Sensationsfunde: Diese Schätze erstaunen nicht nur Forscher

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Ob antike Tempel, Goldschätze oder Dinosaurierknochen: Immer wieder bringen die Tiefen der Erde und des Meeres sensationelle Funde zum Vorschein. Hier sind die spektakulärsten Entdeckungen der vergangenen Jahre.

Archäologen haben in der bekannten Grabstätte Sakkara weitere gut erhaltene Sarkophage aus altägyptischer Zeit entdeckt. Insgesamt sind 59 Särge gefunden worden, die seit fast 2.600 Jahren verschlossen sind.
Sie sind in sehr gutem Zustand und ihre Originalfarbe ist erhalten geblieben. Die hölzernen Sarkophage waren in Grabkammern gelagert. Sie gehörten zu Priestern und hohen Offiziellen.
Der ägyptische Antikenminister Chalid al-Anani war bei der Öffnung eines Sarges dabei. Die Mumie habe ausgesehen, "als wäre sie erst gestern mumifiziert worden".
Bereits im Sommer 2020 machten Taucher des "Badewanne Diving Teams" an der Mündung des Finnischen Meerbusens eine überraschende Entdeckung: Sie fanden das Wrack eines niederländischen Handelsschiffs aus dem 17. Jahrhundert.
Auch nach 400 Jahren auf dem Meeresgrund ist das Schiff nur leicht beschädigt. Es gibt nur wenige Orte auf unserem Planeten, wo Wracks aus Holz für Jahrhunderte überdauern können. Dort gibt es keine chemischen, biochemischen oder biologischen Zerfallsprozesse.
Ein sensationeller Fund ist dem Microsoft-Gründer Paul Allen und seinem Team im Jahr 2018 gelungen: Fast 76 Jahre lang liegt das Wrack des Flugzeugträgers USS Lexington am Meeresgrund.
Das Expeditionsteam stieß 800 Kilometer vor der australischen Küste in einer Tiefe von 3.000 Metern auf die Überreste des von japanischen Bomben und Torpedos schwer beschädigten Schiffs.
Der Flugzeugträger ist eines der größten Schiffe, die im Zweiten Weltkrieg versenkt wurden. Im Kampf im Korallenmeer hielt es 1942 zusammen mit anderen US-Flugzeugträgern die japanische Flotte davon ab, weiter auf Neuguinea und Australien vorzurücken.
Große Hoffnungen um nichts? 2015 hatten Radarmessungen hinter einer Wand im Grab von Tutanchamun zwei weitere Kammern ausfindig machen können. Die Wissenschaftswelt war in heller Aufregung: Das Grab von Nofretete? Doch die neusten Erkenntnisse enttäuschen die Forscher. Nach weiteren Messungen musste man im Mai 2018 feststellen: Die Kammern waren nur ein Trugschluss.
Schon länger ist die antike Stadt Perperikon in Bulgarien ein Ausgrabungsort. Im September 2017 hat man einen Fund beeindruckender Größe freigelegt: eine riesige Nekropolis (Totenstadt). Überreste von Menschen mehrerer Epochen wurden hier bestattet. Die ältesten stammen aus der Kupferzeit. Perperikon ist heutzutage eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Bulgarien.
Er ist zwei Zentimeter klein und eine Riesenüberraschung: Zum ersten Mal entdeckten Forscher im September 2017 in Baden-Württemberg Reste eines Meteoriten. Der Splitter stamme von dem großen Meteoriten, der vor etwa 15 Millionen Jahren einen Riesenkrater bei Heidenheim verursachte. Man war davon ausgegangen, dass er vollständig verdampft war.
Der Meteoritensplitter war in einem Kalksteinblock aus dem Meteorkrater verborgen. Museumsbesucher konnten diesen Stein berühren, vermutlich bildeten sich dadurch im Laufe der Zeit Risse. Aus Sicherheitsgründen wurde ein Teil des Kalksteins entfernt, sodass durch Zufall diese Sensation zum Vorschein kam.
Von ihm fehlte über 70 Jahre lang jede Spur. Der US-Kreuzer "USS Indianapolis" sank im Zweiten Weltkrieg binnen weniger Minuten. Von den knapp 1.200 Menschen überlebten nur wenige. Viele ertranken, wurden in den nächsten Tagen von Haien gefressen oder verdursteten. Im August 2017 fand ein Team um Paul Allen das Wrack in fünf Kilometern Tiefe.
Die Ausgrabungen auf dem 7.000 Quadratmeter großen Areal in der Nähe von Lyon feiern Archäologen als "kleines Pompeji". Im August 2017 gingen die Bilder von den außergewöhnlich gut erhaltenen Ruinen um die Welt. Die Bewohner haben die Gegend vermutlich nach einer Reihe von Bränden fluchtartig verlassen. Einstürzende Dächer und Stockwerke begruben die Einrichtung und konservierten sie.
Manchmal liegt die Sensation weder tief in der Erde noch unter Wasser. Im Landesmuseum in Hannover haben Forscher im August 2017 beinahe zufällig im Bestand eine bisher unbekannte Schwimmsaurier-Art gefunden. Der sogenannte Lagenanectes richterae wurde bis zu acht Meter lang und hatte einen ungewöhnlich langen Hals. Und das war nicht die einzige Neuigkeit in Hannover: Schon eine Woche zuvor hatten die Wissenschaftler durch eine neue Technik herausgefunden, dass ein anderes, bislang nicht erforschtes Fossil im Archiv trächtig war.
Im Juni 2017 wurden in Mecklenburg-Vorpommern gleich zwei Mal Schätze aus der Wikingerzeit entdeckt. Erst wurde der Anhänger links im Bild bei Neubukow gefunden. Wenige Tage später tauchte ein ähnlicher Schatz in der Nähe von Parsewalk auf. Die ehemals vergoldeten Bronzeobjekte sind mehr als 1.000 Jahre alt.
Im Juni 2017 wurde der Homo sapiens auf einen Schlag um 100.000 Jahre älter. In Marokko fanden Forscher Knochen des ältesten jemals entdeckten Homo sapiens. Bislang stammten die ältesten Funde aus Äthiopien und wurden auf rund 195.000 Jahre datiert.
Besonders bemerkenswert sei sein "menschliches Antlitz", wie der beteiligte französische Forscher Jean-Jacques Hublin meint. "Das Gesicht eines dieser frühen Homo sapiens ist das Gesicht von jemandem, den man in der U-Bahn treffen könnte", sagte der Paläontologe.
Es war die Meldung des Tages in Litauen. Als im März 2017 die Unabhängigkeitserklärung des Landes wieder auftauchte, stand die Nation Kopf. Nach 99 Jahren wurde eine verschollene Abschrift der Erklärung im Archiv des Auswärtigen Amtes in Berlin entdeckt.
Eigentlich waren die Experten im März 2017 in Kalkriese bei Osnabrück auf der Suche nach Bolzengeschossen oder Schwertresten. Doch dann schlugen die Metallsuchgeräte Alarm. 200 römische Silbermünzen versteckten sich nur wenige Zentimeter tief im Boden.