Dass Niesen und Husten die Gefahr einer Ansteckung oder einer Weiterverbreitung des Coronavirus erhöht, ist bekannt. Auch, dass richtiges Händewaschen und Abstand halten essenziell ist, um sich und andere zu schützen. Doch wie sieht es eigentlich mit den zahlreichen Oberflächen aus, die wir täglich berühren?

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Der wichtigste Übertragungsweg des Coronavirus ist nach dem derzeitigen Stand des Wissens eine sogenannte Tröpfchen-Infektion, bei der die Atemwegserreger von infizierten Menschen über Tröpfchen in die Luft abgegeben und anschließend eingeatmet werden. Darüber hinaus kann das Coronavirus nach heutiger Sachlage auch über Schmierinfektionen übertragen werden. Das bedeutet, dass Erreger, die sich auf den Händen befinden, über die Schleimhäute der Nase, des Mundes oder der Augen, in den Organismus gelangen.

Sind auch andere Übertragungswege möglich?

Viele Verbraucher sind jedoch verunsichert und fragen sich, ob es auch andere Übertragungswege für das Coronavirus gibt. Wie sieht es mit der Ansteckungsgefahr beim Berühren von unterschiedlichen Oberflächen wie Paketen, Bargeld oder Treppengeländern aus?

Dazu zunächst einmal eine kleine Entwarnung. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind nach dem aktuellen Stand der Dinge keine Fälle bekannt, bei denen sich Menschen über andere Wege als die zuvor genannten mit dem Coronavirus infiziert haben. Wir werfen dennoch einen genaueren Blick auf die gängigsten Materialen und die Höhe ihrer Ansteckungsgefahr.

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So lange überleben Coronaviren auf Oberflächen

Dazu schreibt das BfR: Das Überleben von Coronaviren in der Umwelt hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen neben der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und der Beschaffenheit einer Oberfläche auch die Art des Virusstammes sowie die Virenmenge. Im Allgemeinen halten sich humane Coronaviren nicht lange auf trockenen Oberflächen. Sie vermindern ihre Infektiosität, im Fachjargon auch Inaktivierung genannt, im getrockneten Zustand innerhalb von Stunden bis einigen Tagen.

Für das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 zeigen erste Laboruntersuchungen einer amerikanischen Arbeitsgruppe, dass es nach starker Kontamination bis zu drei Stunden als Aerosol (ein Gemisch aus festen oder/und flüssigen Schwebeteilchen und Luft), bis zu vier Stunden auf Kupferoberflächen, bis zu 24 Stunden auf Karton und bis zu zwei bis drei Tagen auf Edelstahl und Plastik infektiös bleiben kann.

Quelle: The New England Journal of Medicine.

Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich. "Daher ist gute Handhygiene eine wichtige Maßnahme, um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen", sagt Professor Karsten Nöckler, Leiter der Abteilung Biologische Sicherheit im BfR.

Auch eine Übertragung des Virus über kontaminierte Lebensmittel ist mit Stand von heute unwahrscheinlich. Dennoch sollten bei der Zubereitung von Fleisch, Obst oder Gemüse die allgemeinen Hygieneregeln für die Zubereitung von Lebensmitteln berücksichtigt werden – und auch hierbei ist regelmäßiges Händewaschen unverzichtbar.

Verwendete Quellen:

Seltener ins Gesicht fassen? So geht's!

Um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden, raten Ärzte dazu, sich nicht zu oft ins Gesicht zu fassen. Doch das ist leichter gesagt als getan.