Sensationsfunde: Diese Schätze erstaunen nicht nur Forscher

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Ob antike Tempel, Goldschätze oder Dinosaurierknochen: Immer wieder bringen die Tiefen der Erde und des Meeres sensationelle Funde zum Vorschein. Hier sind die spektakulärsten Entdeckungen der vergangenen Jahre.

Schon seit Jahren erkundet das griechische Kultusministerium die Region rund um die Inselgruppe Fourni. Allein 2015 entdeckte man hier 20 Schiffswracks. In den vergangenen Jahren kamen noch einige dazu. 58 Schiffe fand man bislang dort am Meeresgrund, viele davon um die 2.000 Jahre alt. Es ist vermutlich die dichteste Ansammlung alter Schiffswracks, die je im gesamten Mittelmeer gefunden wurde.
Diese fast drei Meter hohen Pferdeskulpturen aus Bronze standen einst vor Hitlers Reichskanzlei in Berlin. Nach Kriegsende wurden sie in den russischen Sektor überführt und waren seit der Wende verschollen. 2015 wurden sie wiederentdeckt, als die Polizei bei einer Razzia auf die Skulpturen stieß. Auf dem Schwarzmarkt sollen die Werke für bis zu vier Millionen Euro angeboten worden sein. Mittlerweile gelten sie als Eigentum des Staates, wie das Berliner Verwaltungsgericht entschied.
Als der Taucher Brent W. Brisben diesen Fund hob, konnte er seine Freude nicht mehr im Zaum halten. Vor der Küste Floridas stießen er und sein Sohn auf das Schiff "Capitana" der spanischen Flotte, dass 300 Jahre zuvor in einen Sturm geriet und sank. Bei der fünftätigen Bergungsaktion fanden die Schatzsucher im Juni 2015 insgesamt 350 Münzen. Schätzungen zufolge ist der gesamte Fund etwa vier Millionen Euro wert.
Die Ausgrabungen auf dem 7.000 Quadratmeter großen Areal in der Nähe von Lyon feiern Archäologen als "kleines Pompeji". Im August 2017 gingen die Bilder von den außergewöhnlich gut erhaltenen Ruinen um die Welt. Die Bewohner haben die Gegend vermutlich nach einer Reihe von Bränden fluchtartig verlassen. Einstürzende Dächer und Stockwerke begruben die Einrichtung und konservierten sie.
Es war die Meldung des Tages in Litauen. Als im März 2017 die Unabhängigkeitserklärung des Landes wieder auftauchte, stand die Nation Kopf. Nach 99 Jahren wurde eine verschollene Abschrift der Erklärung im Archiv des Auswärtigen Amtes in Berlin entdeckt. Mittlerweile hat die Bundesrepublik das Dokument an Litauen verliehen, wo es nun ausgestellt zu sehen ist.
Im Juni 2017 wurde der Homo sapiens auf einen Schlag um 100.000 Jahre älter. In Marokko fanden Forscher Knochen des ältesten jemals entdeckten Homo sapiens. Bislang stammten die ältesten Funde aus Äthiopien und wurden auf rund 195.000 Jahre datiert.
Besonders bemerkenswert sei sein "menschliches Antlitz", wie der beteiligte französische Forscher Jean-Jacques Hublin meint. "Das Gesicht eines dieser frühen Homo sapiens ist das Gesicht von jemandem, den man in der U-Bahn treffen könnte", sagte der Paläontologe.
Von ihm fehlte über 70 Jahre lang jede Spur. Der US-Kreuzer "USS Indianapolis" sank im Zweiten Weltkrieg binnen weniger Minuten. Von den knapp 1.200 Menschen überlebten nur wenige. Viele ertranken, wurden in den nächsten Tagen von Haien gefressen oder verdursteten. Im August 2017 fand ein Team um den kürzlich verstorbenen Microsoft-Mitgründer Paul Allen das Wrack in fünf Kilometern Tiefe.
Manchmal liegt die Sensation weder tief in der Erde noch unter Wasser. Im Landesmuseum in Hannover haben Forscher im August 2017 beinahe zufällig im Bestand eine bisher unbekannte Schwimmsaurier-Art gefunden. Der sogenannte Plesiosaurier wurde bis zu 8 Meter lang und hatte einen ungewöhnlich langen Hals. Und das war nicht die einzige Neuigkeit in Hannover: Schon eine Woche zuvor hatten die Wissenschaftler durch eine neue Technik herausgefunden, dass ein anderes, bislang nicht erforschtes Fossil im Archiv trächtig war.
Große Hoffnungen um nichts? 2015 hatten Radarmessungen hinter einer Wand im Grab von Tutanchamun zwei weitere Kammern ausfindig machen können. Die Wissenschaftswelt war in heller Aufregung: Das Grab von Nofretete? Doch die neusten Erkenntnisse enttäuschen die Forscher. Nach weiteren Messungen musste man im Mai 2018 feststellen: Die Kammern waren nur ein Trugschluss.
Eigentlich waren die Experten im März 2017 in Kalkriese bei Osnabrück auf der Suche nach Bolzengeschossen oder Schwertresten. Doch dann schlugen die Metallsuchgeräte Alarm. 200 römische Silbermünzen versteckten sich nur wenige Zentimeter tief im Boden.
Schon zuvor wurden hier einige wenige Münzen gefunden. Die nun entdeckte, große Anzahl lässt aber den Schluss auf ein militärisches Lager zu. Der Verdacht der Wissenschaftler: Hier könnte vor mehr als 2.000 Jahren die Varusschlacht stattgefunden haben. 2018 startet in dieser geschichtsträchtigen Gegend eine weitere Grabungskampagne, die mit großer Spannung auf neue Funde warten lässt.
Er ist zwei Zentimeter klein und eine Riesenüberraschung: Zum ersten Mal entdeckten Forscher im September 2017 in Baden-Württemberg Reste eines Meteoriten. Der Splitter stamme von dem großen Meteoriten, der vor etwa 15 Millionen Jahren einen Riesenkrater bei Heidenheim verursachte. Man war davon ausgegangen, dass er vollständig verdampft war.
Der Meteoritensplitter war in einem Kalksteinblock aus dem Meteorkrater verborgen. Museumsbesucher konnten diesen Stein berühren, vermutlich bildeten sich dadurch im Laufe der Zeit Risse. Aus Sicherheitsgründen wurde ein Teil des Kalksteins entfernt, sodass durch Zufall diese Sensation zum Vorschein kam.
Dieser Fund hinterlässt Sprachlosigkeit: 2015 fanden Archäologen in China im Grab des chinesischen Kaisers Liu He, der im Jahr 74 vor unserer Zeitrechnung nur für wenige Wochen regierte, einen Schatz von unfassbarer Größe. Allein 10 Tonnen an Bronzemünzen wurden geborgen. Sogar Gegenstände aus Jade gehörten den Grabbeigaben an.
Aber nicht nur das: Auch solche 23 cm langen, 10 cm breiten und 0,3 cm dicken Goldplatten wurden im Zuge der Ausgrabungen in dem Mausoleum gefunden.
Eine Statue von Ramses II.? Danach sah es zunächst aus. Inschriften deuten aber darauf hin, dass es sich wohl um Pharao Psammetich I. handelt. Der Sensationsfund gelang einem deutsch-ägyptischen Grabungsteam mitten in Kairo.
Die gesamte Anlage wird man wohl nicht zutage fördern können. Sie liegt unterhalb des Grundwasserspiegels, weshalb eine Trockenlegung zu aufwendig wäre. Dennoch konnten im Oktober 2017, ein halbes Jahr nach den ersten Funden, weitere Statuenteile in der Nähe von Heliopos entdeckt werden.
Die glänzende Statue, rund 3.200 Jahre alt und acht Meter groß, wurde im März 2017 von einer Baggerschaufel aus dem Schlamm befreit und mit einem Kran herausgehoben. Das Grabungsgebiet liegt auf der einstigen Tempelanlage Heliopolis, einer der Hauptkultstätten Ägyptens.