Angesichts der Geschwindigkeiten, die die Fahrer auf ihren Rädern erreichen, fährt bei der Tour de France der Tod immer mit. Nur wenige Tage nach dem tragischen Sturz Gino Mäders in der Schweiz erhöhen Zuschauer durch ihr Verhalten die Gefahr noch. Ein Fahrer postet ein Video und nimmt kein Blatt vor den Mund.

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Auf der dritten Etappe der Tour de France ist es erneut zu einem gefährlichen Zwischenfall gekommen. Wie schon am Tag zuvor während der zweiten Etappe, die von Vitoria-Gasteiz nach San Sebastián führte, hatten unbekannte Täter offenbar Reißzwecken auf der Straße verteilt.

Der Gesamtführende Adam Yates während der dritten Etappe der Tour de France am 3. Juli 2023
Der Gesamtführende Adam Yates (M.) bewegt sich während der dritten Etappe der Tour de France am 3. Juli 2023 im Hauptfeld. Der Teilabschnitt führt über eine Länge von 187,4 Kilometer aus dem baskischen Amorebieta-Etxano in Spanien nach Bayonne in Frankreich. © EPA-EFE/Christophe Petit Tesson

Plötzlich ist das Rad unbrauchbar

Mehrere Profis mussten rund 70 Kilometer vor dem Tagesziel in Bayonne innerhalb kürzester Zeit ihre Räder wechseln. Die Reißzwecken waren auf den TV-Bildern zu erkennen.

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Der Franzose Lilian Calmejane am Start der dritten Etappe der Tour de France am 3. Juli 2023
Der Franzose Lilian Calmejane am Start der dritten Etappe der Tour de France am 3. Juli 2023 in Amorebieta-Etxano. Die Etappe endet nach 187,4 Kilometern in Bayonne. Davor erfolgt der Grenzübertritt von Spanien nach Frankreich. © picture alliance/dpa/Belga/Jasper Jacobs

Zu Stürzen kam es nicht, alle betroffenen Fahrer schlossen schnell wieder zum Feld auf. Bereits auf der zweiten Etappe war das Rennen auf diese Weise gestört worden.

Lilian Calmejane: "Vielen Dank für diesen Blödsinn, ihr Idioten"

Der französische Radprofi Lilian Calmejane (Intermarche-Circus-Wanty) teilte ein Video bei Twitter, das fünf Reißzwecken in seinem Vorderreifen zeigt. "Vielen Dank für diesen Blödsinn. Deswegen kann man stürzen und sich ernsthaft verletzen, ihr Idioten", schrieb Calmejane dazu.

Er glaube nicht, dass er am Ende das einzige Opfer gewesen sei. Auch Tom Pidcock klagte über Druckverlust im Reifen. "Ich hatte einen schleichenden Platten und konnte ihn in der Abfahrt vom Jaizkibel spüren, aber ich musste ihn einfahren. Ich konnte spüren, wie er in den Kurven ein wenig rutschte", sagte Pidcock "Cyclingnews" und dem TV-Sender ITV.

Zahlreiche Reifenschäden

Darüber hinaus berichtete auch Groupama-Sportdirektor Philippe Mauduit, dass einige seiner Fahrer durch die Stiftnägel Reifenschäden erlitten. Zwei Fahrer des Lotto-Teams waren ebenfalls betroffen.

Einen vergleichbaren Vorfall hatte es bei der Tour schon 2012 gegeben. Damals beklagten Dutzende Radprofis sowie einige Begleit-Motorräder wegen Nägeln auf der Straße auf der 14. Etappe Reifenschäden. (sid/dpa/hau)

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