheimischen geworden.

Wie der Wissenschaftler Doug Boucher gegenüber der "Washington Post" erläutert, sei die Wahrscheinlichkeit von Schlangen attackiert zu werden, mit der Abholzung weiter gestiegen.

Die Schlangen hätten durch den Rückgang des Dschungels ihren natürlichen Lebensraum verloren. Doch dies sei nicht der einzige Grund.

In Palmölplantagen tummeln sich allerlei Nagetiere, die von den fettreichen Früchten auf den Feldern magnetisch angezogen werden.

Die Schlangen wiederum würden die kleinen Beißer jagen und gelängen so immer öfter auf die Farmen. Die Pythons würden dementsprechend nicht die Menschen jagen, sondern nur von ihnen überrascht.

Nachdem der weltweite Bedarf an Palmöl nicht kleiner zu werden scheint und sich die Plantagen immer weiter in den Dschungel fressen, ist von einem Rückgang des Problems nicht auszugehen.

Wie die vergangenen Fälle zeigen, kann der Aufenthalt in den Feldern aber nicht nur für den Menschen gefährlich werden. Auch für die Tiere endeten die Vorkommnisse tödlich.

Der Python vom März starb beim Herausschneiden seines Opfers. Die Schlange, die Robert Nababan angriff, wurde von den Einheimischen zerstückelt, gebraten und verzehrt.

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