Wie heiß das Thema Flüchtlinge in Deutschland derzeit diskutiert wird, zeigt dieser Vorfall auf Facebook: Moderator Joko Winterscheidt hat sich allein mit einem neuen Profilbild und einem Statement für das Asylrecht einen gewaltigen Shitstorm eingehandelt.

Dass sich Joko Winterscheidt und sein Moderationspartner Klaas Heufer-Umlauf mitunter politisch engagieren, ist nichts Neues. Die beiden setzten sich zum Beispiel im Dezember 2013 mit einem innigen Kuss während ihrer ProSieben-Sendung "Circus Halligalli" für die Rechte von Homosexuellen ein. Damals erhielt das Duo viel Lob für die Aktion.

Jetzt sorgt Winterscheidt mit seinem neuen Profilbild auf Facebook für Aufruhr - nur, dass die Reaktionen diesmal deutlich negativer ausfallen. Denn auf dem Bild hält der Moderator ein Pappschild hoch, auf dem steht: "Artikel 14: Jeder hat das Recht auf Asyl". Darunter findet sich der Hinweis auf die Aktion "Jeder hat das Recht auf Menschenrecht", der sich Winterscheidt mit diesem Bild anschließt.

Joko Winterscheidt ist mit mehr als 1,5 Millionen Fans bei Facebook einer der populärsten deutschen Promis. Bis dato hat das Foto fast 100.000 Likes bekommen (Stand 6.10.15), traf aber auch einen empfindlichen Nerv. Das zeigt die Tatsache, dass Winterscheidt sich nur einen Tag, nachdem das Bild veröffentlicht wurde, bereits gezwungen sah, sich zu rechtfertigen. In einem emotionalen Posting auf Facebook wehrte sich Winterscheidt am Montag gegen die vielen "Hass-Mails", die ihn in der Zwischenzeit von seinen Facebook-"Freunden" erreicht haben.

Doch der Text erhält auch viel Zustimmung, rund 100.000 User klicken auf den "Like"-Button. In den Kommentaren unter dem Posting entspinnt sich aber eine heftige Diskussion. Einige werfen Winterscheidt Heuchelei vor, er solle selbst "ein paar aufnehmen". Dazu wird darüber gestritten, was mit dem Begriff Asyl gemeint ist.

Der Fall erinnert stark an den Shitstorm, mit dem sich Til Schweiger vor einigen Monaten konfrontiert sah. Der Schauspieler hatte damals - ebenfalls bei Facebook - angekündigt, ein Flüchtlingsheim bauen zu wollen. Auf die starke Kritik hin meldete sich auch Schweiger schriftlich zu Wort - und setzte seinen Plan fort. Auch Winterscheidts Entscheidung steht: Das Profilbild wird nicht geändert.

Auch andere Prominente beteiligen sich an Menschenrechts-Aktion

Die Flüchtlingskrise hält weiter an und viele weitere Prominente haben sich bereits für eine offene Willkommenskultur in Deutschland ausgesprochen. Gleichzeitig werden die Stimmen in der Bevölkerung immer lauter, die vor den Folgen des Flüchtlingsstroms warnen. An der Aktion für Menschenrechte beteiligen sich außer Winterscheidt auch Promis wie Jan-Josef Liefers, Tim Mälzer, Palina Rojinski, Eko Fresh, Benjamin Höwedes - und natürlich Winterscheidts bessere Hälfte Klaas Heufer-Umlauf. (sag)