Geht am 23. September die Welt unter? Verschwörungstheoretiker sind sich sicher: Diesmal ist es so weit. Schuld daran soll der geheimnisvolle Planet Nibiru sein Die abstrusesten Theorien im Überblick.

Der Weltuntergang wird sehr gerne vorhergesagt, bisher mit eher ungenauen Ergebnissen. Der christliche US-Amerikaner David Meade ist sich jedoch sicher, dass es am 23. September so weit ist. Der Auslöser soll ein geheimer "Planet X" sein, der auf die Erde stürzt.

Diese Aussage beruhen auf seinen Berechnungen und angeblichen Botschaften der Großen Pyramide von Gizeh. Auch die Offenbarung, ein Buch der Bibel, soll darin mit eingeflossen sein.

Seriöse Nasa-Wissenschaftler bestreiten die Existenz dieses Planeten. Um ihn ranken sich jedoch trotzdem so einige obskure Theorien.

Ison ist Nibiru, der geheimnisvolle "Planet X"

Nibiru ist der Name einer sumerischen und babylonischen Gottheit – und eines mysteriösen Himmelsobjekts.

16.000 Kilometer schnurgerade Linien: Kann das menschengemacht sein?

In mehreren Keilschriften des Altertums tauchen Hinweise auf einen zusätzlichen Stern am Firmament auf, der heute nicht mehr sichtbar ist.

Seither beschäftigt dieses Mysterium die Forschung und das Internet. Was Nibiri genau ist, weiß niemand.

Während Experten eine rationale Erklärung suchen, beispielsweise eine Konstellation anderer Himmelskörper unseres Sonnensystems wie Jupiter oder Neptun, spekuliert das Web über einen bisher unbekannten Planeten.

Unbekannter Planet?

Dieser soll nur alle 3.000 Jahre sichtbar sein, dann quer durch das Sonnensystem fliegen und der Erde extrem nahe kommen, Zerstörung und Apokalypse inklusive. Für das Netz ist Ison dieser rätselhafte Planet.

Allerdings ergäbe der Komet wohl einen sehr kleinen Planeten. Der Durchmesser beträgt laut Beobachtungen nur etwa fünf Kilometer.

Zudem hätte die Anwesenheit eines realen "Planet X", so werden bislang unentdeckte Planeten unseres Sonnensystems auch genannt, erhebliche Auswirkungen auf die anderen Himmelskörper. Doch das konnten Forscher nicht bestätigen.

Ein sadistischer Arzt soll hier grausame Versuche gemacht haben.

Ison ist eigentlich ein Ufo

Mitte September gab es eine Meldung der russischen Raumfahrtbehörde "Roskosmos". Ison habe einen kurzen Zwischenstopp von 132 Tage am Mars eingelegt.

Ein Komet der bremsen kann? Das muss doch ein Ufo sein! Und jeder Verschwörungstheoretiker von Welt weiß, der Mars und vor allem sein Mond "Phobos", sind etwas ganz Besonderes: Bei "Phobos" soll es sich nämlich um ein gestrandetes Raumschiff handeln. Was haben die Aliens also dort gemacht? Aufgetankt, Nachschub organisiert?

Die Antwort ist einfach – nichts. Denn Ison ist, man staune, gar kein Ufo. Die Ursprungsmeldung des Zwischenstopps und angeblicher Kurskorrekturen waren allesamt erfunden, wie sich im Nachhinein herausstellte.

Ison hat den Mars auch nicht umkreist, sondern ist an ihm wie berechnet vorbeigezogen. Oder doch nicht? Denn …

Ison hat den Mars verwüstet

Auch diese Theorie geistert durchs Internet. So habe Ison zu einer erhöhten vulkanischen Aktivität auf dem Roten Planeten geführt.

Das soll angeblich auch einen Helligkeitszuwachs des Mars am winterlichen Nachthimmel erklären. Und das wäre tatsächlich eine faustdicke Überraschung.

Denn der Mars besitzt zwar Vulkane wie den "Olympus Mons", den höchsten Berg unseres Sonnensystems, allerdings liegt laut Forschern der letzte Ausbruch dieser Feuerberge etwa zwei Millionen Jahre zurück.

Das Innere des Planeten ist noch aktiv, Vulkanismus wohl noch möglich, bislang konnte aber noch keine Eruption auf der Oberfläche beobachtet werden. Und das hat auch ein kleiner Komet nicht geändert.

Ison verseucht die Erde mit seinem Schweif

Das Objekt wurde vor Jahren entdeckt, doch es gibt bis heute Rätsel auf.

Ein Komet zieht durch seinen Schweif eine riesige Staubwolke hinter sich her. In ihr könnten sich gefährliche Stoffe verstecken. Im Internet wird über eine Verseuchung der Erde mit Cyanid oder radioaktiven Elementen hyperventiliert.

Doch auch hier gibt die Forschung Entwarnung. Die Erde wird den Schweif des Kometen nicht kreuzen.

Und selbst wenn sich ein paar Partikel in die Erdatmosphäre verirren sollten, sind die Effekte weit weniger dramatisch, als sie das Netz darstellt: Es kommt zu ein paar Sternschnuppen und alles, was gefährlich gewesen wäre, verglüht in den obersten Luftschichten der Erde.

Ison bringt den Weltuntergang

Verseuchung, außerirdische Wesen oder spontane Vulkanausbrüche ausgeschlossen, wäre für dieses Szenario ein Volltreffer mit der Erde nötig. Laut aktuellen Berechnungen wird Ison unseren Planeten bei seiner größten Annäherung in einem Abstand von 60 Millionen Kilometern passieren.

Zum Vergleich: Der Mond ist etwa 380.000 Kilometer entfernt. Eine Kollision Isons mit dem blauen Planeten ist also ausgeschlossen.

Zudem hätte sich Ison um ein Jahr vertan, denn die Erde ist bekanntlich bereits 2012 untergegangen – wie von den Maya prophezeit.

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