Eine neue Studie scheint das Klischee vom schlauen Brillenträger zu bestätigen. Gebildete Menschen seien häufiger kurzsichtig und damit gezwungen eine Brille zu tragen.

Wissenschaftler der Universität Mainz haben den Zusammenhang zwischen Kurzsichtigkeit und kognitiven Fähigkeiten untersucht. Ihre Forschungsergebnisse wurden im Fachmagazin "Investigative Ophtalmology & Visual Sciene" veröffentlicht.

Kosten, Risiken, Schmerzen: Vor- und Nachteile der gängigen Methoden.

Über den sogenannten Turm-von-London-Test, kurz TOL-Test, prüften die Forscher den Zusammenhang zwischen Intelligenz und Kurzsichtigkeit. In dem 20-minütigen Prozedere wird die Fähigkeit des logischen Denkens gemessen. Außerdem werden die Kompetenz Probleme zu lösen sowie die Planungsfähigkeit untersucht.

Stark kurzsichtige Menschen erreichten die besten Testergebnisse

Von insgesamt 4.000 Teilnehmern zwischen 40 und 79 Jahren erreichten die kurzsichtigen Teilnehmer einen durchschnittlichen Wert von 14. Die restlichen Teilnehmer erreichten einen Durchschnittswert von 12,9.

Ebenfalls bemerkenswert: Je höher der Dioptrienwert lag, desto besser waren auch die Testergebnisse. Stark kurzsichtige Teilnehmer mit mehr als sechs Dioptrien erreichten einen Durchschnittswert von 14,6.

Bildung spielt die größte Rolle für die Lösung des Tests

Um diesen scheinbaren Zusammenhang zwischen Kurzsichtigkeit und besseren Testergebnissen weiter zu untersuchen, berücksichtigten die Forscher ebenfalls das Bildungsniveau der Probanden. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Anzahl der Bildungsjahre in einem stärkeren Zusammenhang mit der Kurzsichtigkeit steht als die reine kognitive Leistung.

Erst durch den Einfluss der Bildung konnten die Forscher den Zusammenhang zwischen Intelligenz und Kurzsichtigkeit plausibel herstellen.

In weiteren Studien wollen die Wissenschaftler an der Universität Mainz nun die direkten Ursachen für diesen Zusammenhang aufschlüsseln.