• Einen Tag nach Christian Gross' Rauswurf beim FC Schalke 04 hat es bei Aufsteiger Arminia Bielefeld dessen Trainer-Kollegen erwischt.
  • Am Montag gab der Bundesligist die Trennung von Uwe Neuhaus offiziell bekannt.
  • Auch ein Nachfolger soll schon feststehen.

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Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld hat die Trennung von Trainer Uwe Neuhaus offiziell bestätigt. Über die Nachfolge soll zeitnah informiert werden, wie der Tabellen-16. am Montag mitteilte. Zuvor hatten mehrere Medien übereinstimmend über die Trennung berichtet. Nachfolger soll nach Informationen der Bielefelder Medien "Neue Westfälische" und "Westfalen-Blatt" Frank Kramer werden.

Im Rahmen der langfristigen strategischen Zukunftsplanung habe der Klub entschieden, "unabhängig vom Ausgang dieser Saison ab dem Sommer eine personelle Veränderung an der Spitze des DSC-Trainerstabes herbeizuführen", hieß es zur Begründung in einer Mitteilung.

"Aufgrund der aktuellen Entwicklungen haben wir gemeinsam entschieden, den geplanten Wechsel jetzt vorzuziehen", sagte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi. "Mit dem Wechsel in einer entscheidenden Saisonphase wollen wir der Mannschaft noch einmal einen besonderen Impuls geben."

Frank Kramer soll Uwe Neuhaus' Nachfolger werden

Frank Kramer trainierte in der Bundesliga 2012 für zwei Spiele interimistisch 1899 Hoffenheim und 2013 die SpVgg Greuther Fürth, in der 2. Liga 2015 für knapp fünf Monate Fortuna Düsseldorf. Von 2016 bis 2019 arbeitete der 48-Jährige für den Deutschen Fußball-Bund mit diversen Nachwuchsteams. Aktuell leitet Kramer das Nachwuchsleistungszentrum des österreichischen Meisters RB Salzburg.

Nach Informationen der beiden Medien ist Kramer der klare Favorit auf den Posten. Ebenfalls gehandelt wird der zuletzt bei Drittligist MSV Duisburg arbeitende Torsten Lieberknecht.

Die Entscheidung gegen Neuhaus soll in einer gemeinsamen Sitzung von Geschäftsführung und Aufsichtsrat gefallen sein. Der Aufsteiger holte aus den vergangenen fünf Partien nur einen Punkt und verlor am 23. Spieltag mit 0:3 bei Neuhaus früherem Arbeitgeber Borussia Dortmund.

"Es ist unsere Aufgabe, mit der Situation verantwortungsvoll und im Sinne des Klubs umzugehen", hatte Arabi einen Tag nach der Niederlage in Dortmund dem "Westfalen-Blatt" gesagt: "Geschäftsführung und Gremien werden gemeinsam analysieren und bewerten." Im vergangenen Juni hatte Arabi nach dem Aufstieg betont, dass die Mission Klassenerhalt eine äußerst schwierige werden würde: "Uns steht ein Wettstreit mit 17 Motorbooten bevor, wir sitzen in einem Schlauchboot."

Die Fans der Bielefelder lieben Uwe Neuhaus

In der Tabelle liegt Bielefeld mit 18 Punkten auf dem Relegationsrang, einen Zähler vor Mainz 05. Zudem hat Bielefeld noch ein Spiel mehr als die Konkurrenz zu bestreiten. Am 10. März steigt das Nachholspiel gegen Werder Bremen. Wer die Ostwestfalen schon am kommenden Sonntag gegen Neuhaus' langjährigen Klub 1. FC Union Berlin betreuen soll, war zunächst offen.

Alleine die Medienberichte über die bevorstehende Beurlaubung des 61-jährigen Neuhaus hatten am Sonntag in den sozialen Medien und Klub-Foren für heftige Diskussionen gesorgt. Neuhaus war nach dem überraschenden und souveränen Aufstieg bei den Fans überaus beliebt.

Bielefeld-Fans wollen Jahr gemeinsam durchstehen

Stellvertretend dafür stehen die beiden Tweets, die Philipp Köster absetzte - einen am Sonntag, und dann einen am Montag. Der Chefredakteur des Magazins "11 Freunde" ist bekennender Fan der Arminia.

Zu den Gerüchten hatte Köster am Tag nach der Niederlage in Dortmund geschrieben: "Selten würde eine Trainerentlassung mehr auf mein Unverständnis treffen als ein Rauswurf von Uwe Neuhaus bei Arminia. Es gibt unter den Anhängern den Konsens, dieses Jahr gemeinsam durchzustehen. Die Klubgremien sollten sich dem verpflichtet fühlen." Tags darauf kommentierte er die Berichte über den zu diesem Zeitpunkt noch nicht offiziell bestätigten Rauswurf nur mit dem Wort: "Puh."

Mit Rang 16 sahen die meisten Anhänger die Arminia, die vor zwei Wochen noch beim 3:3 in München (nach 2:0- und 3:1-Führung) überrascht hatte, im Soll. Zwischen Neuhaus und Arabi soll es zuletzt aber mehrfach zu Diskussionen über Aufstellungen und taktische Ausrichtungen gekommen sein. In den vergangenen fünf Spielen kassierten die Bielefelder immer mindestens drei Gegentore.

Uwe Neuhaus arbeitete seit 2018 in Bielefeld

Neuhaus hatte die Ostwestfalen im Dezember 2018 übernommen und in der vorigen Saison nach elf Jahren zurück in die Bundesliga geführt. Der Vertrag des Fußball-Lehrers läuft noch bis Sommer 2022. In der Hinrunde soll der Job von Neuhaus nach sieben Niederlagen am Stück schon einmal in Gefahr gewesen sein, mit 13 Punkten aus den folgenden acht Spielen brachte er das Team aber wieder auf Kurs.

Für Neuhaus selbst waren die Gerüchte um seinen Abschied von der Alm auch laut eigener Aussage nicht neu. Die Diskussion um ihn habe "schon länger Fahrt aufgenommen. Das ist ja fast durchgängig so gewesen. Ich mache mir meine Gedanken ausschließlich über die Trainingsarbeit", sagte Neuhaus in Dortmund. (dpa/AFP/hau)

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