Das Ergebnis einer aktuellen Studie der norwegischen Universität Bergen klingt beunruhigend: Wer viel putzt, läuft Gefahr, seine Lunge im Stile eines Kettenrauchers zu schädigen.

Putzen - ob als professionelle Reinigungskraft oder zu Hause in den eigenen vier Wänden - schade der Lungenfunktion über 20 Jahre ähnlich stark wie 20 Zigaretten täglich über den gleichen Zeitraum, hat das Forscherteam um Studien-Hauptautor Øistein Svanes festgestellt.

Die Wissenschaftler verglichen die Leistung der Lunge bei drei verschiedenen Testgruppen:

  • Die erste Gruppe bestand aus Menschen, die selbst gar nicht zu Hause putzen
  • Die zweite Gruppe aus Personen, die ihre Wohnung selbst sauberhalten
  • Die dritte Gruppe aus Menschen, die beruflich täglich Räume reinigen

Besonders stark hatte die Lungenfunktion nach 20 Jahren bei der dritten Gruppe der professionellen Reinigungskräfte Schaden genommen.

Doch auch bei den Personen, die ihre Wohnung selbst reinigen, war im gleichen Zeitraum eine signifikante Beeinträchtigung feststellbar, erklären die Verantwortlichen der Studie.

Die im "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" veröffentlichte Studie untersuchte die Daten von über 6.000 Teilnehmern des "European Community Respiratory Health Survey" (ECRHS), einer europaweiten Erhebung zur Atemwegsgesundheit.

Reinigungssprays besonders schädlich

Øistein Svanes selbst hält die neuen Erkenntnisse nicht für sonderlich überraschend, wenn man an die vielen Kleinstpartikel in Putzmitteln denke, und auch Professor Cecilie Svanes, die die Studie beaufsichtigte, legt ihr Augenmerk vor allem auf Reinigungssprays, die das Hauptproblem seien.

Noch Stunden nach dem Putzen hielten sich kleinste Partikel in der Luft auf und könnten in der Lunge Schaden anrichten.

Nicht nur die Lungenfunktion wird durch das Putzen geschwächt, die Studie zeigt auch, dass das Risiko, an Asthma zu erkranken, für Reinigungskräfte 40 Prozent höher liege, als bei anderen.

Die Erkenntnisse der Studie gelten vor allem für Frauen - für Männer hingegen konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen Putzen und der Abnahme der Lungenfunktion festgestellt werden.

Allerdings lässt die geringere Anzahl putzender Männer, die an der Datenerhebung teilnahmen, keinen aussagekräftigen Schluss in dieser Hinsicht zu.


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