Ausgiebiges Duschen ist eine Freude. Allerdings sollte bei der Körperpflege einiges bedacht werden. Ein Dermatologe verrät, welche Duschfehler oft begangen werden - und wie man diese vermeidet.

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Ob am Morgen oder abends - für die meisten Menschen gehört Duschen zum täglichen Hygiene-Programm. Nicht selten wird aus der schnellen Dusche eine Dusch-Arie - zu Lasten von Umwelt und Haut. Der Berliner Dermatologe Dirk Gröne weiß, welche Fehler die häufigsten sind und wie die Haut schonend gereinigt wird.

Duschfehler Nummer 1: Zu heißes Wasser

Unter der Dusche lässt es sich nach einem langen Tag wunderbar entspannen. Doch nicht nur der Stress des Tages fließt mit dem Wasser ab. Wird bei zu hohen Temperaturen geduscht, werden auch hauteigene Fette aus der Haut gespült.

Dadurch wird die Hautschutzbarriere geschwächt, die Haut wird rissig und und spröde. Zudem können Bakterien und Keime leichter eindringen.

"Lauwarm duschen", empfiehlt Dr. Gröne. Heißer als 35 Grad sollte das Wasser nicht sein. Zudem rät der Dermatologe, nicht länger als zehn Minuten zu duschen. Das gilt vor allem für Menschen mit trockener Haut.

Auch mit steigendem Alter sollte das Duschverhalten den Bedürfnissen der Haut angepasst werden. Reife Haut produziert weniger Fett, da die Talgdrüsen weniger aktiv sind. Davon sind Frauen stärker betroffen: Schuld ist die hormonelle Umstellung nach den Wechseljahren.

Duschfehler Nummer 2: Den ganzen Körper einseifen

Ein herrlich duftendes und schäumendes Duschgel wirkt wie ein Frischekick. So wird der Körper von Kopf bis Fuß ausgiebig eingeseift und weil es so angenehm ist, folgt zuweilen auch eine zweite Runde.

Die Haut freut sich über die vermeintliche Wohltat jedoch nicht. Sie droht dabei auszutrocknen.

Laut Dr. Gröne genügt es, nur Achseln und Intimbereich mit einem milden Duschgel oder einer Seife zu reinigen. Die Haut an den Armen und Beinen verfügt über weniger Talgdrüsen und ist somit ohnehin tendenziell trockener. Zudem empfiehlt er, gegebenenfalls auf ein spezielles Produkt für den Intimbereich zurückzugreifen.

Duschfehler Nummer 3: Aggressives Duschgel

Beim Kauf des Duschgels oder einer Seife wird oft nur auf Duft, Verpackung und Farbe geachtet. Dabei lohnt es sich, das Kleingedruckte zu lesen.

Extrem parfümierte und nicht auf den pH-Wert der Haut abgestimmte Produkte können die Haut reizen und austrocknen, im schlimmsten Fall sogar allergieauslösend wirken.

Achten Sie beim Duschgel auf einen pH-Wert von 5 bis 5,5 oder auf den Hinweis pH-hautneutral. Dieser ist nicht mit dem Hinweis pH-neutral zu verwechseln, der für einen pH-Wert von 7 steht. Zudem gelten Duschgele mit wenigen oder ohne Duft- und Farbstoffe als besonders hautverträglich.

Duschfehler Nummer 4: Das Shampoo für den gesamten Körper verwenden

Ist das Duschgel leer, wird schnell zum Shampoo gegriffen. Eine Dauerlösung sollte dies jedoch nicht sein. Nicht jedes Shampoo eignet sich für die Haut. Parfum oder spezielle Inhaltsstoffe gegen Schuppen oder Nachfetten können die Schutzbarriere irritieren. Auch hier sollte der pH-Wert hautneutral sein.

Schonender ist es laut Dr. Gröne, ein mildes Produkt für die verschiedenen Körperregionen zu verwenden. Ein Shampoo für die Haare, ein sanftes Produkt für die Haut und ein mildes Produkt für den Intimbereich. Frauen dürfen diesen nur äußerlich reinigen, um die empfindliche Intimflora nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Duschfehler Nummer 5: Die Hautpflege nach der Dusche auslassen

Schnell aus der Dusche hüpfen, die Haut einmal kräftig abrubbeln und flink in die Klamotten schlüpfen klingt zunächst harmlos. Allerdings wünscht sich die Haut etwas mehr Aufmerksamkeit.

Besser: Die Haut vorsichtig abtupfen und auch Intimbereich und Zehenzwischenräume trocknen und anschließend mit einer rückfettenden Lotion eincremen.

Laut Dr. Gröne benötigt gesunde Haut nicht unbedingt eine Körperlotion. Diese gleicht jedoch das verlorene Fett nach dem Duschen wieder aus und hilft der Haut, Feuchtigkeit besser zu speichern.

Im Winter eignen sich reichhaltigere Cremes mit einem höheren Fettanteil. In den wärmeren Monaten reichen meist leichtere Lotionen aus, die die Haut intensiv durchfeuchten.

Fazit: "Weniger ist mehr" beim Duschen kommt nicht nur der Haut zugute. Auch Umwelt und Portemonnaie freuen sich, wenn Wasserstrahl, Temperatur und Duschgelverbrauch ein wenig gedrosselt werden.

Verwendete Quelle:

  • Gespräch mit Dr. med. Dirk Gröne
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