Der Brexit kommt: Großbritannien verlässt die EU. Alle News, Videos, Bilder und aktuelle Informationen rund um den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union finden Sie hier.

Vollbremsung beim Brexit: Das britische Parlament verweigert Premier Johnson wieder die Gefolgschaft.

Der britische Premierminister steuert auf eine möglicherweise wegweisende Parlamentsentscheidung zum Brexit zu. Sollte Johnson die Abstimmung verlieren, wäre ein geregelter Brexit bis zum 31. Oktober sehr unwahrscheinlich.

Am 23. Juni 2016 hat ein Referendum aller britischen Staatsbürger darüber entschieden, dass Großbritannien mit dem Brexit aus der Europäischen Union austritt. Der Begriff "Brexit" ist ein Wortspiel aus den Begriffen "Britain" und "Exit". Insgesamt stimmten 51,89 Prozent der teilnehmenden Wähler für den Austritt.

Seit dem versuchten sich zwei Regierungschefs an einem geordneten Austritt. David Cameron trat direkt nach dem Referendum zurück, weil er für einen Verbleib plädiert hatte. Es übernahm Theresa May, die nach zweijähriger Verhandlungsperiode ein Austrittsdatum mit der EU vereinbart hatte. Doch trotz mehrmaligen Abstimmung und Nachverhandlungen mit der EU hat May keine Mehrheit im Parlament für den Deal erhalten. Statt dem 29. März 2019 wurde der Austritt auf den 31. Oktober 2019 verschoben.

Am 24. Mai trat May von ihrem Amt als Parteivorsitzende und Premierministerin zurück. Rund zwei Monate später wählten die Mitglieder der Torys mit Boris Johnson einen der Brexit-Hardliner zum neuen Vorsitzenden - und auch zum neuen Premierminister. Der hatte Ende Oktober kurz vor Ablauf der Frist einen neuen Deal mit der EU ausgehandelt, musste das angepasste Brexit-Abkommen noch durch das britische Parlament absegnen lassen.

Brexit-Verhandlungen mit der EU: Was geschah bisher

Die Unterhändler der Europäischen Union und Großbritannien nahmen im Juli 2016 ihre Arbeit auf, um den Brexit zu verhandeln. Bei den Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und der britischen Regierung unter Premierministerin May sollte eine Übergangsphase vereinbart werden, die die künftigen Regelungen im Handel des EU-Binnenmarktes, der Zollunion und der künftigen Beziehungen zu den EU-Ländern aushandeln sollten.

Dafür setze die EU-Kommission eine eigene Brexit-Task-Force unter der Führung von Michel Barnier ein. Großbritannien schickte 2016 David Davis als Minister für den Austritt aus der Europäischen Union zu den Verhandlungen, dieser reichte jedoch knapp zwei Jahre später sein Rücktrittsgesuch ein.

Theresa May gab daraufhin bekannt, sie werde die Verhandlungen eigenverantwortlich führen. Mit ihrem Rücktritt im Mai 2019 gestand sie ihr Scheitern ein. Boris Johnson übernahm ihren Job und wollte notfalls sein Land auch ohne Deal aus der EU führen. Allerdings hat das Unterhaus ein Gesetz verabschiedet, das einen sogenannten No-Deal-Brexit verhindern soll.

Headerbild: © Getty Images/iStockphoto
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