• In der Corona-Pandemie sind die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr eingebrochen und der Autoverkehr angewachsen.
  • Für viele Autofahrer und -fahrerinnen ist der ÖPNV aber aus unterschiedlichen Gründen keine Alternative.
  • Damit der Nahverkehr für alle attraktiver wird, sind eine bessere Infrastruktur und günstigere Tickets unabdingbar.
  • Was die Bundesregierung plant, um dies umzusetzen.

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In Deutschland gibt es rund 75 Verkehrsverbünde und etwa 450 Unternehmen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) – fast jeder Verbund mit einem eigenen Tarifsystem. Wer nicht regelmäßig mit Bus und Bahn unterwegs ist, verliert dabei schnell den Überblick.

Eine einheitliche App gibt es bisher nicht. Während der Bund bei der Digitalisierung des ÖPNV noch in den Kinderschuhen steckt, will es ein Start-up mit der App "Mobility Inside" versuchen. Damit sollen Fahrgäste künftig in ganz Deutschland Tickets für Bus und Bahn kaufen, Fahrräder leihen und über Störungen informiert werden können – für jeden Verkehrsverbund, sofern diese mitmachen. Wie gut das funktioniert, muss sich erst noch in der Praxis beweisen. Der Start der App ist für 2022 geplant.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Die aktuelle Lage des ÖPNV in Deutschland

Vor Corona wurde im ersten Halbjahr 2019 über 5,8 Milliarden Mal der öffentliche Nahverkehr genutzt. Aufgrund der Pandemie sanken die Zahlen in den letzten Jahren massiv: 2020 waren es im gleichen Zeitraum noch rund 4,3 Milliarden, 2021 sank die Zahl auf etwa 3,5 Milliarden. Doch auch wenn sich die Zahlen demnächst wieder zumindest leicht erholen dürften, wird der ÖPNV immer mehr zu einem Verlustgeschäft für die Gemeinden und Kommunen. Die Einnahmen durch Ticketverkäufe reichten schon vor der Pandemie nicht, um den Betrieb zu finanzieren. In diesem Jahr zahlt die Bundesregierung über 9,4 Milliarden Euro an die Länder, allein um den bestehenden Nahverkehr aufrechtzuerhalten.

Damit der Nahverkehr wieder attraktiver und damit auch wirtschaftlicher wird, müssen Investitionen in Milliardenhöhe getätigt werden. Ein Ausbau des Angebots ist in vielen Verkehrsbünden zwingend notwendig. Projekte dazu laufen in fast allen größeren Städten. So soll etwa die sogenannte Stammstrecke der Münchner S-Bahn bis 2028 ausgebaut werden und ein zweiter Tunnel in der Innenstadt soll die S-Bahn entlasten. Baukosten: 3,8 Milliarden Euro.

Auch Berlin plant eine Verbesserung des S-Bahn-Netzes. Die S-Bahn-Linie 21 soll ab 2026 eine zweite Nord-Süd-Achse in der Hauptstadt bilden und den Hauptbahnhof noch besser anbinden. Die Kosten dafür sind aktuell mit etwa 900 Millionen Euro angesetzt. Die Städte und die Bahn erhoffen sich davon wieder pünktlichere Züge und weniger Ausfälle – ein großer Kritikpunkt vieler Pendlerinnen und Pendler.

Die Pläne der Regierung für den öffentlichen Nahverkehr

Auch für mehr Klimaschutz plant der Bund einen attraktiveren ÖPNV. Dafür muss die Infrastruktur ausgebaut und die Digitalisierung vorangetrieben werden. Das Umweltbundesamt formuliert die Ziele für den ÖPNV deutlich: "Er muss für die Menschen attraktiv, preisgünstig, schnell, sicher und bequem sein", heißt es auf der Website der Umweltbehörde.

Das Umweltbundesamt schlägt mehrere Maßnahmen vor, um dies zu erreichen. Zunächst müssen die Regionalisierungsmittel erhöht werden, mit denen das Angebot und die Qualität des Nahverkehrs ausgebaut werden. Pro Jahr müssten zusätzliche 11 bis 15 Milliarden Euro investiert werden. Diese sollen unter anderem durch den Abbau von klimaschädlichen Subventionen frei werden. Bislang stellt der Bund pro Jahr eine Milliarde Euro für den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs bereit. Ab 2025 steigt die Förderung auf zwei Milliarden Euro.

Ferner muss die Digitalisierung voranschreiten. Eine einheitliche App, um Tickets zu kaufen und Fahrräder auszuleihen, ist ein Anfang. Daran arbeitet der Bund bereits und startete Anfang 2022 die Initiative zur digitalen Vernetzung im öffentlichen Personenverkehr. Bislang gibt es aber nur eine Roadmap mit Handlungserfordernissen. Ein weiteres Ziel der Bundesregierung ist die Elektrifizierung der Busflotten in den Städten. Bis 2030 will sie, dass die Hälfte der Stadtbusse mit elektrischen, wasserstoffbasierten oder Biogas-Antrieben fahren.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

ÖPNV: Die Menschen wollen, machen es aber nicht

Ein Großteil der Bevölkerung kann sich vorstellen, öfter mit Bus sowie Bahn zu fahren und auf das Auto zu verzichten – macht es aber nicht. Das ergab eine Umfrage der staatlichen Förderbank KfW Anfang 2022. Als Gründe dafür gaben die Befragten unterschiedliche Gründe an, etwa hohe Ticketpreise oder schlechte Verbindungen.

Verwendete Quellen:

  • Website des Umweltministeriums: Projektionsbericht 2021
  • Website des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen: Daten & Fakten zum Personen- und Schienengüterverkehr
  • Website des Umweltbundesamts: Klimaschutz im Verkehr
  • Bundesregierung.de: Klimaschonender Verkehr
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