Das jüdische Mädchen Anne Frank hatte sich zwei Jahre lang vor den Nazis versteckt und in der Zeit Tagebücher geschrieben. Kurz vor Kriegsende wurde sie aufgespürt und starb 1945 im KZ Bergen-Belsen. Bisher war sich die Forschung weitgehend einig, dass sie verraten wurde. Jetzt haben Wissenschaftler eine alternative These entwickelt.

Das jüdische Mädchen Anne Frank, das im August 1944 nach mehr als zwei Jahren in einem Versteck in Amsterdam vom deutschen "Sicherheitsdienst" aufgespürt wurde, wurde möglicherweise nicht wie bisher angenommen an die deutschen Besatzer verraten.

In einem am Samstag von der Anne Frank-Stiftung veröffentlichten Forschungsbericht heißt es, es sei auch möglich, dass Anne Frank gemeinsam mit sieben anderen Untergetauchten bei einer Suche der deutschen Behörden nach illegalen Arbeitern und Herstellern gefälschter Essensmarken in die Hände fielen. "Unsere Untersuchung widerlegt einen möglichen Verrat nicht, zeigt aber, dass auch andere Möglichkeiten untersucht werden sollten", sagte der Stiftungsdirektor Ronald Leopold.  © dpa