• Mehrere hundert Menschen haben am Montag mit Gewalt die Durchführung einer Pride Parade in der georgischen Hauptstadt Tiflis verhindert.
  • Ein rechtsextremer Mob, teilweise angeführt von orthodoxen Priestern, griff Büros von LGBTQ-Organisationen und Menschen an.
  • Bei den Ausschreitungen wurden laut Medienberichten über 30 Journalisten verletzt.

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Die für Montag geplante Pride Parade in der georgischen Hauptstadt Tiflis ist nach gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern der Demonstration und der georgischen Polizei abgesagt worden. "Der Marsch wird heute nicht stattfinden", erklärten die Organisatoren auf Facebook. "Wir können keine Menschenleben riskieren", hieß es zur Begründung. Die Straßen seien "voller gewaltbereiter Angreifer".

Mehrere hundert Rechtsextremisten und religiöse Fundamentalisten, Gegner der Demonstration für die Rechte der LGBTQ-Gemeinschaft, hatten sich bereits am Vormittag in der Nähe des Parlaments der Hauptstadt der Kaukasusrepublik versammelt. Wie auf Fernsehaufnahmen zu sehen war, lieferten sich einige von ihnen gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei und griffen auch Journalisten an. Laut georgischen Medienberichten wurden über 30 Medienvertreter verletzt, ein Mann wurde niedergestochen.

Schwulenfeindlicher Mob: Mehrere Büros angegriffen

Die Organisatoren erklärten zudem, dass ihre Büros von "Homophoben" angegriffen worden seien.

Georgiens Präsidentin Salome Surabischwili verurteilte am Abend in einer Erklärung die "Gewalt in jeglicher Form" und die Verfolgung von Menschen wegen "anderer Meinungen oder anderer geschlechtlicher Identität". Sie rief die Strafverfolgungsbehörden dazu auf, die öffentliche Ordnung zu gewährleisten und sämtliche Gewaltakte zu unterbinden. "Jeder hat das Recht, seine verfassungsgemäßen Rechte auszuüben und seine Meinung zu äußern", betonte Surabischwili.

Georgien gilt als sehr konservatives Land, die orthodoxe Kirche ist äußerst mächtig in dem südkaukasischen Staat. Bereits 2013 hatte es gewaltsame Ausschreitung wegen einer geplanten Pride Parade gegeben. Bisher hatte in Georgien noch keine einzige Parade stattfinden können.

Gegen die diesjährige Veranstaltung hatte sich auch Regierungschef Irakli Garibaschwili ausgesprochen. Er verwies auf die Gefahr von Auseinandersetzungen, weil derartige Demonstrationen "für einen Großteil der georgischen Gesellschaft inakzeptabel" seien. Die Äußerungen hatten für Kritik gesorgt. (afp/mf)

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