Botond Roska erforscht, wie kaputte Netzhäute mit Gentherapie geheilt werden können. Nun wurde der ungarische Mediziner mit dem Körber-Preis ausgezeichnet, einem der höchstdotierten Forschungspreise der Welt.

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Der ungarische Mediziner Botond Roska ist in Hamburg mit dem Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung ist mit einer Million Euro Preisgeld einer der höchstdotierten Wissenschaftspreise der Welt.

"Roskas Forschung weckt Hoffnung auf neue Behandlungsmethoden, um die Sehkraft von Erblindeten wieder herstellen zu können", sagte Hamburgs erster Bürgermeister, Peter Tschentscher (SPD), bei der Preisverleihung im Rathaus am Montag.

Roska arbeitet daran, Erkrankungen der Netzhaut mit Gentherapien zu heilen und zu lindern. Die klinische Erprobung seines Verfahrens bei blinden Menschen habe bereits begonnen. Zuletzt sei es dem in Basel forschendem Arzt gelungen, in Petrischalen eine vollständige künstliche Netzhaut zu züchten, an der Therapien getestet werden können. Nach Angaben der Körber-Stiftung sind weltweit geschätzt etwa 36 Millionen Menschen blind. Mehr als eine Milliarde leide an einer erheblichen Sehbehinderung.

Blinde Netzhäute wurden wieder lichtempfindlich

Roska schaffte es laut Körber-Stiftung außerdem, einen Zelltyp im Auge so umzuprogrammieren, dass dieser die Funktion von defekten Lichtrezeptor-Zellen übernehmen konnte. Blinde Netzhäute konnte er demnach wieder lichtempfindlich machen. Zunächst fühle sich das so an, wie einen alten Schwarz-Weiß-Film zu schauen, sagte der Forscher im Gespräch mit dem Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar. Die klinische Erprobung bei blinden Menschen hat bereits begonnen.

Botond Roska ist "erst über einen Umweg" zur Medizin gekommen, so Tschentscher. Er studierte zunächst Cello an der Musikakademie in Budapest. Wegen einer Verletzung habe er seine Musikerkarriere an den Nagel gehängt und Medizin und Mathematik studiert.

Der Körber-Preis wird seit 1985 jährlich verliehen und zeichnet Wissenschaftler mit zukunftsträchtigen Forschungen in den Bereichen Life und Physical Sciences aus. "Körber wäre von Ihnen begeistert gewesen", sagte Lothar Dittmer, Vorsitzender des Vorstands der Körber-Stiftung, zum diesjährigen Preisträger. (dpa/kad)

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