Die Außenminister der rivalisierenden Regionalmächte Saudi-Arabien und Iran haben sich am Donnerstag in China zu Gesprächen getroffen. Der iranische Außenminister Hossein Amir-Abdollahian und sein Kollege aus Saudi-Arabien Faisal bin Farhan hätten in Peking "verhandelt und Meinungen ausgetauscht", teilte das iranische Außenministerium mit. Dabei sei es vor allem um die "offizielle Wiederaufnahme der bilateralen Beziehungen und Schritte zur Wiedereröffnung von Botschaften und Konsulaten in beiden Ländern" gegangen.

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Im März hatten sich die beiden Außenminister telefonisch zu einem Treffen im für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan verabredet, der im April endet. Beide Länder vereinbarten außerdem, ihre Botschaften wieder zu eröffnen und die wirtschaftlichen Beziehungen wiederzubeleben.

Das Abkommen war unter der Vermittlung Chinas zustande gekommen. Es war ein wichtiger Durchbruch für den chinesischen Präsidenten Xi Jinping, der verstärkt darauf drängt, dass China eine aktivere Rolle in internationalen Angelegenheiten spielt. Die Annäherung war international auf weitgehend positive Reaktionen gestoßen.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran lagen sieben Jahre lang auf Eis, nachdem Demonstranten im Iran saudische Botschaften angegriffen hatten. Die Entspannung zwischen Saudi-Arabien als größtem Erdölexporteur der Welt und dem wegen seines Atomprogramms vom Westen sanktionierten Iran könnte die Machtverhältnisse im Nahen Osten grundlegend verschieben.


  © AFP

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