Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland auf den höchsten Wert seit Ende April gestiegen. Einem Bericht des Robert-Koch-Instituts zufolge hat dabei auch der Anteil der Fälle mit Infektionsort im Ausland zugenommen.

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Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland auf den höchsten Wert seit Ende April gestiegen. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 1.707 neue Corona-Infektionen. Das geht aus den Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom frühen Donnerstagmorgen hervor.

Höher lag die Zahl zuletzt am 26. April mit 1.737 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen wieder an.

Die Deutschen reisen wieder mehr ins Ausland

Grund dafür ist unter anderem, dass die Deutschen wieder mehr ins Ausland reisen. Wie das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstag schreibt, hat der Anteil der Fälle mit wahrscheinlichem Infektionsort im Ausland in den letzten Wochen deutlich zugenommen.

Im Zeitraum vom 20. Juli bis zum 16. August wurden dem Bericht zufolge in Deutschland insgesamt 15.942 Neuinfektionen gemeldet. Die meisten davon haben ihren Ursprung in Deutschland. Als weitere wahrscheinliche Infektionsländer wurden am häufigsten Länder des Westbalkans, die Türkei, Bulgarien, Spanien, Rumänien und Polen genannt.

In diesen Ländern stecken sich die Deutschen mit dem Coronavirus an

  • Deutschland: 9.519
  • Kosovo: 1.755
  • Türkei: 1.134
  • Kroatien: 786
  • Bulgarien: 322
  • Bosnien und Herzegowina: 297
  • Spanien: 222
  • Serbien: 211
  • Rumänien: 193
  • Polen: 163
  • Nordmazedonien: 161
  • Albanien: 152
  • Österreich: 101
  • Frankreich: 90
  • Italien: 79
  • Malta: 72
  • Andere: 685

Bei der Betrachtung der unterschiedlichen Altersgruppen sei laut RKI aufgefallen, dass unter den Fällen mit Angabe Kosovo und Türkei eher Kinder und Personen mittleren Alters betroffen seien, was auf mögliche Reisen im Familienverbund hinweise.

Quelle: The New England Journal of Medicine.

Hingegen seien bei den Fällen mit wahrscheinlichem Infektionsland Spanien und Kroatien eher Personen zwischen 20 und 24 Jahren betroffen, was wiederum eher auf Vergnügungstourismus hindeute.

Zehn weitere Todesfälle an einem Tag

Seit Beginn der Coronakrise haben sich mindestens 228.621 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 20.8., 0:00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.253. Seit dem Vortag wurden zehn Todesfälle mehr gemeldet. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 204.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (lh)

Mit Material der dpa

In einer früheren Version dieses Artikels wurde berichtet, dass sich 161 Personen in Mazedonien angesteckt hätten. Richtig ist, dass es sich um Nordmazedonien handelt. Wir haben den Fehler korrigiert.

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