Der Stern Beteigeuze beschäftigt die Forscher weiterhin. Der Schulterstern des Orion ist nach neuesten Erkenntnissen nun doch nicht so groß wie gedacht, dafür der Erde viel näher - und noch weit von einem Schicksal als Supernova entfernt.

Mehr Weltraumthemen finden Sie hier

Beteigeuze hat es in den vergangenen Monaten immer wieder in die Schlagzeilen geschafft. Die Helligkeit des Sterns schwankte ungewöhnlich stark, deswegen vermuteten Forscher eine bevorstehende Explosion, eine Supernova. Das Rätsel darum ist inzwischen gelöst, doch der Schulterstern des Orion steht weiter im Fokus der Wissenschaft.

Nun haben Forscher der Australian National University (ANU) und des Konkoly Observatoriums in Budapest herausgefunden, dass Beteigeuze bei weitem nicht so groß ist, wie bislang angenommen, dafür aber näher an der Erde liegt. Ihre Ergebnisse wurden im "The Astrophysical Journal" veröffentlicht.

Beteigeuze deutlich näher an der Erde als angenommen

Da der Stern einer der hellsten am Nachthimmel ist, ist eine genaue Einschätzung der Größe und des Abstandes zur Erde mithilfe von Teleskopen schwierig. Bislang nahm man an, dass sich Beteigeuze von der Größe her, bezogen auf unser Sonnensystem, bis auf die Jupiter-Umlaufbahn ausdehnen würde. Die neueste Studie legt aber laut László Molnár, dem Co-Autor der Studie, nahe, dass der Stern nur etwa zwei Drittel so groß sein kann – was aber immer noch dem 750-fachen Radius unserer Sonne entspräche.

Unter Annahme der neuen Größe konnten die Forscher auch eine neue Entfernung zur Erde berechnen: Beteigeuze ist demnach mit 530 Lichtjahren rund 25 Prozent näher an unserem Sonnensystem als bislang angenommen. Und dieser Abstand wäre immer noch ausreichend, um die Erde vor den Auswirkungen einer bevorstehenden Supernova zu bewahren – auch dazu konnten die Forscher neue Erkenntnisse gewinnen.

Forscher erwarten Explosion des Roten Riesen erst in 100.000 Jahren

Mithilfe von Daten, die mit dem Solar Mass Ejection Imager, einem Satelliten im All, gesammelt wurden, konnten die Forscher um Studienleiterin Meridith Joyce Informationen über das weitere "Leben" des Roten Riesen sammeln.

Sie kommen zu einem klaren Ergebnis: "Momentan verbrennt Beteigeuze in seinem Kern Helium, was bedeutet, dass er noch weit von einer Explosion entfernt ist", erklärt Joyce.

Doch es wäre eine "große Sache", wenn es zur Supernova käme – und Beteigeuze sei der am "naheliegendste Kandidat". Doch laut Joyce muss die Menschheit darauf wohl noch eine ganze Weile warten: "Es könnte ungefähr noch 100.000 Jahre dauern, bevor der Stern explodiert."

Verwendete Quellen:

  • CNN: Betelgeuse, the unusually dimming star, is smaller and closer than scientists thought
  • Sciencalert: Betelgeuse Is Neither as Far Nor as Large as We Thought, And It's a Total Bummer
Interessiert Sie, wie unsere Redaktion arbeitet? In unserer Rubrik "Einblick" finden Sie unter anderem Informationen dazu, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte kommen.
Bildergalerie starten

Planeten des Sonnensystems: So schön sind Mars, Jupiter und Saturn

Mars, Jupiter, Saturn: Sonden schicken seit Jahrzehnten beeindruckende Bilder der Planeten unseres Sonnensystems zurück zur Erde. Hinweis: Diese Bildergalerie ist aus unserem Archiv und wird ständig aktualisiert.