• Neues Jahr, alte Malaise: Auch in der Neujahrsfolge müssen sich die Passagiere wieder durch eine Reihe skurriler Probleme kämpfen, damit aus einer Fahrt auf dem "Traumschiff" tatsächlich auch eine Traumreise wird.
  • Besonders dank zweier Schauspieler macht die Folge mitunter auch dem Zuschauer Spaß.
Eine Kritik
Diese Kritik stellt die Sicht von Christian Vock dar. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.

Gerade erst hat sich Max Parger (Florian Silbereisen) den maledivischen Sand der Weihnachtsfolge aus den Kapitänssandaletten geklopft, da soll er für die Neujahrsfolge auch schon wieder los: "Bahamas" muss er diesmal ins Navigationssystem tippen. Ganz andere Richtung, aber die Probleme, die es diesmal an Bord gibt, sind genauso skurril wie in der Folge zuvor.

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Da ist zum Beispiel die Geschichte von Melanie (Aline Hochscheid) und Philip (Leander Lichti) Singer. Die beiden haben sich vor 20 Jahren auf den Bahamas kennengelernt und wollen nun wieder gemeinsam dorthin zurückreisen. Doch die Bahamas wecken bei Melanie nicht nur gute Erinnerungen, schließlich lag sie dort damals nach einem Bootsunfall drei Wochen im Koma.

Armin Rohde und Uwe Ochsenknecht als Pleitiers

Etwas komplizierter ist die Geschichte um die Ärztin und Psychotherapeutin Marie Wagner (Carolina Vera). Die hat ihren Sohn Tomas (Maurice Lattke) und dessen neue Freundin Clara (Lore Richter) dabei, doch was keiner der drei weiß: Clara ist nicht nur Toms Freundin, sondern auch Patientin seiner Mutter. Die wiederum hatte Clara erst zu einer neuen Beziehung ermutigt. Verständlich, dass da bei allen erst einmal der Ruhepuls nach oben schnellt, als das Ganze herauskommt.

Ganz anders gelagert sind da die Probleme von Roman Schmidt (Armin Rohde) und Sebastian Prinz (Uwe Ochsenknecht). Die beiden Freunde sind pleite, doch als sie zufällig an Bord auf Maik Quast (Gabriel von Berlepsch), den Grund ihres finanziellen Desasters, treffen, schmieden sie einen Plan, um sich selbst zu entschädigen. Doch da ist auch noch Quasts Freundin Natascha (Lena Meckel), die ein bisschen frischen Wind in die Pläne der beiden bringt.

Ein illustrer Strauß an Problemen und Problemchen und natürlich ist Max Parger nicht nur an Bord, um den Touristendampfer zu den Bahamas zu steuern, sondern auch um hier bei der Lösung behilflich zu sein. In der vergangenen Folge tat er dies bereits erfolgreich, als er auf den Malediven einen Familienstreit schlichten half, zwei Brüder versöhnte und nebenbei ein Kind zur Welt brachte. Nun muss er eben auch auf den Bahamas ran – wenn auch nur mit ein paar Ratschlägen.

Heiratsantrag beim "Das Traumschiff": Bahamas oder Schiffsbar?

Da kann man Parger eigentlich nur beglückwünschen, dass er Kapitän des "Traumschiffs" ist und nicht Baggerfahrer im Kreis Recklinghausen. Da gibts zwar auch schöne Ecken, aber all diese Probleme, die sich die Autoren Martin Wilke und Jochen S. Franken für diese Folge ausgedacht haben, lassen sich doch wesentlich angenehmer lösen, wenn man zwischendrin mal die Mauken in karibische Gewässer hängen kann.

Nicht so angenehm, für Parger wie für den Zuschauer, ist allerdings der Umstand, dass Wilke und Franken die eine oder andere Szene doch arg an der Grenze der Unglaubwürdigkeit entlang schrammen lassen. Etwa, als Quast seiner Freundin in der Lounge einen Heiratsantrag macht, wo beide doch auf dem Weg zu den Bahamas sind. Bei so einer Gelegenheit kniet man vor seiner Liebsten doch eigentlich lieber im Karibiksand, als auf dem Kurzflorindustrieteppich einer Schiffsbar.

Nein, das Drehbuch wird an dieser Stelle natürlich zurechtgebogen, damit Schmidt und Prinz Gelegenheit haben, den teuren Verlobungsring als Teil ihrer Entschädigung auszumachen. Auch sonst wird hier nicht gerade mit subtiler Nadel gestrickt. Dass Schmidt und Prinz pleite sind, erfährt man nämlich nicht auf elegante Weise aus der Geschichte, sondern, weil sie es sagen: "Wir sind pleite."

Neujahrsfolge vom "Traumschiff": Okay dank Rohde und Ochsenknecht

Ist das schlimm? Jein. Denn zum einen reden wir hier immer noch übers "Traumschiff". Das heißt zwar nicht, dass man sich hier keine Mühe geben muss, aber der Ärger der Zuschauer über manche Holprigkeit wird sich in Grenzen halten. Zum anderen sieht das Drehbuch dann doch die eine oder andere nette Idee vor.

Zum Beispiel, als Marie Wagner vor der Abreise fragt: "Ist das immer so windig hier?" Da kann man die Antwort von Hoteldirektorin Hanna Liebhold (Barbara Wussow) mit etwas gutem Willen als selbstironische Anspielung auf die vielen etwas windigen Geschichten des "Traumschiffs" verstehen: "Ja, es ist immer so windig hier." Aber das ist nur Spekulation.

Keine Spekulation hingegen ist der Grund, warum die Neujahrsfolge an vielen Stellen dennoch Spaß macht: Uwe Ochsenknecht und Armin Rohde. Die beiden Schauspieler wissen einfach, was sie tun und wie sie es tun müssen und so ist ihre kleine Ganoven-Episode eine der netteren Facetten der Folge.

Da ist es nur hilfreich, dass sich Kapitän Parger aus all den Problemen diesmal ziemlich raushält, was wiederum der Glaubwürdigkeit guttut. Und die fährt beim "Traumschiff" ja auch nicht allzu oft mit.

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