Die deutschen Handballerinnen verpassen bei der WM den Gruppensieg. Gegner im Viertelfinale ist Schweden.

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Nach ihrem beherzten, aber erfolglosen Kampf um den Gruppensieg bildeten Deutschlands Handballerinnen sofort einen Kreis und schworen sich auf das WM-Viertelfinale ein. Wie Verliererinnen sahen Kapitänin Emily Bölk und Co. nicht aus, als sie sich nach der ersten Niederlage abklatschten.

"Jetzt sind wir als Zweite durch. Wir müssen das gute Gefühl von den guten Sachen mitnehmen", sagte Bundestainer Markus Gaugisch nach dem 28:30 (13:15) zum Hauptrundenabschluss im Hexenkessel von Herning gegen Gastgeber und Titelanwärter Dänemark: "Schade, dass wir uns nicht belohnen konnten für einen wieder sehr charakterstarken Auftritt."

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Trotz des ersten Rückschlags nach fünf Siegen fand der Coach vor dem Viertelfinale am Mittwoch gegen den EM-Fünften Schweden viel Positives: "Die Däninnen waren weltklasse. Wir sind sehr nah dran gewesen, haben nie aufgegeben, gute Lösungen gefunden."

Topscorerin Bölk sieht rot

Für den Traum von der ersten Medaille seit WM-Bronze 2007 wird sich die deutsche Mannschaft dennoch steigern müssen. Zwar zeigten Bölk und Co. eine beherzte Vorstellung und tolle Moral, eine Schwächephase zu Beginn der zweiten Halbzeit kostete aber einen durchaus möglichen Sieg gegen den Vize-Europameister.

Beste deutsche Werferin vor rund 10.000 Zuschauern in der Jyske Bank Boxen war Bölk mit fünf Toren. Die Rückraumspielerin sah in der 47. Minute allerdings die Rote Karte nach ihrer dritten Zeitstrafe und durfte in der Schlussphase nicht mehr eingreifen.

Deutschland schloss die Hauptrundengruppe III mit 8:2 Punkten auf dem zweiten Platz hinter den punktgleichen Däninnen ab. Den Einzug in die K.o.-Runde und damit auch die anvisierte Teilnahme an einem Olympia-Qualifikationsturnier im Frühjahr kommenden Jahres hatte sich das DHB-Team bereits vorzeitig gesichert.

Ab sofort gehe es "auf Jagd", hatte Gaugisch vor der Partie gesagt: "Wir haben keinen Druck, aber wir haben Bock." Diese Lust war dem deutschen Team, bei dem Spielmacherin Alina Grijseels nach ihrer Zwangspause (Pferdekuss) wieder mitwirken konnte, von Beginn an deutlich anzumerken.

In der Abwehr packten Bölk und Co. beherzt zu, im Angriff kombinierten sie sich immer wieder geschickt durch die dänische Deckung und waren häufig nur durch Fouls zu stoppen. Vor allem das Kreisläufer-Spiel über Julia Behnke und Lisa Antl lief wie am Schnürchen.

Dass Deutschland zur Pause dennoch zurücklag, lag in erster Linie an der Chancenverwertung. Als Mareike Thomaier beim Stand von 9:11 (21.) den dritten deutschen Siebenmeter vergab, raufte sich Coach Gaugisch die Haare.

Döll vergibt Chance zum Ausgleich

Das DHB-Team ließ sich aber nicht entmutigen und glich kurze Zeit später durch Bölk wieder aus (13:13). Vier Minuten ohne eigenen Treffer kosteten allerdings einen besseres Ergebnis zur Halbzeit.

Nach der Pause präsentierte sich die deutsche Mannschaft zunächst unkonzentriert, Dänemark zog binnen zehn Minuten auf fünf Tore davon (17:22). Doch angeführt von einer energischen Bölk robbte sich Deutschland erst bis auf 20:23 heran - und ließ sich dann selbst vom Platzverweis gegen die Rückraumspielerin nicht schocken.

Beim Stand von 23:24 hatte Antje Döll neun Minuten vor dem Ende sogar den Ausgleich in der Hand. Doch die Linksaußen scheiterte freistehend mit einem Tempogegenstoß, Dänemark entschied auf der Gegenseite das Spiel. (SID/br)



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