Schlau wie Einstein, schön wie Gisele Bündchen und glücklich wie ein Honigkuchenpferd – und das alles nur mit der richtigen Ernährung. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Soll aber tatsächlich funktionieren!

"Es gibt eine Vielzahl von Studien, die belegen, dass einzelne Nahrungsbestandteile bzw. Nährstoffe positiv auf Körper, Geist und Seele wirken", weiß die Schweizer Ernährungswissenschaftlerin Marianne Botta. Zusammen mit Starkoch Roland Trettl hat sie das Buch "Smart Food – intelligent essen" entwickelt. Ein Rezeptbuch mit Gerichten, die nicht nur gut schmecken, sondern zudem die geistige Leistungsfähigkeit, das Wohlbefinden und das Aussehen positiv beeinflussen sollen.

Brain Food"Die so genannten Brain-Food-Gerichte beispielsweise setzen sich aus Nahrungsmitteln zusammen, deren einzelne Inhaltsstoffe sich positiv auf das Gehirn auswirken", erklärt Trettl die erste Unterkategorie des Smart Food. "Die Brain-Food-Gerichte helfen, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeitsattacken und Leistungseinbrüchen vorzubeugen. Nur wer richtig isst, versorgt seine grauen Zellen mit allem, was nötig ist, um geistige Topleistungen zu erbringen."

Ein optimales "Brain-Food"-Gericht à la Trettl und Botta ist vor allem reich an Eisen, Omega-3-Fettsäuren und Acetylcholin. Das Eisen (z. B. in Fleisch enthalten) wird für den Sauerstofftransport und somit für die Leistungsfähigkeit des Gehirns benötigt. Die Omega-3-Fettsäuren, für die Fisch ein guter Lieferant ist, sind ein wesentlicher Bestandteil der Zellmembran und schützen das Nervensystem vor altersbedingten Schäden. Der Gedächtnis-Botenstoff Acetylcholin schließlich, der u. a. in Eiern und Sojaprodukten vorkommt, ist wichtig für die Signalübertragung und die Lernfähigkeit.

"Zum Brain Food gehören aber auch Nahrungsmittel, die nicht müde machen oder viel Verdauungsarbeit erfordern", ergänzt Botta. Schwer verdauliche Kost würde zu viel Energie benötigen, Energie die dem Gehirn dann fehlt. Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index wie z. B. Vollkornprodukte oder Gemüse, machen hingegen lange satt und versorgen das Hirn konstant und optimal mit Energie.

Mood Food "Für Menschen, die gestresst sind und hin und wieder den ‚Blues’ haben, ist Mood Food genau richtig", erklärt Spitzenkoch Roland Trettl die nächste Smart-Food-Kategorie. Zum Mood Food zählen alle Lebensmittel, deren Inhaltsstoffe indirekt oder direkt stimmungsaufhellend und beruhigend wirken.

"Indirekt glücklich machende Nahrungsmittel versorgen den Körper mit Bestandteilen, die er benötigt, um das Glückshormon Serotonin bzw. den Vorläuferstoff Tryptophan in ausreichender Menge herzustellen", weiß die Ernährungsexpertin. Gute Serotoninlieferanten sind z. B. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte.

Es gibt aber auch Nahrungsmittel, die ganz direkt beruhigend wirken und gute Laune machen. "Der ‚Scharfmacher’ Chilli zum Beispiel ist in so manchem Mood-Food-Rezept wichtig", sagt Trettl. Dass uns Chili glücklich macht, liegt am so genannten "High Pepper Effect". Auf den Scharfstoff Caspacin, der u. a. auch in Peperoni, Ingwer oder Meerrettich enthalten ist, reagiert unser Körper wie auf Schmerzen und schüttet automatisch morphiumartige Schmerzkiller, die Endorphine, aus. Und die machen glücklich – quasi wie eine körpereigene Droge.

Auch Omega-3-Fettsäuren sind direkte Glücklichmacher, die nachweislich sogar Depressionen vorbeugen und lindern können. Matjes oder Makrele sind die beiden Fische mit dem höchsten Gehalt an diesen mehrfach gesättigten Fettsäuren.

Beauty Food "Alles, was wir täglich essen oder trinken, wirkt sich direkt auf das äußere Erscheinungsbild aus", sagt Roland Trettl. Aber auch was wir nicht essen oder trinken, sieht man uns gleich an. Denn ein Mangel an Vitaminen, Mineral- oder Nährstoffen macht sich an Haut, Haaren und Fingernägeln zuerst bemerkbar. "Deshalb haben wir bei den Beauty-Food-Gerichten auch auf Nährstoffe geachtet, die nötig sind, damit Haare, Fingernägel und Bindegewebe optimal wachsen können", erklärt die Ernährungsexpertin. Die dafür verantwortlichen Proteine sind z. B. in Eiern und Milchprodukten enthalten. Sojaprodukte sind dafür reich an dem natürlichen Anti-Aging-Mittel Phytoöstrogen - einem Pflanzenstoff, der Alterungsprozesse verlangsamt.

Und selbst gegen Cellulite ist ein Kraut gewachsen, genauer: Fast alle Obst- und Gemüsesorten, die die Verdauung in Schwung bringen.

Aber nicht nur auf die richtigen Nahrungsmittel kommt es an, sondern auch auf die richtige Zubereitung, weiß Botta: "Da beim Braten oder Backen so genannte AGEs entstehen, die die Hautalterung begünstigen, finden sich hier nur Rezepte, bei denen die Lebensmittel gedünstet oder gedämpft werden."

Wer jetzt allerdings glaubt, im Essen das Wundermittel für Intelligenz, Schönheit und Glücklichsein gefunden zu haben, irrt. "Natürlich kann man den IQ nicht beliebig anheben und plötzlich aussehen wie ein Model, nur weil man das Richtige isst. Auch eine Depression lässt sich mit einer Banane nicht einfach ‚wegessen’", sagt Ernährungsexpertin Botta. "Umgekehrt hilft aber eine gesunde Ernährung, Nährstoffmängel vorzubeugen, die beispielsweise die Konzentrationsfähigkeit drosseln oder die Hautalterung beschleunigen können."

Das Buch "Smart Food – intelligent essen" mit vielen Rezepten und tollen Abbildungen ist im Verlag "Collection Rolf Heyne" erschienen und für 29,90 € erhältlich