Champions-League-Viertelfinale! Benfica Lissabon gegen den FC Bayern München! Spannung ist heute Abend (ab 20:45 LIVE bei uns im Ticker) garantiert. Aber wenn Sie in der Fußballkneipe oder im Wohnzimmer auch selbst vor ihren Freunden brillieren wollen, sollten Sie sich den folgenden Artikel zu Gemüte führen. Das Angeber- und Stammtischwissen zum Gegner der Bayern.

Benfica Lissabon will dem FC Bayern München heute Abend das Leben schwer machen. Nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales rechnen sich die Portugiesen noch gute Chancen aus, ins Halbfinale vorzurücken. Wetten, dass Sie diese Fakten über Benfica noch nicht kannten?

Name und Gründung

Sport Lisboa, wie der Verein anfangs hieß, wurde am 28. Februar 1904 von 24 Schülern einer Institution für Waisenkinder in Lissabon gegründet. Da der Klub in den Anfangszeiten unter chronischem Geldmangel litt, wechselten im Jahr 1907 gleich acht Spieler zum Konkurrenzverein Sporting CP, bei uns bekannt als Sporting Lissabon. Eine ewige Rivalität war geboren.

Die Münchner werden heute Abend bei Benfica Lissabon enttarnt werden.

Ein Jahr später sah man sich gezwungen, mit dem Klub "Grupo Sport Benfica" zu fusionieren. Der neue und bis heute bestehende Name: Sport Lisboa e Benfica, kurz SL Benfica.

Mitglieder

Mit mehr als 240.000 eingeschriebenen Mitgliedern galt Benfica lange Zeit als größter Sportverein der Welt. Im November 2015 verdrängte jedoch ein anderer Klub die Portugiesen vom Spitzenplatz. Welcher das war? Natürlich der heutige Gegner, der FC Bayern. Eine Studie der UEFA ergab im Jahr 2012, dass sich 47 Prozent aller Portugiesen als Fans von Benfica bezeichnen. Das ist die höchste Fanquote Europas.

Wappentier

Ein Spitzname Benficas lautet "Aguias": "Die Adler". Der Greifvogel ist im Verein allgegenwärtig. Nicht nur als Spitzname, sondern auch als Wappentier und lebendes Maskottchen. Im Gegensatz zu Eintracht Frankfurts Steinadler "Attila", der im Stadion nicht losgelassen wird, darf Benficas Wappentier "Vitoria" vor dem Spiel durch die Arena flattern. Der Aberglaube unter den Fans besagt: Fliegt der Vogel nur eine Runde und setzt sich wieder hin, gewinnt das Gästeteam. Kreist "Vitoria" zwei Runden oder mehr durchs Stadion, siegt Benfica.

Fluch

Auf dem portugiesischen Rekordmeister - man sicherte sich 34-mal den nationalen Titel - lastet international ein Fluch. 1961 und 1962 konnte man den Europapokal der Landesmeister gewinnen. Der Erfolgstrainer damals war der Ungar Bela Guttmann.

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Nach dem zweiten Triumph forderte Guttmann eine Gehaltserhöhung, die ihm allerdings versagt wurde. Daraufhin stieß der Coach folgenden Satz aus, wie die Legende besagt: "Ihr sollt in den nächsten 100 Jahren keinen Europacup mehr gewinnen!"

Und der Fluch wirkt! Benfica konnte danach nie wieder einen internationalen Titel holen. Und das, obwohl man seitdem fünfmal das Finale des Europapokals der Landesmeister, einmal das Finale des UEFA-Cups und zweimal das Finale der UEFA Europa League erreichte. Einzig Juventus Turin hat eine ebenso desaströse Bilanz. Auch die Italiener verloren insgesamt acht europäische Endspiele.

Deutsche bei Benfica

Lediglich drei deutsche Spieler trugen bisher das Trikot des portugiesischen Rekordmeisters. Robert Enke hütete zwischen 1999 und 2002 in 77 Spielen das Tor Benficas und wurde sogar Mannschaftskapitän. Hans Jörg Butt stand in der Saison 2007/2008 in Lissabon unter Vertrag, absolvierte jedoch nur ein einziges Spiel.

Auch der dritte deutsche Spieler konnte erst eine einzige Partie für Benfica bestreiten. Hany Mukhtar, mittlerweile zu Red Bull Salzburg ausgeliehen, wurde am letzten Spieltag der Saison 2014/2015 in der 75. Minute eingewechselt und darf sich damit portugiesischer Meister nennen.

Er ist einer der weltbesten Stürmer - aber ohne großen Titel.

Auch auf der Trainerbank nahm bereits ein Deutscher Platz. Jupp Heynckes fungierte in der Saison 1999/2000 als Chefcoach Benficas und erreichte den dritten Platz in der Meisterschaft. In der Folgesaison wurde er bereits nach wenigen Spielen entlassen.

Die ewige 29

Der ungarische Stürmer Miklos Feher erlitt am 25. Januar 2004 im Ligaspiel bei Vitoria Guimaraes kurz vor Spielende einen Herzstillstand. Obwohl er auf dem Spielfeld reanimiert werden konnte, starb Feher auf dem Weg ins Krankenhaus. Aus Respekt vor dem damals 24-Jährigen vergibt Benfica dessen Rückennummer 29 nie wieder.

Der "Schwarze Panther"

Ein Name ist für immer mit Benfica verbunden: Eusebio. Der Stürmer mosambikanischer Herkunft absolvierte zwischen 1960 und 1975 440 Pflichtspiele für die Portugiesen und erzielte sagenhafte 474 Tore. Zehn Meistertitel, fünf Pokalsiege und einmal der Europapokal der Landesmeister stehen in Eusebios Trophäenschrank.

Rekordspieler ist Eusébio da Silva Ferreira, wie er mit vollem Namen heißt, allerdings nicht. Diese Ehre gehört Tamagnini Nené. Der Stürmer lief zwischen 1968 und 1986 insgesamt 575 Mal für Benfica auf, erzielte jedoch im Vergleich zu Eusebio "nur" 360 Tore.