Für Erik Lesser nahmen die Olympischen Spiele mit Bronze in der Staffel ein versöhnliches Ende. Im Gespräch mit unserer Redaktion zieht er sein persönliches Fazit, verrät welche Souvenirs er mit nach Hause nimmt und welche Botschaft er für die Biathlon-Fans in Deutschland hat.

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Herr Lesser, herzlichen Glückwunsch zur Bronzemedaille in der Staffel! Das Ziel im Vorfeld hieß eigentlich Gold – sind Sie dennoch zufrieden mit dem Ausgang?

Nach so einem Auf und Ab können wir absolut zufrieden sein. Selbst Frankreich wurde arg gebeutelt und wenn wir mit drei Strafrunden mit Bronze heimfahren, macht das sehr glücklich.

Die Mixed-Staffel wenige Tage zuvor verlief sehr dramatisch. Nagt der Ausgang mit der unfairen Schlussaktion von Dominik Windisch noch an Ihnen oder ist das mit der Bronzemedaille nun vergessen?

Das ist fast vergessen, wobei wir als Athleten schon mit der IBU Kontakt hatten und an der fehlenden "Korridor-Regel" arbeiten wollen.

Das darf eigentlich nicht sein, dass wir in so einer Situation keine festen Regeln haben.

Insgesamt gab es vier Medaillen für die Biathlon-Männer. Wie fällt Ihr Fazit zu Ihrer eigenen sowie zur Team-Leistung aus?

Ich ziehe ein positives Fazit. Mit den Resultaten bin ich zufrieden. Am Anfang war ich vielleicht nicht in Form, aber unter diesen Voraussetzungen zweimal Elfter und Achter zu werden, ist auch nicht so schlecht.

Der Massenstart war der Hammer. Meine Staffelrennen verliefen super, das macht mich zuversichtlich, in den nächsten Weltcups wieder die Top Ten im Gesamtweltcup anzupeilen.

Und das Team ... was soll ich dazu sagen? Solche Leistungen abzurufen hätten wir uns niemals erträumt. Das macht Lust auf mehr.

Im letzten Gespräch mit uns haben Sie Folgendes gesagt: "Vielleicht wird die Staffel am Freitag mein letztes Rennen bei Olympia sein, das kann ich aber noch nicht sagen." Sind Sie inzwischen schon schlauer?

Schlauer bin ich erst in zwei Jahren. Dann kann ich das besser abschätzen, wie lange ich noch mache.

Das deutsche Eishockey-Team hat am Freitag sensationell gegen Kanada gewonnen und steht im Finale – wie haben Sie das Spiel erlebt und wo werden Sie sich das Endspiel anschauen?

Ich kam von der Dopingkontrolle und bin erst zum letzten Drittel gekommen. Das Ergebnis ist Wahnsinn!

Leider spielen die Jungs, wenn ich schon in Flieger nach Hause sitze. Ich kann es also leider nicht sehen.

Die Biathlon-Wettbewerbe sind nun vorbei. Wie werden Sie die letzte Zeit im olympischen Dorf verbringen?

Heute ist mein letzter Tag. Es wird sehr stressig mit Packen und noch ein paar PR-Terminen.

Und das Abholen der Medaille kommt natürlich auch noch dazu. Für Sightseeing bleibt da keine Zeit.

Gibt es ein spezielles Souvenir – mal von der Bronzemedaille abgesehen – das Sie mit nach Hause nehmen werden? Und was bringen Sie Ihrer Freundin mit?

Dieses Mal nehme ich die Schlafdecke mit. Darüber freut sich unser Hund bestimmt. Sonst kommen die Maskottchen immer gut an zu Hause.

Biathlon boomt weiter in Deutschland, die Rennen haben in Deutschland stets Millionen geschaut: Welche Botschaft haben Sie für die Fans in der Heimat?

Die Botschaft lautet: Schaltet weiter ein! Es gibt Spannung bei uns und ihr könnt nie den Ausgang vorhersehen.

Unterstützt uns weiter, vor allem auch live in den Stadien. Dann habt ihr Spaß und wir auch.

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