Er juckt, wird rot und kann eitern – ein Zeckenstich ist im besten Fall nur unangenehm, im schlechtesten gefährlich: Neben den Mücken zählen Zecken zu den größten Verbreitern von Krankheiten, allen voran von Borreliose und FSME.

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Wir erklären, wie man eine Zecke fachgerecht entfernt, welche Symptome auf eine Infektion hinweisen und wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten.

Der Blutmahlzeit ein schnelles Ende bereiten

Die Zecke ist kein Vampir, sie sticht mehr, als dass sie zubeißt. Dabei gibt es weltweit mehr als 900 Zeckenarten, und der "Gemeine Holzbock" zählt in Deutschland zu den gefährlichsten. Eine Zecke mag es lieber warm, daher ist ihre Saison in der Regel von März bis Oktober. Sie kann weder springen noch fliegen, stattdessen wartet sie auf einem Grashalm oder im Gebüsch auf den Wirt – und das sogar über Monate und Jahre.

Sollten Sie eine Zecke an Ihrem Körper finden: Bleiben Sie ruhig. Mit kühlem Kopf und ruhiger Hand wird es Ihnen am besten gelingen, festsitzende Zecken möglichst schonend zu entfernen.

1. Pinzette oder Zeckenzange

Fassen Sie die Zecke mit einer Pinzette oder Zeckenzange so nahe wie möglich an der Haut. Heben Sie diese an, während Sie langsam den Zug erhöhen. Achten Sie darauf den Körper nicht zu zerdrücken, damit die Zecke intakt entfernt werden kann. Ziehen Sie kontrolliert und nicht ruckartig.

2. Zeckenkarte

Greifen Sie die Zecke mit dem V-förmigen Ausschnitt und schieben oder hebeln Sie sie heraus. Für kleinere und größere Zeckenstadien haben manche Karten einen kleineren beziehungsweise größeren Ausschnitt.

3. Zeckenlasso

Legen Sie das Lasso möglichst hautnah um die Zecke. Indem Sie den Druckknopf loslassen, zieht das Lasso zu und Sie können die Zecke herausziehen.

4. Finger

Haben Sie keinerlei Werkzeug zur Hand, nutzen Sie die Finger. Fassen Sie dabei die Zecke am besten mit Daumen und Zeigefinger möglichst nah an der Haut. Achten Sie darauf, sie nicht zusammenzudrücken. Ziehen Sie dann die Zecke vorsichtig heraus.

Zecken richtig entfernen

Desinfizieren Sie den Stich

Bei allen Methoden gilt: Desinfizieren Sie anschließend die Stichstelle mit einem Desinfektionsmittel. Sollten Sie noch einen schwarzen Punkt in der Haut sehen, handelt es sich um den Stechrüssel der Zecke, der meist von allein abfällt. Beobachten Sie den Stich vier bis sechs Wochen lang und achten Sie auf typische grippeähnliche Symptome oder die sogenannte Wanderröte.

Was Sie vermeiden sollten

Nicht fachgerechtes Entfernen kann eine Infektion begünstigen. Daher gilt: Die Zecken bitte nicht mit Kleber, Alkohol, Nagellack oder Öl behandeln. Denn sie erbricht sich in ihrem Todeskampf in den Wirt hinein. Dabei können Erreger übertragen werden.

Welche Krankheiten drohen?

Zecken können eine Vielzahl von Infektionskrankheiten auf uns Menschen übertragen. Dabei ist laut Robert Koch Institut bei insgesamt 0,3 bis 1,4 Prozent der Zeckenstiche mit Krankheitssymptomen zu rechnen. Denn nicht jeder Stich durch eine infizierte Zecke führt zu einer Infektion und nicht jede Infektion zu einer Erkrankung.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Übertragen wird die Krankheit durch den Stich einer infizierten Zecke in Risikogebieten, insbesondere durch den gemeinen Holzbock. Das FSME-Virus befindet sich in den Speicheldrüsen der Zecke und wird unmittelbar beim Stich auf das Opfer übertragen. Viele FSME-Infektionen verlaufen meist ohne sichtbare oder mit milden Symptomen.

Bei circa 30 Prozent der Betroffenen treten dem bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebenssicherheit zufolge innerhalb von einer bis zwei Wochen Symptome auf wie Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit. Bei 10 Prozent der FSME-Erkrankten können sich zusätzlich eine Hirnhautentzündung, eine Gehirnentzündung oder eine Rückenmarksentzündung entwickeln. All das ist äußerst selten: jährlich werden 200 bis 600 FSME-Fälle gemeldet. Die Erkrankung ist meldepflichtig. Das Robert Koch Institut veröffentlicht jedes Jahr eine Karte der Haupt-Endemiegebiete.

Lyme-Borreliose

Das Borreliose-Bakterium löst jährlich zwischen 50.000 und 100.000 Infektionen in Deutschland aus. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Lyme-Borreliose zu erkranken, ist dabei 200-mal häufiger als an FSME. Für die Übertragung von Borrelien muss die Zecke mehrere Stunden gesaugt haben. Deshalb: die Zecke so schnell wie möglich entfernen. Typische Anzeichen einer Erkrankung sind neben grippeähnlichen Symptomen eine Hautrötung, die sich innerhalb weniger Tage bis zu einigen Wochen ringförmig um die Stichstelle ausbreitet, die sogenannte Wanderröte. Spätestens dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn ohne antibiotische Behandlung kann die Infektion weitere Erkrankungen an Organen, Gelenken, Haut und Nervensystem auslösen und chronisch werden.

Wie sinnvoll ist eine Impfung?

Gegen FSME gibt es eine wirksame Impfung, die von der Impfkommission des Robert Koch Instituts in Risikogebieten empfohlen wird. Für Borreliose und andere von Zecken übertragbare Krankheiten existiert noch kein Impfstoff.

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Fazit

Suchen Sie nach einem Ausflug ins Grüne sorgfältig Ihren Körper nach Zecken oder Zeckenstichen ab. Wurden Sie gestochen, entfernen Sie die Zecke und achten Sie mehrere Wochen lang auf Symptome einer Infektion. Denn eine kleine Zecke kann große gesundheitliche Folgen haben.

Verwendete Quellen:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: infektionsschutz.de
  • Nationales Referenzzentrum für Borrelien
  • Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit; Erkrankungen durch Zeckenstiche – Borreliose
  • Robert Koch Institut
  • FSME-Netzwerk
  • Universität Hohenheim
  • zecken.de