Euphorie genießen
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In christlich geprägten Kulturen gelten die Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag traditionell als Fastenzeit. Auch wenn das heute nicht mehr flächendeckend im großen Stil gepflegt wird, nehmen doch viele diesen Brauch zum Anlass, auf bestimmte Dinge zu verzichten: zum Beispiel als mehrtägige Heilfastenkur, während der man keine feste Nahrung zu sich nimmt.
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Dem Heilfasten werden auch von wissenschaftlicher Seite immer mehr positive Effekte auf die Gesundheit zugeschrieben: Entgiftung der Zellen, Erholung bei Autoimmunerkrankungen oder Senkung des Blutdrucks etwa. Jedoch sollten Sie keinesfalls von heute auf morgen damit loslegen, sondern sich vorab gründlich über Voraussetzungen, Herangehensweisen und unterschiedliche Ansätze informieren.
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Fasten ist nicht für alle gleich gesund! Bei bestimmten Vorerkrankungen wird aus ärztlicher Sicht sogar davon abgeraten. Daher sollten Sie Ihr Vorhaben zunächst mit Ihrem Hausarzt besprechen und abklären, ob eine Fastenkur für Ihren Körper problemlos möglich ist.
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Private Fastenkuren dauern in der Regel fünf, zehn oder sogar 14 Tage (letzteres empfiehlt sich allerdings eher für Fastende mit Erfahrung oder professioneller Begleitung). Entscheidend für das Gelingen des Vorhabens ist vor allem das Timing. Legen Sie Ihren Verzicht auf einen Zeitraum ohne größere Verpflichtungen und planen Sie die Fastentage passend ein, inklusive Entlastungs- und Aufbautagen!
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Fasten kann je nach Jahreszeit leichter oder schwerer fallen. Im Winter hält man sich eher im Haus auf und es mangelt an Ablenkungsmöglichkeiten. Darüber hinaus neigen Fastende auch ohne niedrige Außentemperaturen schon zum Frösteln. Im Sommer hingegen können hohe Temperaturen den Organismus ganz ohne Nahrungsentzug schon belasten. Besser eignen sich Frühling oder Herbst.
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Darüber hinaus sollten Sie für Ihre Fastentage einen Zeitraum wählen, in denen Sie kein stressiges Projekt im Job stemmen müssen und auch keine gesellschaftlichen Ereignisse mit Festessen anstehen. Experten empfehlen, zumindest den Anfang des Fastens in den Urlaub zu legen. Entspannung, Entschleunigung und innere Einkehr gehören für viele zum Fasten dazu.
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Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, dass Sie auch wirklich durchhalten, erzählen Sie anderen von Ihrem Fasten-Vorhaben und schaffen Sie sich somit selbst eine Form von sozialer Kontrolle. Noch wirksamer ist es, gemeinsam mit anderen zu fasten, indem Sie sich zum Beispiel einer Fastengruppe anschließen und währenddessen in regelmäßigem Austausch bleiben.
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Fasten will gut organisiert sein. Vorher sollten Sie ein bis drei Tage lang nur noch leichte Kost zu sich nehmen. Während dieser sogenannten Entlastungstage stimmen Sie sich körperlich und geistig bereits auf das Fasten ein. In den Aufbautagen danach fangen Sie entsprechend klein wieder an: mit einem geriebenen Apfel. Hilfestellung beim Speiseplan können ausgewählte Fasten-Apps geben.
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Ehe es richtig losgeht mit dem Fasten, sollten Sie sämtliche Nahrungsmittel, die Sie nun ein paar Tage lang nicht essen möchten, aus dem Haus verbannen, um sich nicht in Versuchung zu führen. Sind Sie die einzige Person im Haushalt mit Fasten-Vorsatz, vermeiden Sie es zumindest, für den Rest der Familie zu kochen.
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Der Darmreinigung kommt während des Fastens eine besondere Bedeutung zu: Um möglichst effektiv zu fasten, weisen Experten darauf hin, dass der Darm vorher und währenddessen gründlich entleert sein sollte. Nachgeholfen wird mit Abführmitteln oder Einläufen. Ist alles draußen, stellt der Körper das Stoffwechselprogramm um.
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Trinken hilft gegen den Heißhunger, denn auch Flüssigkeit füllt den Magen. Trinken Sie bei Hungerattacken zunächst ein Glas Wasser. Schon während der Entlastungstage sollte viel getrunken werden. Ab Tag eins des Fastens gibt es dann nur noch Flüssigkeit - und zwar am besten drei bis vier Liter täglich. Es muss aber nicht nur Wasser sein! Aroma und Abwechslung sind erlaubt.
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Erfrischt, schmeckt und ist auch noch gesund: Lieblingsdrink vieler Fastender ist heißes Ingwerwasser mit Zitrone. Es hilft, den Appetit zu zügeln, und kommt nebenbei dem Immunsystem zugute. Zudem versorgt das Getränk den Körper mit wichtigen Mineralien und Vitaminen, die er während der Fastenperiode in der Regel kaum erhält.
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Neben der Fastenbrühe aus Gemüse, die Sie täglich schlürfen dürfen, sind auch Gemüsesäfte nach Gusto erlaubt: Rote Bete, Karotte, Sauerkraut, Tomate... Je mehr Abwechslung Sie sich gönnen, desto leichter fällt das Durchhalten. Zudem versorgen Sie Ihren Körper so auch mit verschiedenen Nährstoffen.
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Abwechslungsreich gestalten lässt sich der Getränkeplan vor allem mit Tee aus verschiedenen Mischungen und Sorten. Das heiße Getränk wirkt außerdem wohltuend gegen das Fasten-Frösteln. Zelebrieren Sie jeden Tag eine Tasse Tee zu einer bestimmten Uhrzeit. So haben Sie jeden Tag etwas, auf das Sie sich freuen können, wenn der Magen knurrt.
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Alkohol ist während des Fastens tabu, doch manche Methode erlaubt ausdrücklich ein Genussmittel: Kaffee (ohne Süßungsmittel und Milch, versteht sich)! In diesen Fällen wird eine Tasse hin und wieder sogar empfohlen: So lassen sich Kopfschmerzen durch Koffeinentzug vermeiden, der Kreislauf bleibt in Schwung, und Sie können sich so einen weiteren Genussmoment gönnen.
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Bei all der Flüssigkeitszufuhr während des Fastens sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Ihr Salzhaushalt nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Salzen Sie Gemüsesäfte und Brühe großzügig, möglicherweise haben sie sogar Bedarf an einem extra Löffel nebenbei!
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Sollte das Heißhungergefühl Sie überwältigen, gestatten manche Fasten-Varianten auch ausnahmsweise einen Löffel Honig. Versuchen Sie Ihren Magen jedoch vorher mit einem Getränk zu überlisten - oder mit Ablenkung ...
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Um nicht hungrig zu Hause zu sitzen und an Essen zu denken, eignet sich ein Spaziergang an der frischen Luft. Der hat neben dem Ablenkungseffekt noch andere Vorteile: Er bringt den Kreislauf auf Touren, die frische Luft hilft gegen eventuellen Fasten-Kopfschmerz und leichte Bewegung sollten Sie sich ebenfalls regelmäßig während des Fastens gönnen. Sport ist allerdings Tabu.
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Auch wenn es verlockend sein kann, während des Fastens Kaugummi zu kauen, auch um damit Mundgeruch zu tilgen, der beim Fasten entstehen kann, sollten Sie besser darauf verzichten. Durch die intensive Kaubewegung senden Sie falsche Signale an den Körper und er stellt sich wieder auf Nahrungsaufnahme ein. Das könnte dazu führen, dass Sie schneller hungrig werden.
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Versuchen Sie stattdessen, Ihre innere Haltung entsprechend zu steuern. Dabei kann die Fasten-Euphorie hilfreich sein, die nach zwei bis drei Tagen meist das Hungergefühl ablöst. Nutzen Sie diese Energie, erfreuen Sie sich an dem, was Sie gerade schaffen, und daran, dass Sie sich etwas Gutes tun. Ziehen Sie Motivation aus dem, was Sie erreicht haben.
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Es kann hilfreich sein, sich auf die positiven Auswirkungen des Fastens zu fokussieren. Sie müssen weniger Essen kaufen und kochen und die Küche hält sich fast von selbst sauber. Sowohl Zeit und Geld können Sie nun bewusst für anderes aufwenden und sich damit fürs Durchhalten beim Fasten belohnen!