Scharlach gehört zu den klassischen Kinderkrankheiten und löst oft eine wahre Epidemie in Kindergärten aus. Denn die Infektionskrankheit ist äußerst ansteckend und bricht manchmal sehr plötzlich aus. Mehr über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten erfahren Sie hier.

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Was ist Scharlach?

Scharlach ist eine Kinderkrankheit, die hochansteckend ist. Fälschlicherweise denken viele, Scharlach würde durch Viren ausgelöst. Ursachen der Krankheit sind jedoch Bakterien, genauer gesagt A-Streptokokken, die Giftstoffe produzieren und dadurch die typischen Symptome in Gang setzen.

Streptokokken sind an sich noch keine Gefahr, denn während der Erkältungszeit im Herbst und Winter können sie bei etwa jedem Fünften im Rachen nachgewiesen werden. Nur die spezielle Form der Bakterien löst die Krankheit aus, die unbehandelt einen schweren Verlauf nehmen kann.

Scharlach tritt überwiegend bei Kindern zwischen dem 4. und 7. Lebensjahr auf, doch auch Erwachsene können sich anstecken. Bei Erwachsenen kann die Krankheit aufgrund der späten Erkennung sogar länger dauern. Auch besteht ein erhöhtes Risiko, dass im Verlauf Komplikationen auftreten. Wer während der Schwangerschaft an Scharlach erkrankt, muss jedoch keine Gefahr für das Baby befürchten. In der Regel lässt sich die Infektion gut behandeln und hat keine Folgen für Mutter und Kind. Säuglinge sind bis zum 6. Lebensmonat durch den sogenannten Nestschutz, eine Immunität gegen Infektionskrankheiten, die durch mütterliche Antikörper vermittelt wird, vor einer Ansteckung geschützt.

Anders als andere Kinderkrankheiten kann Scharlach immer wieder kommen. Wer als Kleinkind Scharlach hatte, ist vor einer erneuten Infektion nicht geschützt. Vorsicht ist also immer angeraten, wenn im Kindergarten und engeren Umfeld ein Scharlach-Fall bekannt wird. Meldepflichtig ist Scharlach nicht. Allerdings haben hier die einzelnen Bundesländer ihre eigene Regelung.

Wie verläuft die Ansteckung bei Scharlach?

Eine Scharlacherkrankung ist äußerst ansteckend. Tritt Scharlach im engeren Umfeld auf, läuft die Verbreitung recht schnell. Denn die Übertragung ist beim Niesen, Husten oder schon beim Sprechen leicht passiert. In der Regel erfolgt die Ansteckung über eine Tröpfcheninfektion, eher selten wird Scharlach durch Schmierinfektion weitergegeben.

Wie lange ist man bei Scharlach ansteckend? Das richtet sich danach, ob eine Antibiotika-Behandlung erfolgt oder nicht. Schon 48 Stunden nach Beginn der Behandlung mit den Medikamenten sind die Betroffenen nicht mehr ansteckend. Kinder dürfen nach zwei Tagen sogar wieder in den Kindergarten gehen. Ohne Antibiotika besteht jedoch bis zu vier Wochen noch Ansteckungsgefahr.

Da es keine Impfung gegen Scharlach gibt, ist die beste Vorbeugung, den Kontakt zu erkrankten Personen zu meiden und vermehrt auf Hygiene zu achten. Das heißt: häufiger die Hände gründlich waschen. Eine Scharlach-Prophylaxe durch Antibiotika ist nicht notwendig. Die Medikamente werden nur für erkrankte Personen empfohlen.

Was sind die Scharlach-Symptome?

Scharlach erkennen Sie an folgenden Anzeichen, die meist nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Tagen auftreten:

  • Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • Husten
  • Gliederschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Übelkeit
  • plötzliches hohes Fieber
  • Himbeerzunge
  • geschwollene Lymphknoten im Halsbereich
  • weißlicher Zungenbelag
  • eitriger Belag im Rachen
  • geschwollene, gerötete Mandeln
  • süßlicher Mundgeruch
  • Hautausschlag mit stecknadelkopfgroßen, roten Flecken am ganzen Körper

Anfangs treten plötzlich Erkältungssymptome auf. Erst im weiteren Verlauf entwickelt die Zunge die charakteristische Färbung und der Ausschlag breitet sich aus. Der Ausschlag juckt in den meisten Fällen nicht, kann jedoch vereinzelt auch Juckreiz auslösen. Im Gesicht bleibt der Bereich um den Mund jedoch blass. Trotz Übelkeit sind Erbrechen und Durchfall bei Scharlach eher selten.

Bei Erwachsenen kann Scharlach auch ohne Ausschlag, Fieber und die typische Himbeerzunge ablaufen. Deshalb wird die Erkrankung manchmal nicht gleich erkannt und mit einem grippalen Infekt oder einer herkömmlichen Mandelentzündung verwechselt, wodurch sich das Risiko auf Spätfolgen erhöht.

Sehr tückisch: Sie können den Scharlach-Erreger in sich tragen, ohne Symptome zu entwickeln. Deshalb kommt es vor, dass die Übertragung über Dritte abläuft. Um an Scharlach zu erkranken, müssen Sie also nicht einmal direkten Kontakt zu einer kranken Person haben.

Wie stellt der Arzt die Scharlach-Diagnose?

Bei Kindern fällt die Diagnose oft recht leicht, denn die Himbeerzunge und der Ausschlag am Körper sind typisch für Scharlach und vom Arzt gleich zu erkennen.

Sind die Symptome nicht ganz eindeutig, ermöglicht ein Schnelltest die Bestimmung der A-Streptokokken. Zur Diagnostik muss der Arzt lediglich einen Abstrich von Zunge oder Rachen machen. Liefert auch dieser Test keine eindeutigen Ergebnisse, kann zusätzlich eine Blutuntersuchung nötig sein.

Wie verläuft die Scharlach-Behandlung?

Da Scharlach durch Bakterien ausgelöst wird, sind Antibiotika ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Hier hat sich vor allem Penicillin bewährt, das den Erreger erfolgreich bekämpft. Da das Mittel jedoch allergische Reaktionen hervorrufen kann, gibt es auch Alternativen. Wie lange Antibiotika eingenommen werden müssen, richtet sich nach dem verordneten Wirkstoff. In der Regel dauert die Behandlung 10 Tage. Wichtig ist, die Therapie nicht eigenständig vorzeitig abzubrechen, sobald sich die Beschwerden bessern.

Zusätzlich sollten sich die Erkrankten schonen und am besten im Bett ausruhen. Um den Husten zu lösen, ist viel Trinken wichtig. Außerdem kann feuchte Raumluft die Hustenanfälle lindern. Gegen die allgemeinen Krankheitssymptome helfen Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente. Gurgeln lindert die Beschwerden im Rachenraum.

Unbehandelt kann Scharlach schwere Spätfolgen mit sich bringen oder zur Lungenentzündung oder Herzmuskelentzündung führen. Vier Wochen nach der Erkrankung kann rheumatisches Fieber auftreten, das Schäden an Herz, Gehirn, Gelenken und Nieren verursachen kann. (tsch)

Verwendete Quellen:

  • Robert Koch Institut: "Streptococcus pyogenes-Infektionen"
  • Apotheken.de: "Scharlach"
  • Netdoktor: "Scharlach"
  • Infektionsschutz.de: "Scharlach"