In den USA hängen Lieferanten von Amazon ihre Smartphones in Bäume. Was lustig klingt, hat einen bitterernsten Hintergrund.

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In Chicago spielen sich laut eines "Bloomberg"-Berichts dieser Tage kuriose Szenen ab. Demnach hängen Lieferfahrer von Amazon ihre Smartphones in Bäumen vor Whole-Foods-Geschäften und Lieferstationen auf.

Wie das amerikanische Nachrichtenunternehmen schreibt, verbirgt sich hinter der Aktion aber kein Scherz der Angestellten, sondern bitterernster Konkurrenzkampf: So will eine Gruppe von Angestellten schneller neue Aufträge des Versandhändlers annehmen, ehe diese die Kollegen erreichen.

Amazon-Lieferfahrer wollen Geld dazu verdienen

Hat Amazon einen neuen Auftrag, wird der Fahrer basierend auf einem einfachen System ausgewählt: wer dem Abholort am nächsten ist. Bisher warteten die Auslieferer in Fahrzeugen auf neue Aufträge, jetzt erhoffen sie sich durch noch mehr Nähe zu den Geschäften und Lieferstationen, Bestellungen anzunehmen, bevor sie mit anderen Fahrern konkurrieren müssten.

Mit im Baum sitzen die Auslieferer deswegen aber nicht - sie synchronisieren ihre Smartphones mit Zweitgeräten, leiten so das Signal weiter. Für viele Lieferanten ist dies die letzte Hoffnung, etwas mehr Geld zu verdienen: Die Coronakrise trifft die USA hart, die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei mehr als zehn Prozent.

Fahrer reichen Beschwerde bei Amazon ein

Wie "Bloomberg" weiter berichtet, passte die Smartphones-in-die-Bäume-hängen-Aktion konkurrierenden Fahrern überhaupt nicht. Einige hätten Beschwerden an Amazon weitergeleitet, heißt es. Der Versandhändler will die Angelegenheit prüfen.

Verwendete Quellen:

  • bloomberg.com: Amazon Drivers Are Hanging Smartphones in Trees to Get More Work
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