Polen hält weiter an der Forderung von Reparationszahlungen Deutschlands fest. Laut einem polnischen Gutachten handelt es sich dabei um 690 Milliarden Euro.

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Polens Präsident Andrzej Duda will die Frage deutscher Reparationen für den Zweiten Weltkrieg offen halten. "Nach meiner Auffassung sind die Reparationszahlungen kein erledigtes Thema", sagte Duda der "Bild am Sonntag" wenige Tage vor den deutsch-polnischen Regierungskonsultationen in Warschau.

Er verwies auf Gutachten des früheren Präsidenten Lech Kaczynski, der 2010 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war. Diese belegten, "dass die angerichteten Kriegsschäden in Polen nie ausgeglichen wurden".

690 Milliarden Euro gefordert

Die Gutachten beträfen insbesondere die Schäden in der Hauptstadt Warschau, die dem Boden gleich gemacht worden sei.

"Auch die Zwischenergebnisse des Expertenteams des Parlaments bestätigen, dass unsere Verluste nicht entschädigt wurden. Es ist dies also eine Frage von Wahrheit und Verantwortung", betonte Duda.

Laut "Bild" fordert das Expertenteam von Deutschland 690 Milliarden Euro. Die Bundesregierung weist solche Forderungen mit Hinweis auf einen polnischen Verzicht stets zurück.

Gedenkveranstaltung in Polen

Duda hatte sich erst am Dienstag in Berlin mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) getroffen. Bei einem Besuch Steinmeiers bei Duda in Warschau im Juni war verabredet worden, im nächsten Jahr gemeinsam an den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zu erinnern.

Nun ist dafür laut Duda ein vorläufiger Ort gefunden worden. Die große Gedenkveranstaltung soll in der zentralpolnischen Kleinstadt Wielun stattfinden. Hier seien die ersten deutschen Bomben gefallen, die große Verluste unter der Zivilbevölkerung verursachten, sagte Duda der Zeitung.

Der Zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939 mit dem Überfall Deutschlands auf Polen. (am/dpa)

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