• Der Lockdown hat begonnen, die neuen Regeln greifen ab sofort.
  • Wer um Weihnachten einen Besuch im Alten- und Pflegeheim plant, sollte auf alles eingestellt sein.
  • Das Mögliche werde zwar versucht, wird versichert, aber vielerorts ist die Situation angespannt.

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Die eigene Mutter oder den Vater, die im Seniorenheim untergebracht sind, an Weihnachten nicht zu besuchen: Das ist für viele undenkbar. Doch gehören Senioren zu den Risikogruppen.

Erst vor wenigen Tagen hatte eine Masseninfektion in einem Oberpfälzer Altenheim für Aufsehen gesorgt. Aus Brandenburg wiederum hieß es am Montag vom Gesundheitsministeriums, dass dort 70 der 341 Pflegeeinrichtungen von Corona betroffen sind: 165 Bewohner sind gestorben, 800 wurden positiv getestet.

Wird es dieses Jahr möglich sein, Verwandte im Alten- oder Pflegeheim zu besuchen? Bund und Länder haben in ihrem Beschluss vom Sonntag noch mal betont, dass in den Einrichtungen besondere Schutzmaßnahmen zu treffen sind. Was heißt das nun für Besuche?

Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage kann es nicht geben. Dafür sind die regionalen Infektionsgeschehen zu unterschiedlich. Gleiches gilt für die Hygienekonzepte der einzelnen Heime und was sie am Ende jeweils personell stemmen können.

Regionale Unterschiede, aber: Das Mögliche soll gemacht werden

"Ich würde grundsätzlich davon ausgehen, dass alle versuchen, das zu realisieren, was möglich ist", sagt Manfred Carrier von der Diakonie und fügt an: "Das kann aber von Landkreis zu Landkreis und Heim zu Heim - Stichwort Personalauslastung - unterschiedlich sein."

Klar ist: Keiner möchte die Bewohner gefährden, die oft zur Risikogruppe für schwere COVID-19-Verläufe zählen. Zugleich gibt es jedoch das große Bedürfnis auf beiden Seiten, seine Liebsten zu sehen. Dass Menschen sagten, man dürfe die Türen zu den Heimen nicht verrammeln, sei darum eine berechtigte Position, findet Carrier. "Es müssen Lösungen gefunden werden, die beides miteinander verbinden."

Keine pauschale Schließung

So äußern sich zwei der großen Träger zu dem Thema:

  • Caritas: "Alles, was möglich gemacht werden kann, wird möglich gemacht, das gilt auch für Besuche um Weihnachten."
  • Deutsches Rotes Kreuz (DRK): Die Situation in den Pflegeeinrichtungen sei gerade sehr angespannt, heißt es: "Die Frage, ob über Weihnachten Besuche ermöglicht werden können, beschäftigt derzeit natürlich jede Einrichtungsleitung." Man versuche, jegliche Hygienemaßnahmen einzuhalten und stelle die eigenen Hygienekonzepte kontinuierlich auf den Prüfstand. "Der Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner ist unser oberstes Ziel." Solange Besuche unter diesen Voraussetzungen denkbar sind und nicht behördlich verboten werden, versuchen die DRK-Einrichtungen, sie auch zu ermöglichen. Eine pauschale Schließung dürfe es nicht geben. Die "angeordnete Einsamkeit" zehre an der physischen und psychischen Gesundheit der Bewohner, ganz besonders in der Weihnachtszeit.

Mit Verboten rechnen und über Regeln informieren

Was die Träger aber auch betonen: Steigen die Fallzahlen in der Region oder gibt es einen Ausbruch im Heim, können die Besuche stark begrenzt oder ganz untersagt werden.

Wenn Besuche möglich sind, ist es wichtig, sich vorher bei der Einrichtung über die aktuellen Regeln zu erkundigen: beispielsweise das Tragen einer FFP2-Maske und die mögliche Begrenzung der Besucher auf eine Person am Tag. Auf keinen Fall sollte man spontan ins Heim kommen. "Informieren Sie sich im Vorfeld, was geht", rät die Caritas. "Und versuchen Sie, soweit es geht, die Besuche zu entzerren." (af/dpa)

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