Das Dokudrama "Stunden der Entscheidung - Angela Merkel und die Flüchtlinge" hat am Mittwoch vergleichsweise wenige Menschen vor die TV-Bildschirme gelockt. Und offenbar kam die ZDF-Produktion nicht nur bei den Zuschauern, sondern auch bei der Bundeskanzlerin schlecht an.

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Durchschnittlich 1,9 Millionen Zuschauer haben am Mittwochabend das Dokudrama "Stunden der Entscheidung - Angela Merkel und die Flüchtlinge" verfolgt.

Mit seiner Rekonstruktion der Ereignisse am 4. September 2015, als Tausende Flüchtlinge in Budapest beschlossen, sich zu Fuß in Richtung Österreich und Deutschland aufzumachen, kam das ZDF lediglich auf einen Marktanteil von 6,9 Prozent.

Deutlich mehr Menschen (5,12 Millionen; 18,4 Prozent) entschieden sich für die leichtere Kost der ARD: Fast jeder Fünfte sah zu dieser Zeit die Komödie "Nimm du ihn".

Nicht nur, dass das im Vorfeld vielbesprochene Merkel-Dokudrama bei den Zuschauern nicht sonderlich gut ankam - laut "Spiegel" war auch die Bundeskanzlerin nicht gerade begeistert.

"Stunden der Entscheidung": Fiktion und Realität nicht klar zu unterscheiden

Der Film mischt Experten-Interviews und nachgestellte Szenen. Für den Zuschauer, so die Kritik aus dem Kanzleramt, sei die Grenze zwischen Fiktion und Realität jedoch nicht zu erkennen.

Wie "Spiegel"-Redakteurin Melanie Amann erfahren haben will, störten sich Angela Merkel und ihre Mitarbeiter vor allem an den Szenen, die - nachgestellt - vertrauliche Runden im Kanzleramt zeigen. Diese suggerierten Authentizität, dabei seien schon Details wie die Sitzordnung falsch.

Auch dass im Film die Büroleiterin Merkel ein "Käffchen" anbietet, sei sauer aufgestoßen. Merkel lasse sich nicht bedienen, sondern schenke selbst aus. Außerdem trinke sie häufig Tee statt Kaffee. (mcf/dpa)

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