Venusfliegenfalle
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Eine Wespe ist gefangen in einer Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula). Die Venusfliegenfalle ist eine fleischfressende Pflanze aus der Familie der Sonnentaugewächse (Droseraceae). Die nur in einem sehr begrenzten Verbreitungsgebiet an der Ostküste der Vereinigten Staaten vorkommende Art wurde erstmals im Jahr 1768 beschrieben. Auffallend sind ihre sich schnell bewegenden, wie ein Fangeisen angelegten Fallen.
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Die Venusfliegenfalle ist eine ausdauernde, krautige Pflanze. Sie ist langsamwüchsig und erreicht erst nach drei bis vier Jahren Blühreife. Im Herbst beendet die Pflanze ihre Aktivität und wechselt in die Winterruhe. Im Frühjahr treibt die bedingt winterharte (minimal −5 °C, in Einzelfällen −10 °C Tiefsttemperatur) Pflanze wieder aus. Sie hat fünf bis zehn Blätter in Blattrosette, die wie Fallen geformt sind.
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Die Venusfliegenfalle ist eine außergewöhnliche Pflanze, die bei Reizung ihr aufwändig gebautes Fangblatt äußerst schnell zusammenklappen kann, um Insekten (vor allem Fliegen und Ameisen) sowie Spinnen zu fangen. Der Fangmechanismus ist mit einer Dauer von bis zu 100 Millisekunden eine der schnellsten bekannten Bewegungen im Pflanzenreich.
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Wenn ein mögliches Beutetier eine oder verschiedene Fühlborsten innerhalb 20 Sekunden zweimal berührt, wird ein Aktionspotenzial ausgelöst, das sich mit einer nervenartig hohen Geschwindigkeit (sechs bis 20 Zentimeter pro Sekunde) über das gesamte Blatt fortpflanzt und den Verschluss initiiert. Die Blatthälften der Falle schlagen dabei zusammen wie Fangeisen und überraschen das Opfer.
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Kannenpflanzen (Nepenthes) bilden die einzige Gattung in der Familie der Kannenpflanzengewächse. Es sind mittlerweile rund 120 Arten bekannt. Alle Arten sind tropische, fleischfressende Pflanzen. Auf dem Bild sind Hochkannen zu sehen.
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Hier sehen Sie Bodenkannen. Kannenpflanzen im Allgemeinen sind immergrüne, ausdauernde Pflanzen, je nach Art Halbsträucher oder Lianen. Manche Arten bilden auch Rosetten und sind von eher gedrungenem Wuchs.
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Die Nepenthes-Kannen sind passive Fallgruben, der Deckel ist feststehend. Mit Hilfe des Kannenstieles verankern sich die Pflanzen in den Bäumen.
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Die Verdauungsflüssigkeit der Kanne ist sehr sauer (pH 3) und mit vielen Enzymen angereichert. So kann die Verdauung weichhäutiger Beute schon innerhalb von zwei Tagen abgeschlossen sein.
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Die meisten Arten bilden unterschiedlich geformte Bodenkannen und Hochkannen an den Langtrieben aus, dies ist eine Anpassung an die kriechende oder fliegende Beute. Hier können Sie erkennen, wie sich die Kaulquappen des Engmaulfrosches (Kalophrynus pleurostigma) in einer Bodenkanne der Kannenpflanze entwickeln.
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So sieht der erwachsene Engmaulfrosch aus, der seine Entwicklung als Larve in einer Kannenpflanze durchlaufen hat. Die Kannen an jungen Pflanzen sehen übrigens völlig anders aus als Kannen an ausgewachsenen Pflanzen. An ihren Naturstandorten entwickeln einige Nepenthes-Arten Kannen mit einer Größe von bis zu 50 Zentimeter.
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Diese Pflanze, die wie aus einem Horrorfilm wirkt, trägt den schönen Namen Sonnentau. Auf dem Foto ist eine Florfliege in den Fängen eines Sonnentaus.
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Die Gattung Sonnentau (Drosera) zählt zur Familie der Sonnentaugewächse (Droseraceae) und bildet mit ihren über 200 Arten die zweitgrößte Gattung fleischfressender Pflanzen.
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Charakteristisch sind die mit Klebedrüsen besetzten Blätter der Pflanzen, die ihr den Fang von Beute und so das Gedeihen auch auf sehr nährstoffarmen Böden ermöglichen.
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Die Gattung ist annähernd weltweit verbreitet; Hauptverbreitungsgebiete sind Australien, Südamerika und Südafrika.
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Ein Sonnentau hat eine azurblaue Adonislibelle auf Langblättrigem Sonnentau gefangen. Zahlreiche der Arten der Pflanze sind durch den Menschen gefährdet. Einige wenige allerdings werden als Zierpflanzen geschätzt.
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Der Rundblättrige Sonnentau, auch Himmelstau, Herrgottslöffel, Himmelslöffelkraut, Spölkrut, Brunstkraut, Bullenkraut oder Widdertod genannt, ist eine fleischfressende Pflanze aus der Gattung Sonnentau. Auf dem Foto ist eine Goldaugenbremse im Sonnentau gefangen.
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Die Art ist wie alle in Deutschland vorkommenden Sonnentauarten durch die Bundesartenschutzverordnung geschützt. Die fleischfressende Pflanze erbeutet hier eine Gemeine Florfliege.
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Krystallartiges Fettkraut am Ufer eines Baches in Griechenland: Sieht harmlos aus, ist es jedoch nicht. Die Fettkräuter (Pinguicula) sind eine Gattung fleischfressender Pflanzen (Karnivoren) aus der Familie der Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae).
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Seit 2017 sind etwa 102 Arten bekannt, von denen vier auch im deutschsprachigen Raum heimisch sind, die Mehrzahl findet sich jedoch in Mittelamerika. Alle Arten bilden grundständige Rosetten.
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Wie alle Gattungen der Familie der Wasserschlauchgewächse sind die Fettkräuter karnivor. Zur Sekretion ist die Blattoberfläche mit zwei Typen von Drüsen versehen: gestielte Drüsen und sitzende Drüsen. Hier sehen Sie, wie zahlreiche Trauermücken in die Klebfalle des Fettkrauts gegangen sind.
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Das von den gestielten Drüsen ausgeschiedene Fangsekret, an dem Beutetiere kleben bleiben, lässt die Blätter fettig glänzen. Dieser Glanz lockt wahrscheinlich – ähnlich wie bei anderen Karnivoren mit Klebefallen (zum Beispiel dem Sonnentau) – die Beute an.
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Die Rote Schlauchpflanze gilt in stammesgeschichtlicher Hinsicht als die ursprünglichste Schlauchpflanze. Dies erklärt auch einige ihrer besonderen Charakteristika ...
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... sie fängt ihre zumeist aus Insekten bestehende Beute in mit Regenwasser gefüllten Schläuchen. Sie hat im Gegensatz zu anderen Schlauchpflanzen keinen Deckel über dem Schlaucheingang, sammelt also Regenwasser.
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Da die Schläuche der Roten Schlauchpflanze vorwiegend erdverbunden ausgerichtet sind, besteht ihr Beutespektrum eher aus bodenbewohnenden Insekten und anderen Kerbtieren. Ein einzelner Schlauch kann eine Länge von 30 Zentimetern erreichen. Die Schläuche sterben den Winter über nicht ab.
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Der Gewöhnliche Wasserschlauch (Utricularia vulgaris) ist eine untergetauchte Wasserpflanze. Nur zur Blütezeit schwimmt sie nach oben.
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Sie überdauert durch kugelige haselnussgroße Turionen. Der Tierfang dient als zusätzliche Quelle für Stickstoff- und Phosphorverbindungen. Seine Beute fängt der Wasserschlauch jedoch nicht mit den Blüten, die Sie hier sehen, sondern ...
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... mit den Fangblasen der Blätter. Die Blätter sind in haarfeine Berge zerteilt, von denen je etwa 20, maximal 200, zu 4–5 Millimeter langen Fangblasen umgebildet sind. Durch eine mit Borsten versehene Klappe sind sie von innen fest verschlossen.
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Ihre Wand ist mit verschiedenen Drüsen besetzt, zum Beispiel Keulendrüsen, die zuckerhaltigen Schleim absondern, der der Anlockung potenzieller Beute dient.
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Gefangen werden Kleinkrebse (zum Beispiel Daphnien), aber auch Insektenlarven, etwa von Mücken. Hier steckt die Larve einer Kleinlibelle in einer Fangblase des Wasserschlauchs.
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Das Taublatt (Drosophyllum lusitanicum), eine fleischfressende Pflanze, ist die einzige Art der Familie der Taublattgewächse. Sie findet sich fast ausschließlich auf der Iberischen Halbinsel.
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Das Taublatt hat zahlreiche, etwa 30 Zentimeter lange, linealische, auf der Blattoberfläche gerillte Blätter, die der Pflanze als Fallen dienen. Die Blattknospen sind ungewöhnlicherweise nicht nach innen, sondern nach außen eingerollt. Als junge Blätter zeigen sie aufwärts und weisen erst mit zunehmendem Alter mehr und mehr in die Horizontale. Sobald sie diese Position erreicht haben, sterben sie allmählich ab, während am oberen Ende der Sprossachse kontinuierlich neue Blätter gebildet werden.
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Das abgestorbene Blattwerk fällt jedoch nicht ab, sondern bleibt an der Pflanze und hängt buschig entgegen der Sprossachsenrichtung herab. Es ist stark UV-reflektierend und zieht damit Beutetiere an, möglicherweise dient es aber auch zur Unterdrückung konkurrierender Vegetation.
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Die Blätter des Taublatts sind Klebefallen, die an den Blatträndern mit zwei verschiedenen Typen von Drüsen besetzt sind. Die rotgefärbten Fangdrüsen mit mehrzelligen Stielen scheiden ein klebriges Sekret aus, in dem sich die Insekten verfangen. Die Verdauungsdrüsen sitzen direkt auf der Blattoberfläche und scheiden das Verdauungssekret aus. Es gibt fünf- bis zehnmal so viele Verdauungsdrüsen wie gestielte Fangtentakeln.
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Die Sekretproduktion ist ungewöhnlich intensiv, darum und weil das Sekret eine geringere Viskosität als das anderer Karnivoren aufweist, tropft das Sekret gelegentlich von den Blättern herab. Als Verdauungsenzyme finden sich Esterasen, Phosphatasen, Proteasen, Peroxidase und Leucinaminopeptidase. Die Fallen des Taublatts sind, anders als bei den meisten fleischfressenden Pflanzen mit Klebefallen, passiv, also unbeweglich. Trotzdem ist die Pflanze ein äußerst effektiver Insektenfänger. Zum Anlocken der Insekten dient unter anderem der stark honigartige Duft des Sekrets.