• Fredi Bobic verschafft sich einen diskutablen Abgang bei Hertha BSC.
  • Unmittelbar vor seiner Entlassung als Geschäftsführer der Berliner verliert der Ex-Nationalspieler gegenüber einem Journalisten die Fassung.
  • Bobic entschuldigt sich zwar für seine Äußerung, spielt sie aber herunter.

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Der beim Hertha BSC entlassene Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic hat sich für eine verbale Entgleisung am 18. Bundesliga-Spieltag entschuldigt. Im Anschluss an ein ARD-Interview nach der bitteren 0:2-Niederlage im Stadtderby gegen Union hatte der 51-Jährige am 28. Januar dem Reporter Uri Zahavi vom RBB gedroht. Zwei Tage später äußerte sich Bobic in der "Bild"-Zeitung zu dem Vorfall.

Fredi Bobic als Sportdirektor von Hertha BSC am 28. Januar 2023 vor dem Derby gegen Union
Fredi Bobic als Sportdirektor von Hertha BSC am 28. Januar 2023 vor dem Bundesliga-Derby gegen den Stadtrivalen 1. FC Union Berlin. Nach der 0:2-Niederlage wird Bobic von seinem Posten freigestellt.

Fredi Bobic entschuldigt sich für seine Reaktion: "Nicht überbewerten"

"Es tut mir sehr leid, da habe ich zu emotional reagiert", sagte Bobic. Sein Spruch sei "natürlich nicht so gemeint" gewesen: "Das sollte man im Fußball kurz nach einem Spiel bitte nicht überbewerten."

Wie ein nach dem Spiel verbreiteter Videoclip zeigt, hatte Bobic den Zahavi unmittelbar nach dem Interview angegangen: "Wenn du nochmal fragst, kriegst du eine gescheuert." Zuvor hatte ihn der Journalist unter anderem auf die Zukunft von Hertha-Trainer Sandro Schwarz angesprochen.

Wie die "Bild"-Zeitung schrieb, sei Bobic nach den anderthalb Minuten am ARD-Mikrofon direkt zu Sky-Reporter Patrick Wasserzieht weitergezogen. Unions Pressesprecher Christian Arbeit fragte bei Zahavi nach: "Was hast du gemacht, hast du ihn geärgert?" Arbeit hatte den Zwischenfall registriert und Unions Trainer Urs Fischer zum Interview zu Zahavi gebracht.

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Hertha BSC entlässt Sportdirektor Fredi Bobic nach Derby-Pleite

Bobic war wenige Stunden nach dem Spiel überraschend entlassen worden. Der langjährige Hertha-Akademieleiter Benjamin Weber als neuer Sportdirektor und Ex-Profi Andreas "Zecke" Neuendorf übernehmen seine Nachfolge bei dem abstiegsbedrohten Klub.

Verwendete Quelle:

  • bild.de: Bobic drohte ARD-Reporter mit Ohrfeige

(sid/hau)

Hertha-Präsident Kay Bernstein während einer Pressekonferenz nach der Trennung von Fredi Bobic

Hertha-Boss Kay Bernstein begründet die Trennung von Fredi Bobic

Hertha BSC trennt sich nach nur anderthalb Jahren von seinem Geschäftsführer Sport Fredi Bobic. Der "Blick auf die Realität" und die Entscheidung, einen "Hertha-Weg" einzuschlagen, seien laut Vereinsboss Kay Bernstein für diesen Schritt nach einer erneut bitteren Pleite im Stadt-Derby gegen Union ausschlaggebend gewesen. "Wir sind weit weg davon nach vorne und nach oben zu gucken", so Bernstein zu den Beweggründen für einen Strategiewechsel. Der neue Sportdirektor Benjamin Weber "brennt darauf, loszulegen", wie er selbst betont.
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