Der Boden ist staubtrocken. In einigen Regionen Deutschlands herrscht die höchste Stufe der Waldbrandgefahr - und das bereits im April. Besserung ist vorerst nicht in Sicht.

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Wolkenloser Himmel und so gut wie kein Regen - nicht nur Gärtnern, Land- und Forstwirten bereitet das allmählich Sorgen. "Schon seit mehr als vier Wochen hat es kaum geregnet, in einigen Regionen herrscht bereits die höchste Stufe (fünf; Anm.d.Red.) der Waldbrandgefahr", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Dienstag.

Dies ist vor allem im Nordosten Deutschlands der Fall. Aber auch in weiten Teilen Süddeutschlands galt mindestens Warnstufe vier.

NRW: 400 Feuerwehrleute bekämpfen Waldbrand auf Fläche von 30.000 Quadratmetern

In Niedersachsen gab es am Dienstag bereits den zweiten Moorbrand innerhalb weniger Tage. Etwa 150 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen, berichtete der NDR.

In Nordrhein-Westfalen bekämpften bis zu 400 Feuerwehrleute einen Waldbrand auf einer Fläche von rund 30.000 Quadratmetern.

Sollten die Wetterverhältnisse der ersten Aprilhälfte andauern, könnte dieser April als einer der besonders trockenen in die Statistik eingehen. Bereits die Monate Januar bis März seien in Europa das wärmste erste Quartal seit 100 Jahren gewesen, hieß es vom DWD. Betrachtete man nur die Temperaturen für Deutschland allein, bleibt immer noch der dritthöchste Durchschnittswert seit 1881.

Vegetationsperiode hat zwei Wochen früher begonnen

Durch die milde Witterung im Winter hat nach DWD-Angaben die Vegetationsperiode in diesem Jahr bereits Mitte März und damit fast zwei Wochen früher als im vieljährigen Mittel begonnen. Nahezu zeitgleich habe eine sehr niederschlagsarme Witterung eingesetzt.

Den DWD-Berechnungen zufolge fielen vom 14. März bis zum 18. April vielerorts weniger als zehn Liter pro Quadratmeter. Zugleich sorgten an vielen Tagen Sonnenschein, sehr trockene Luft und zeitweise auch frischer bis starker Wind für hohe Verdunstungsraten von etwa sechs Litern pro Quadratmeter am Tag.

Der Wasserbedarf der Pflanzen war in diesem Zeitraum also deutlich höher als die Niederschlagsmenge und musste aus dem im Boden gespeicherten Wasser gedeckt werden.

Derzeit vor allem flachwurzelnde Pflanzen von der Trockenheit betroffen

Allerdings ist nach Angaben des DWD eine allmähliche Austrocknung der Böden mit Einsetzen der Vegetationsperiode im Frühling ein normaler Vorgang. In den meisten Regionen Deutschlands sei der Bodenwasserspeicher am Ende des Winters aufgefüllt.

In einem Jahr mit durchschnittlichen Niederschlägen sei der Wasserbedarf der Vegetation im Frühling und Sommer höher als die mittleren Niederschlagsmengen in diesem Zeitraum. Dadurch sänken die Feuchtigkeitswerte der Böden in den Schichten bis 60 Zentimeter Tiefe bis zum Ende des Sommers.

Derzeit sind vor allem flachwurzelnde Pflanzen von der Trockenheit betroffen. Pflanzen, deren Wurzeln tiefer als 20 Zentimeter in die Erde reichen, finden dagegen noch ausreichend Feuchtigkeit im Boden - auch dank eines sehr feuchten Februars mit vielen Niederschlägen.

DWD: "Die oberste Bodenschicht ist staubtrocken"

Zumindest bis zum Wochenende dürfte sich an dieser Situation wenig ändern: Bei zunehmend warmem Wetter erhöhen die sehr trockene Luft und kräftiger Ostwind die Verdunstung.

Die Bodenfeuchtigkeit dürfte daher weiter sinken, während die Waldbrandgefahr im Bereich des östlichen Niedersachsen bis nach Brandenburg sowie im Süden und Südwesten Deutschlands hoch bis sehr hoch ist. Erst am Wochenende könnte es örtlich zu Niederschlägen kommen.

"Die Regenmengen, mit denen wir ab dem Wochenende rechnen können, dürften aber vorerst nicht ausreichen, um die aktuelle Trockenheit flächendeckend und nachhaltig zu beenden", warnte Tobias Fuchs, Vorstand für Klima und Umwelt des DWD. "Die oberste Bodenschicht ist staubtrocken." (msc/dpa)

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