Die Fluggesellschaft Eurowings hat am Samstag den Fug einer Maschine in die Türkei gestrichen. Offiziell, weil ein Crewmitglied krank geworden sei. Doch Gerüchten zufolge wollte der Pilot des Flugzeuges aus Angst um sein Leben nicht in die Türkei fliegen.

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Dass ein Flug gestrichen wird, ist an sich nicht weiter ungewöhnliches. Doch wenn der Flug ausfällt, weil sich der Pilot weigert zu fliegen, sieht die Sache anders aus.

Ankara geht im Streit auf Berlin zu und spricht von einem Missverständnis.

Genau das soll sich beim Eurowings-Flug 4U 2904 von Stuttgart nach Ankara angeblich ereignet haben. Der Flug, der am Samstag starten sollte, wurde kurz vor dem Abflug ersatzlos gestrichen.

Laut Angaben mehrerer Passagiere soll sich der Pilot der Maschine geweigert haben, in die Türkei zu fliegen, weil er um sein Leben fürchtete.

Eurowings bestätigt Gerüchte nicht

Gegenüber den "Faktenfindern" der ARD-"Tagesschau" äußerte eine Passagierin, dass der Pilot aus politischen Gründen nicht in die Türkei habe reisen wollen.

Eurowings machte bisher keine Angaben zu den Gerüchten. Laut der offiziellen Begründung der Fluggesellschaft ist ein Crewmitglied kurzfristig erkrankt und konnte nicht ersetzt werden.

Gegenüber der WAZ äußerte eine Sprecherin des Unternehmens, dass den Passagieren die Möglichkeit gewährt worden sei den Preis für den Flug zurückzuerhalten und entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten.

Brüskierte und verständnisvolle Nutzer

In den sozialen Medien wird die angebliche Weigerung des Piloten kontrovers diskutiert.

So werten einige Nutzer die Aktion als Affront gegen die Türkei und fordern, die Fluggesellschaft zu boykottieren.

Andere verteidigten den Piloten mit Verweis auf die angespannte politische Situation.

Erst vergangene Woche hatte die Bundesregierung verschärfte Reisehinweise für die Türkei ausgesprochen.