Seit Jahrhunderten sind die Wissenschaftler von dem großen roten Fleck auf dem Jupiter fasziniert. Dahinter verbirgt sich ein rießiger Wirbelsturm. Jetzt flog die Raumsonde "Juno" so nah wie noch nie an das Ungetüm und schoss dabei spektakuläre Fotos.

Ein Gewirr von dunklen Wolkenadern bahnt sich seinen Weg durch das gigantische, purpurne Oval. Im Größenvergleich werden die Ausmaße der Wolkenschläuche deutlich.

Jupiters "Great Red Spot", sein großer roter Fleck, übertrifft den Umfang der Erde locker. Der gigantische Wirbelsturm, ungefähr 1,3-mal so breit wie unser Heimatplanet, erstreckt sich auf dem größten Planeten unseres Sonnensystems auf 16.000 Kilometern Breite.

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Was schwirrt in unserem Sonnensystem herum?

Das Sonnensystem besteht aus acht Planeten. Sie sind allerdings nicht die einzigen Objekte, die um die Sonne kreisen und sich in unseren Gefilden aufhalten.

Seit Jahrhunderten wurde er beobachtet und bestaunt. "Jetzt haben wir die besten Bilder aller Zeiten", sagt Scott Bolton, Leiter der "Juno-Mission".

Seit 1830 blickt die Wissenschaft zum Sturm hinauf, der seit mittlerweile über 350 Jahren wütet. Aktuell scheint er allerdings wieder zu schrumpfen.

Die NASA veröffentlichte nach dem Überflug der US-Forschungssonde "Juno" nun erste Bilder des Sturms auf dem Gasplaneten. 9.000 Kilometer über dem "Great Red Spot" schoss die Sonde in der Nacht auf Dienstag die Fotos in bisher unerreichter Auflösung.

Rohdaten werden auch von Laien untersucht

Alle wissenschaftlichen Instrumente und die "JunoCam" konnten während des Vorbeiflugs eingesetzt werden und Daten sammeln, die jetzt auf die Erde zurückgeführt werden.

Die Rohdaten der Bilder werden anschließend auf die Website der JunoCam geladen. Hier beschäftigen sich auch interessierte Laien, sogenannte "citizen scientists" mit den Fotos und verarbeiten sie.

"Wir freuen uns die Schönheit und Spannung der Weltraumforschung mit allen Teilen zu können", sagte Jim Green, NASA-Direktor für Planetologie.

Während seiner Mission schwebte Juno aber auch schon tiefer über den Spitzen der Wolken des Planeten, etwa 3.400 Kilometer entfernt. Die speziellen Messinstrumente können dabei die Wolkendecke durchdringen.

So konnte während diesen Vorbeiflügen mehr über die Herkunft, Struktur, Atmosphäre und Magnetosphäre in Erfahrung gebracht werden.

Juno startete am 5. August 2011 von Cape Canaveral in Florida und ist damit bereits seit 6 Jahren unterwegs. Der nächste Vorbeiflug am roten Fleck soll erst wieder im September stattfinden. (mhe)