Ein Sturz mit dem Fahrrad, ein Aufprall beim Sport oder ein Schlag auf den Kopf - es gibt viele Möglichkeiten eine Gehirnerschütterung zu bekommen. Viele unterschätzen jedoch ihre Gefahren. Erfahren Sie in diesem Artikel alles Wissenswerte zu Entstehung, Symptomen und Behandlung einer Gehirnerschütterung.

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Die Gehirnerschütterung zählt zu den häufigsten Kopfverletzungen und tritt meist in Folge von Unfällen im Straßenverkehr, Sport oder Haushalt auf. Ärzte bezeichnen sie als eine leichte Form des Schädel-Hirn-Traumas (SHT), fachsprachlich auch Commotio cerebri genannt. Dabei handelt es sich um eine Verletzung des Gehirns ohne bleibende Schädigung.

Wie entsteht eine Gehirnerschütterung?

Normalerweise ist unserer Gehirn innerhalb des Schädels durch eine Flüssigkeit vor Verletzungen durch einen Aufprall geschützt. Kommt es jedoch zu einer schlagartigen Gewalteinwirkung am Kopf, kann die Flüssigkeit den Stoß nicht abfangen und das Gehirn schlägt an die Schädelknochen. Die Folge: Eine Gehirnerschütterung.

Je nach Schwere und Verlauf der Verletzung, lässt sich ein Schädel-Hirn-Trauma in drei Formen einteilen. Die Commotio cerebri ist die leichteste Form und hinterlässt in der Regel keine bleibenden Schäden. Allerdings kann sie eine Reihe von Beschwerden nach sich ziehen, die über einen längeren Zeitraum anhalten können.

Wie macht sich ein Schädel-Hirn-Trauma bemerkbar?

Zu ihren wichtigsten Kennzeichen zählt eine vorübergehende Bewusstlosigkeit. Die Dauer der Bewusstlosigkeit weist dabei auf die Schwere der Hirnschädigung hin. "Hält die Bewusstlosigkeit länger als etwa 15 Minuten an, sollte man von einem schwerwiegenderen Schädel-Hirn-Trauma ausgehen", so Dr. Jürgen Herzog, Chefarzt an der Schön Klinik München Schwabing.

Charakteristisch für eine Gehirnerschütterung sind außerdem kurze Erinnerungslücken (Amnesie). Diese können die Zeit während des Unfallgeschehens sowie die Stunden danach betreffen. Es ist aber auch möglich, dass der Betroffene sich nicht an Zeiträume vor dem Ereignis erinnern kann.

Weitere Symptome als Folge einer Gehirnerschütterung können neben Müdigkeit, Kopf- und Nackenschmerzen auch Kreislaufbeschwerden, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sein. Manche Menschen reagieren darüber hinaus empfindlich auf Licht oder Geräusche. Auch der Geschmacks- oder Geruchssinn kann vorübergehend verändert sein.

Das Interessante: Die Symptome einer Gehirnerschütterung können unmittelbar nach dem Unfall, aber auch erst mehrere Stunden nach dem Ereignis auftreten.

Wie muss man sich nach einem Schlag auf den Kopf verhalten?

"Im Sinne der eigenen Gesundheit ist ein Arztbesuch nach einem Schlag auf den Kopf immer ratsam", so Herzog. "Denn als Folge eines Schädel-Hirn-Traumas kann es zu lebensgefährlichen Hirnblutungen oder Hirnquetschungen kommen."

Die Schwere eines Schädel-Hirn-Traumas wird durch verschiedene Maßnahmen eingeschätzt. Zunächst befragt der der Arzt seinen Patienten zum Unfallhergang und zu seinen Beschwerden (Anamnese). Ist der Verletzte bewusstlos oder erinnert sich nicht an das Ereignis, kann eine Befragung der Begleitperson helfen.

Mithilfe der sogenannten Glasgow-Coma-Scale werden anschließend die Reaktionen des Patienten auf äußere Reize oder verbale Aufforderungen beurteilt. Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung ebenso wie eine intensive neurologische Untersuchung, die auf Funktionsstörungen des Nervensystems hinweisen kann.

Zum Ausschluss oder Nachweis von Knochenbrüchen kann eine Röntgenuntersuchung notwendig sein. Vermutet der Arzt schwere Verletzungen, können weitere Untersuchungen wie eine Computertomografie (CT) oder die Messung der elektrischen Hirnströme im Elektroenzephalogramm (EEG) folgen.

Wie wird eine Gehirnerschütterung behandelt?

Ergibt die Untersuchung beim Arzt keine schweren Verletzungen, ist eigentlich keine spezielle Behandlung mehr notwendig. Durch vom Arzt verschriebene, leichte Schmerzmittel oder Medikamente gegen Übelkeit lassen sich jedoch die Symptome einer Gehirnerschütterung lindern.

Herzog empfiehlt: "Es ist außerdem ratsam, sich für einige Tage körperlich und geistig zu schonen. Gönnen Sie Ihren Augen zudem ein bisschen Ruhe und lassen Sie den Fernseher während dieser Zeit ausgeschaltet." Auch auf Aktivitäten wie Lesen oder Computerspiele sollte verzichtet werden, rät der Experte. "Beides könnte die Beschwerden verschlimmern."

Idealerweise wird der Patient während der ersten 24 Stunden nicht alleine gelassen. Verschwinden die Beschwerden innerhalb einiger Tage nicht von alleine oder sollten neue Symptome hinzukommen, ist ein erneuter Arztbesuch notwendig. Generell sollte der Betroffene nach einer gewissen Erholungszeit jedoch schnell wieder am normalen Alltags- und Berufsleben teilnehmen.

Was kann passieren, wenn man eine Gehirnerschütterung nicht auskuriert?

Bleiben die Beschwerden nach einem Schädel-Hirn-Trauma über mehrere Wochen oder Monate bestehen, kann Herzog zufolge ein sogenanntes postkommotionelles Syndrom vorliegen. Dabei kann es sich um Apathie, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erschöpfung oder Konzentrationsstörungen handeln. "Das Syndrom erfordert in erster Linie viel Aufklärung der Patienten und Geduld ", so Herzog. "Meist verschwindet es jedoch nach und nach von alleine."

Verwendete Quellen:

  • tk.de: "Was ist eine Gehirn­er­schüt­te­rung?"
  • barmer.de: "Gehirnerschütterung"
  • Dr. Jürgen Herzog, Chefarzt an der Schön Klinik München Schwabing
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