Stephen King wird am 21. September 72 Jahre alt. Der "König des Horrors" hat in seiner langen Karriere Dutzende Bücher und weit über einhundert Kurzgeschichten veröffentlicht. Auch abseits der gruseligen Geschichten in seinen Werken hat der Autor einiges zu erzählen. Zu seinem Geburtstag stellen wir einige weniger bekannte Details aus dem Leben von Stephen King vor.

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Seit über vierzig Jahren bringt Stephen King, der seine Bücher mal als das "literarische Äquivalent eines Big Mac mit einer großen Portion Pommes" bezeichnet hat, rund 2.000 Wörter pro Tag zu Papier.

Und weil das "kreative Leben absurd kurz" ist und er seins mit so viel füllen will, wie er nur kann, wird King, der am 21. September 72 Jahre alt wird, wohl auch in Zukunft weiterschreiben. Zumal er laut eigener Aussage die meisten seiner Kritiker inzwischen überlebt hat.

Anlässlich von Kings Geburtstag werfen wir einen Blick auf einige der weniger bekannten Details aus seinem Leben.

Das vergessene Buch

Stephen King hat in der Vergangenheit immer wieder offen über die Alkohol- und Drogenprobleme gesprochen, mit denen er über Jahre zu kämpfen hatte. So verriet er beispielsweise dem "Spiegel" dass er in den 70ern und 80ern ungefähr einen Kasten Bier pro Abend getrunken habe: "Abends konnte ich kein Bier im Kühlschrank lassen. Ich musste es in den Abfluss schütten, weil ich sonst aufgestanden wäre, um weiterzutrinken."

Sein exzessiver Alkohol- und Kokainkonsum hatte offenbar auch Auswirkungen auf sein Erinnerungsvermögen: "Ich habe funktioniert, was die Arbeit betrifft. Allerdings erinnere ich mich nicht mehr daran, meinen Roman 'Cujo' geschrieben zu haben."

In seinen "Das Leben und das Schreiben" betitelten Memoiren schrieb King, dass er diesen Umstand mit einem "vagen Gefühl von Bedauern und Verlust" wahrnehme: "Ich mag das Buch. Ich wünschte, ich könnte mich erinnern, wie ich die guten Teile genoss, als ich sie zu Papier brachte."

Abtauchen ins Fantastische: Mit diesen Romanen werden selbst lange Herbstabende zum kurzweiligen Vergnügen - Orks, Drachen, Zwerge, Zauberer und Clan-Katzen inklusive.

Das "hässliche" Pseudonym

King hat im Laufe seiner Karriere mehrere Werke unter dem Pseudonym "Richard Bachman" veröffentlicht. Wie er der "Washington Post" erklärte, hätten seine Verleger es ihm schwer gemacht, mehr als ein Buch pro Jahr herauszubringen. King, der als notorischer Vielschreiber gilt, wollte das Alter Ego Bachmann nutzen, um dieses Problem zu umgehen.

Zudem war King laut eigener Aussage neugierig darauf, ob seine Bücher auch ohne seinen berühmten Namen ihr Publikum finden würden. Um seine Identität geheim zu halten, erfand King sogar eine Hintergrundgeschichte für Bachmann.

Demnach handle es sich bei diesem um einen Hühnerfarmer, dem es aufgrund einer Krebserkrankung, die sein Gesicht schwer gezeichnet habe, unmöglich sei, sich mit irgendjemanden zu treffen oder zu sprechen.

King selbst beschrieb Bachmann gegenüber der Post einmal als "armen Kerl" und "hässlichen Hurensohn". Mitte der Achtziger flog die Geschichte allerdings auf. King ließ Bachmann daraufhin an "Pseudonymkrebs" sterben.

Kings ganz reales Horror-Auto

Ob nun ein blutrünstiger Wäschemangler, ein unheimlicher Kleiderschrank oder ein wild gewordener Hund: Eine von Kings Spezialitäten ist es, Horror mittels alltäglicher Dinge zu erzeugen. So auch in seinem Roman "Der Buick", der von einem Auto erzählt, das ein mörderisches Eigenleben entwickelt.

Ähnlich wie in dem Buch machte King auch im echten Leben eine unangenehme Bekanntschaft mit einem Auto. Im Jahr 1999 wurde er von einem Van angefahren und dabei so schwer verletzt, dass er fast ein Bein verloren hätte.

Die meisten anderen Menschen hätten den Unfallwagen vermutlich nie wieder zu Gesicht bekommen wollen. Der Schriftsteller soll das Fahrzeug hingegen später gekauft haben.

Wie es heißt, soll King geplant haben, den Van bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung zertrümmern zu lassen. Letztendlich soll der Wagen jedoch auf einem Schrottplatz gelandet und dort zerstört worden sein.

Ein Unglück in jungen Jahren

Kings Kurzgeschichte "Die Leiche" dürften viele Menschen nur aufgrund der Verfilmung unter dem Titel "Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers", kennen. Im Film, wie auch im Buch, geht es um eine Gruppe von Kindern, die sich auf den Weg macht, die Leiche eines Jungens zu finden, der von einem Zug erfasst und getötet wurde.

Die morbide Grundidee der Geschichte weist dabei Parallelen zu Kings eigener Kindheit auf. Wie der Schriftsteller in seinem Sachbuch "Danse Macabre – Die Welt des Horrors" erzählt, sei einer seiner Spielgefährten von einem Zug überrollt worden.

King sei damals ungefähr vier Jahre alt gewesen und habe sich kurz vor dem Unglück noch mit dem Jungen aus seiner Nachbarschaft getroffen. Laut seiner Mutter kam er später "weiß wie ein Geist" wieder nach Hause und sprach den Rest des Tages nicht mehr.

Ob er den Unfall mit eigenen Augen beobachtet hat, kann King aber nicht mehr sagen. Wie er erklärte, könne er sich selbst nicht mehr an den Vorfall erinnern und wisse nur durch Erzählungen seiner Mutter davon.

Die Autoren-Band

Neben dem Schreiben hegt King auch eine große Leidenschaft für Musik. So ist er Mitglied der Band Rock Bottom Remainders, die sich aus Schriftstellern, Journalisten und Drehbuchautoren zusammensetzt.

Stephen King bei einem Auftritt der Rock Bottom Remainders.

Laut der Homepage der Band haben die Remainders zwar "keine Musikvideos, keinen Plattenvertrag, keine Grammy-Nominierung", aber immerhin "mehr als 159.000 Treffer auf Google". (Die Homepage scheint ein paar Tage auf dem Buckel zu haben, heute sind es knapp doppelt so viele.)

Das neben King wohl berühmteste andere Mitglied der Band ist "Simpsons"-Schöpfer Matt Groening.

Das King-Film-Dilemma

Kaum eine von Stephen Kings Geschichten ist noch nicht verfilmt worden. Qualitativ weisen die filmischen Adaptionen von Kings Werken allerdings erhebliche Unterschiede auf.

Während "Die Verurteilten" seit Jahren die Liste der besten Filme auf IMDb anführt und "The Green Mile" für vier Oscars nominiert wurde, kam der Großteil der King-Verfilmungen in der Vergangenheit bei Zuschauern und Kritikern höchstens mittelprächtig an.

Umso kurioser, dass der Autor eine Buchverfilmung, die als Meisterwerk gilt, zutiefst hasst. Die Rede ist von Stanley Kubricks "Shining". King lobte Kubrick zwar für die "beeindruckenden" Bilder, die er geschaffen habe, kritisierte aber mehrfach, dass der Film sich zu kalt anfühle. Zudem attestierte er dem Regisseur mangelndes Gespür für die Charaktere aus seinem Buch.

Seiner Ansicht nach durchlaufe beispielsweise die Hauptfigur Jack Torrance (Jack Nicholson) keinerlei Entwicklung und dessen von Shelley Duvall gespielte Frau Wendy bezeichnete er als "einen der frauenfeindlichsten Charaktere" in der Geschichte des Films.

Nach dem Hype um die Verfilmung von "ES", befindet sich Hollywood aktuell wieder im King-Fieber. Vielleicht kann der Autor den daraus hervorgehenden Produktionen ja mehr abgewinnen.

Verwendete Quellen:

  • Birthmoviesdeath.com: "Over My Dead Body: What Stand by me reveals about Stephen King"
  • Indiewire.com: "Stephen King Says Stanley Kubrick’s 'The Shining' Is 'Like A Big, Beautiful Cadillac With No Engine Inside It'"
  • MentalFloss.com: "Known Alias: How Stephen King Was Outed as Richard Bachman"
  • Ranker.com: "14 Details about the horrible accident that almost killed Stephen King"
  • Spiegel.de: "Und dann essen sie dich"
  • Tagesspiegel.de: "Stephen King - Bücher wie Big Macs"
  • TheGuardian.com: "Stephen King: 'I have outlived most of my critics. It gives me great pleasure'"
  • Independent.co.uk: "Stephen King run down by distracted driver"
  • NYTimes.com: "What is Stephen King trying to prove?"
  • WashingtonPost.com: "Steven King shining through"
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