Vor 50 Jahren geschah eine der dramatischsten Katastrophen in der Geschichte der Raumfahrt. Die Kapsel Apollo 1 fing bei einem Testlauf Feuer, drei Astronauten starben.

"Es ist an der Zeit, dass diese Nation eine klare Führungsrolle im Weltraum einnimmt", verkündete John F. Kennedy am 25. Mai 1961 den US-Bürgern und machte damit klar: Der Wettlauf gegen die Sowjetunion um das All hatte begonnen. Denn nachdem die UdSSR 1957 nicht nur den ersten Hund, sondern mit Juri Gagarin 1961 auch noch den ersten Menschen in den Weltraum geschickt hatten, standen die USA als zwischenzeitlicher Verlierer im Prestigeduell zwischen den Weltmächten da. Kennedy machte in seiner Rede jedoch deutlich: Innerhalb der kommenden zehn Jahre soll ein US-Amerikaner den Mond betreten und gesund zurückkehren.

Hektischer Kampf um den Mond

Das war der Startschuss für ein teures Wettrüsten. Teilweise arbeiteten 400.000 Menschen gleichzeitig an dem "Gemini" getauften Projekt, mit dem die Flüge der Apollo-Missionen zum Mond vorbereitet werden sollten. Wie sich später herausstellen sollte, war der Zeitdruck nicht gerade dienlich, um genügend unbemannte Tests zu starten, fehlerfrei zu arbeiten und somit Menschen vor dem Tod zu bewahren.

Satellitenbilder zeigen ganzes Ausmaß des Klimawandels in Island.

Doch wie es die Regierung wollte, war es am 21. Februar 1967 soweit: Das Raumschiff Apollo 1 sollte sich auf den Weg ins All machen. Damit alles glatt läuft, würden die drei Astronauten Virgil "Gus" Grissom, Edward White und Roger Chaffee Wochen zuvor ein Routinetraining absolvieren. Der Testlauf fand am 27. Januar 1967 statt. Es war ein sogenannter Plugs-Out-Test, bei dem die Funktionstüchtigkeit des Raumschiffs getestet wird, indem alle externen Versorgungsleitungen gekappt werden. Die Saturn IB-Rakete war nicht aufgetankt, der Test galt zu dem Zeitpunkt als ungefährliche Routine.

Das Problem dabei: Da niemand den Test als risikoreich einordnete, waren auch keine Rettungsdienste direkt vor Ort, die im Falle eines Falles Schlimmeres hätten verhindern können. Durch eine Verkettung von unglücklichen Ereignissen passierte schließlich die Katastrophe auf der Startrampe: Die Raumkapsel fing während des Tests Feuer – vermutlich durch ein Defekt in der Elektrik – und die drei Astronauten kamen ums Leben. Wie sich später herausstellte waren sie nicht verbrannt, sondern zuvor an den giftigen Gasen erstickt.

Ein Kurzschluss und eine Kette an Problemen

Das Buch "Urantia" soll von höheren Wesen übermittelt worden sein.

Aber was war genau passiert? Aus dem vermuteten Kurzschluss konnte sich deutlich schneller ein Feuer entwickeln. Da die Kabinenatmosphäre aus reinem Sauerstoff mit einem Überdruck von 0,1 bar bestand, lag die Brandgefahr weitaus höher als bei normaler Luft. Erschwerend kam hinzu, dass das Feuer viel Sauerstoff verbrauchte, wodurch die Lebenserhaltungssysteme neuen Sauerstoff in die Kapsel pumpten – was den Brand weiter befeuerte.

Zudem stieg der Druck in der Kapsel so stark an, dass die Astronauten die Luke nicht mehr von innen öffnen konnten. Sicherheitspersonal, das von außen hätte angreifen können, war zu weit entfernt.

Erst vierzehn Minuten nach dem Alarm schafften es die ersten Rettungskräfte zur Kapsel, doch die waren gegen die Hitze und die austretenden Dämpfe chancenlos. Trotz Atemschutz brachen die Männer zusammen, insgesamt 27 Personen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Nach vier Stunden konnten Retter die Kapsel endlich öffnen, erst weitere acht Stunden danach konnten die drei Astronauten geborgen werden.

Die Folgen der Katastrophe

Dass die US-Regierung bei dem Kampf um das Weltall einen Schritt zu schnell angegangen ist, schien Kennedy einzuleuchten. Der Vorfall hätte das Apollo-Programm beinahe zu Fall gebracht, hat es aber letztlich um zehn Monate verzögert.

Die Katastrophe hatte aber auch zur Folge, dass die Sicherheitsvorkehrungen in der Raumfahrt deutlich verbessert wurden und das NASA-Team Reisen ins Weltall sicherer machte. Auch wenn es nach Apollo 1 noch weitere tödliche Unfälle in der Geschichte der bemannten Raumfahrt gab, konnte aufgrund der gesammelten Erfahrungen und neuen Sicherheitsvorkehrungen viel Schaden verhindert werden. Der Innenraum der Kapsel wurde umkonstruiert, elektrische Anschlüsse mit hochwertigerem Material besser abgedichtet, die Luken ließen sich nun auch von innen öffnen, das Mischverhältnis der Kapselatmosphäre bestand nur noch aus nur 60 Prozent Sauerstoff und 40 Prozent Stickstoff. Für die Raumanzüge wird seit damals nur noch unbrennbares Material verwendet, selbst das Schreibpapier ist nicht entflammbar.

All das hat letztendlich dazu geführt, dass am 20. Juli 1969 Apollo 11 den Mond erreichte und Neil Armstrong als erster Mensch seinen Fuß auf die Mondoberfläche setzte.