In Folge 13 dürfen endlich Angehörige und Freunde zu den GNTM-Models reisen, um zu sehen, was von ihnen noch übrig ist. Vor allem Heidi Klum nutzt den Family&Friends-Tag reichlich aus. Kandidatin Nina kann sich lediglich darüber freuen, dass sie nun nicht alleine nach Hause fliegen muss.

Eine Kritik
Diese Kritik stellt die Sicht von Christian Vock dar. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.

"Was die Models nicht wissen: Wir haben heute eine kleine Überraschung", weiht Heidi Klum die Zuschauer gleich zu Beginn in das Geheimnis von Folge 13 ein. Was wiederum die Klum nicht weiß: Natürlich wissen die Models nicht, dass die Klum heute eine kleine Überraschung hat, denn das ist ja der Sinn einer Überraschung. Aber wir wollen die Folge nicht gleich mit einer Quengelei beginnen, denn "In dieser Woche geht es um den Einzug in die Top Ten", erklärt die Klum.

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Und in dieser so wichtigen Ausnahmefolge ist eben keine Zeit für Wortklauberei, sondern für "einen Extra-Motivationsschub und eine Überraschung für meine Models: Besuch aus der Heimat." Na, das ist doch mal was. Sehr generös von der Klum, löst sie für Freunde und Familie damit doch ein Problem, dass diese ohne die Klum gar nicht hätten. Da ist es nur fair, dass alle in einem luxuriösen Apartment-Haus untergebracht sind.

Dementsprechend positiv ist auch der Tenor der Angereisten. Alle freuen sich ganz doll, fast so, als hätten sie ihre Liebsten einer Wildfremden übergeben, damit die sie für ein paar Wochen für eine Trash-TV-Show benutzt und sie jetzt nachgucken können, ob ihre Angehörigen noch wohlauf und bei geistiger Gesundheit sind. Doch vor diese Lebend-Kontrolle hat die Produktionsfirma ein kleines Fotoshooting anberaumt, als Prüfung, aber auch, um besagte Überraschung einzubauen.

High Fashion für die Models

Im gleichen Apartment-Haus werden die Models nämlich in einem Reiche-Leute-Ambiente fotografiert. Währenddessen schleichen sich die Verwandten in den Hintergrund und wenn die Models dann die Fotos checken, gibts das große Hallo. So zumindest der Plan, doch damit der aufgeht, müssen die Kandidatinnen erst einmal das übliche Prozedere durchlaufen, sprich sich für das Shooting umziehen.

Und natürlich hat die Klum dafür nicht den Wühltisch bei Kik geplündert, sondern feinste Designer-Klamotten organisiert: "Kleider und Schmuck von namhaften Designer-Brands wie Saint Laurent, Alexandre Vauthier, Michael Costello oder von meinem guten Freund Peter Dundas", erklärt Klum. Aber Moment mal! "Guter Freund"? Ob ProSieben weiß, dass die Klum hier gute Freunde von sich in der Show unterbringt? Herr ProSieben, wissen Sie das?

Die Models jedenfalls freuen sich über die Klamotten aus dem Klumschen Freundeskreis, besonders Katherine: "Wir haben heute wirklich so krasse High-Fashion-Outfits an. Man fühlt sich natürlich in High Fashion sehr, sehr wohl."

Na dann freuen wir uns einfach mit, dass der Spenden-Aufruf bei Klums Freund so viel Gutes bewirkt. Für Klum ein bisschen zu viel Gutes: "Bei der ausgelassenen Stimmung scheinen meine Models kurz zu vergessen, dass diese Shooting auch über den Einzug in die Top Ten entscheidet."

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Nina freut sich nicht laut genug

Das – oder es ist ihnen genauso wurscht wie es ihnen wurscht sein sollte. Man kann sich nämlich nur wenige Situationen im Leben der Damen vorstellen, in denen sie zu hören bekommen: "Also, Lisa-Sophie-Marie Anna-Lena: Wenn du bei GNTM in die Top Ten gekommen wärst, dann würden wir hier ganz anders miteinander sprechen. Aber Platz elf? Merkste selbst, oder?"

Aber irgendeine Relevanz muss man ja in die Folge friemeln und so fragt die Produktion die Damen in jedem Einzelstatement, wie wichtig denn die Top Ten sind. Kriegt ja sonst niemand mit.

Nina muss sich beim Fotoshooting allerdings ein bisschen strecken, um in die Top Ten zu kommen, denn irgendwie scheint sie sich in dem ganzen Ambiente aus Geldscheinpistole, Champagner und Geschmeide nicht reich genug zu fühlen. Findet zumindest der Fotograf.

Da gibt Heidi Klum ihr einen guten Tipp: "Ich würde wirklich ein bisschen mehr aus dir herausgehen." Heidi Klum würde also ein bisschen mehr aus Nina herausgehen, doch irgendwie klappt das nicht. Zumindest verhaltene Freude kommt auf, als Nina ihren Verlobten entdeckt. Doch auch da hat die Klum was zu meckern, denn die Freude ist ihr nicht extrovertiert genug.

"Ich hab irgendwie gedacht, jetzt kommen irgendwelche Schreie aus dir raus, Tränen aus den Augen. Ihr wart so still." Ja, also wirklich! Nina! Das ist eine Schande für den Berufsstand. So freut sich doch kein Model! Erst recht keines, das von Heidi Klum ausgebildet wurde! Hat die denn gar nicht zugehört?

Das ist Stoff der ersten Ausbildungswoche! Was bildet die sich ein? Nina tut ja fast so, als ob Menschen unterschiedlich sind! Geht ja gar nicht. Die wird schon noch sehen, was sie davon hat.

Sofía Vergara bei "Germany’s next Topmodel"

Nur gut, dass sich wenigstens die anderen Models ausreichend offensiv freuen. Und so führt die Klum ein Model nach dem anderen seiner Familie zu und hat sich dafür sogar einen extra Code-Satz für den Fotografen ausgedacht. Soll es losgehen, soll der Fotograf zur Klum sagen: "Heidi, du siehst umwerfend aus."

Gut, man hätte auch ein anderes Code-Wort nehmen können. Gurkensalat zum Beispiel. Oder Nagelbettentzündung. Das wäre zwar genauso ohne Zusammenhang gewesen, aber immerhin nicht so eitel. Die Models freuen sich trotzdem über ihren Besuch, vor allem, dass der noch ein bisschen bleiben und beim Entscheidungswalk zusehen darf.

Auch die Klum ist aus dem Häuschen, denn auch für sie ist jemand gekommen: Sofía Vergara. "Ich freu mich so, ich freu mich so. Denn heute kommt meine Freundin mich besuchen. Und sie wird meine Gastjurorin sein." Also, ProSieben, da müsst ihr jetzt echt aufpassen. Die Klum schleppt hier einen Freund nach dem anderen an. Am Ende versucht sie noch, ihre Tochter oder ihren Mann in der Show unterzubringen. Aber da habt ihr sicher ein Auge drauf. Das wäre ja echt ein bisschen krass.

So aber ist es erstmal Sofía Vergara und vor der müssen sich die Models dann mit extrabreiten Unterröcken durch eine für so einen Unterrock viel zu eng bestuhlte Gesellschaft drücken. Warum? "Durchaus üblich in der Fashionwelt", erklärt die Klum, als könnte man Zweifel an der Seriosität ihres Ausbildungsprogramms haben.

Bei Nina scheint Klums professionelle Model-Ausbildung allerdings an ihre Grenzen gekommen zu sein. Denn weil ihr Walk nicht in Erinnerung bleiben wird, wird man sich als Zuschauer nach Folge 13 nur noch an Nina erinnern können. Immerhin schafft es die junge Frau damit noch in die Top Eleven. Das ist wie Top Ten, nur anders.

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