Blitzmythen im Faktencheck

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Blitze können durch ihren Einschlag erhebliche Schäden verursachen. Umso wichtiger ist es zu wissen, wie man sich vor Blitzeinschlägen schützt und welche Ratschläge Sie besser nicht befolgen.

Mythos 1: Regenschirm bei Gewitter schließen: Das ist richtig. Ein Blitz sucht sich immer die höchste Stelle in der Landschaft, also besser den Regenschirm zu lassen. Außerdem sollten Sie Regenschirme mit Metallanteil vermeiden.
Mythos 2: Viele denken, dass ein Blitz nicht zweimal an derselben Stelle einschlagen kann. Das stimmt aber nicht. An einer Messstation nahe des Fernsehturms in Salzburg zählt man jährlich sogar bis zu 50 Einschläge.
Mythos 3: Tatsächlich ist das Auto ein relativ sicherer Zufluchtsort bei Gewitter. Die geschlossene Karosserie leitet den Blitzschlag außen am Auto entlang. Der Schutz besteht aber nicht bei Cabrios oder Autos mit einer Karosserie oder einem Dach aus Kunststoff.
Mythos 4: Flach auf den Boden legen: Grundsätzlich ist es eine gute Idee, sich möglichst klein zu machen. Wenn Sie aber auf dem Boden liegen, fließt der Strom durch Ihren gesamten Körper. Die ideale Schutzposition im Freien ist eine Hocke mit dicht beieinander stehenden Beinen.
Mythos 6: Metallschmuck zieht Blitze an: Wer metallische Schmuckstücke am Körper trägt, wenn in unmittelbarer Nähe ein Blitz einschlägt, kann tatsächlich Verbrennungen durch das sich erhitzende Material erleiden.
Mythos 7: Die Warnung, bei Gewitter nicht zu telefonieren, gilt nur für schnurgebundene Telefone. Die sind über die Telefonleitung mit der Erde verbunden und können den Blitzschlag weiterleiten. Durch Handys und Headsets entsteht kein zusätzliches Risiko.
Mythos 8: Sport bei Gewitter ist gefährlich: Besonders Reiter und Golfer müssen sich in Acht nehmen. Pferde machen sehr große Schritte und je weiter ihre Füße auseinander stehen, desto mehr Strom fließt bei einem Einschlag durch Ross und Reiter. Auf Golfplätzen findet man besonders viel Metall, zum Beispiel an Fahnenstangen oder Schlägern.
Mythos 9: Wer sich nicht unter Wolken befindet, wird nicht vom Blitz getroffen: Auch wenn sich das Regengebiet und die Gewitterwolken in einigen Kilometern Entfernung befinden, ist man im Freien nicht sicher. Rund 20 Kilometer vom Gewitterzentrum können Blitze auftreten.
Mythos 10: Duschen während eines Unwetters ist gefährlich: Wenn ein Blitzableiter vorhanden ist und alle Metallleitungen geerdet sind, besteht keine Gefahr. Wer in einem Altbau wohnt, sollte sich jedoch über den Zustand der Leitungen informieren. Sie können Strom transportieren.
Mythos 11: Blitzschlagopfer stehen unter Strom: Ein fataler Irrtum ist, man dürfe vom Blitz Getroffene nicht anfassen, da sie angeblich unter Strom stehen könnten. Im Gegenteil: Einem Blitzschlag-Opfer sollte schnellstmöglich Erste Hilfe geleistet werden. Sofortmaßnahmen wie Herzdruckmassage sind überlebenswichtig.