• Lähmungen oder Probleme mit dem Sprechen können Anzeichen für einen Schlaganfall sein.
  • Eine frühzeitige Erkennung kann Betroffene häufig vor schlimmeren Folgen bewahren.
  • Ein spezieller Test ermöglicht es Angehörigen festzustellen, welche Symptome bei möglichen Betroffenen wie zu deuten sind.

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Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Erleidet jemand einen Schlaganfall, muss schnell reagiert werden. Denn die Zeit nach einem Schlaganfall entscheidet maßgeblich darüber, wie groß die Schäden im Gehirn des Betroffenen sind. Je später der Notarzt alarmiert wird, desto mehr verschlechtert sich die Prognose. Deshalb ist es sehr wichtig, einen Schlaganfall frühzeitig zu erkennen.

Aber wie? Wie die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mitteilt, vermeiden aufgrund der aktuellen Situation viele Menschen mit vorübergehenden Symptomen den Gang in die Klinik – weil sie dort eine Ansteckung mit dem Coronavirus fürchten. Das sei ein Fehler, denn oft folgten auf vorübergehende Attacken schwere Schlaganfälle, so die Stiftung.

Doch auch für Angehörige und Helfende sind die Symptome nicht immer gut erkennbar. Eine Bürde für diejenigen, die in einer solchen Situation schnell und richtig reagieren sollen, um das Leben des Betroffenen zu retten. In solchen Fällen kann der sogenannte FAST-Test helfen. Mit ihm lässt sich innerhalb kürzester Zeit der Verdacht auf einen Schlaganfall überprüfen – und so entsprechend schnell reagieren.

FAST-Test: Drei typische Symptome eines Schlaganfalls prüfen

Die Bezeichnung FAST steht für die englischen Begriffe Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit). Anhand dieser Faktoren sollen mögliche Symptome besser erkannt werden. Als häufigste Anzeichen eines Schlaganfalls gelten Sehstörungen, Sprach- und Sprachverständnisstörungen, Lähmungen und Taubheitsgefühle, Schwindel mit Gangunsicherheit sowie sehr starke Kopfschmerzen.

Um die wichtigsten Anzeichen für einen Schlaganfall bei einem Betroffenen zu überprüfen, gehen Sie wie folgt vor:

  • Face: Bitten Sie die Person zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin.
  • Arms: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, ein Arm sinkt oder dreht sich.
  • Speech: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.
  • Time: Zögern Sie nicht, wählen Sie unverzüglich die 112 und schildern Sie die Symptome.

Bei Schlaganfall-Verdacht keine Zeit verlieren

Mit diesen einfachen Fragen können Sie herausfinden, ob jemand einen Schlaganfall erlitten hat. Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat dazu auch eine kostenlose App mit dem Namen FAST-Test konzipiert.

Dabei wird anhand von Fragen überprüft, ob die Symptome einen Schlaganfall beschreiben. Die App wählt bei zutreffenden Ergebnissen direkt den Notruf. Erhältlich ist sie für die Betriebssysteme iOS und Android.

Mehr als 1,8 Millionen Menschen in Deutschland betroffen

1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben bereits mit den Folgen eines Schlaganfalls. Er ist die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter. Rund 60 Prozent der Betroffenen sind dauerhaft auf Therapie, Hilfsmittel oder Pflege angewiesen. Mehr als 30 Prozent erleiden zudem eine Sprachstörung oder eine Depression.

Das bleibt nicht ohne Folgen: „Es führt dazu, dass viele Betroffene vereinsamen“, so Liz Mohn, Präsidentin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Doch gerade in der Vereinsamung steigt die Gefahr erneut. Laut einer Langzeitstudie des Uniklinikums Essen zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben sozial isolierte Menschen ein um mehr als 40 Prozent erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und – eben auch wieder – Schlaganfälle.

Hilfe für Schlaganfall-Patienten wichtiger denn je

Die Stiftung bildet deshalb seit geraumer Zeit ehrenamtliche Schlaganfall-Helferinnen und -Helfer aus. Diese sollen soziale Dienste vor Ort unterstützen, aber eben auch Betroffenen im Alltag zur Seite stehen, bei Tätigkeiten im Haushalt sowie beim Sprechen und Bewegen. Aufgrund der aktuellen Situation werden die Schulungen auch online durchgeführt. Wer sich für ein solches Engagement interessiert, findet weitere Informationen zur Ausbildung auf der Website der Stiftung selbst.

(Update: ncs)

Verwendete Quellen:

  • Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
  • Uniklinikum Essen: Heinz-Nixdorf-Recall-Studie
  • Deutsche Presse Agentur