So bunt ist die Welt: Diese farbenfrohen Seen gibt es wirklich!

Ein See ist blau, vielleicht auch mal dunkelgrün, auf jeden Fall nicht strahlend pink. Oder? Stimmt nicht! Überall auf der Welt gibt es Gewässer, die so ganz anders aussehen, als wir es kennen.

Im Westen Australiens befindet sich ein pinker See namens Hutt Lagoon. Der Salzsee ist ein beliebtes Fotomotiv, nicht nur für Touristen. Auch Werbefotografen nutzen das Gewässer gerne als Kulisse für Shootings. Je nach Wetter und Licht erscheint er auch in verschiedenen Orange- und Rottönen. Ursache für die Farbe ist die Carotin-produzierende Alge Dunaliella salina.
Ebenfalls pink und ebenfalls in Australien ist dieser See in Melbourne. Immer wieder ändert er seine Farbe. Wenn die Sonne viel scheint und es wenig regnet, produzieren die Algen im See eine große Menge Beta Carotin. Doch genauso schnell wird das Gewässer wieder zu einem "normalen" See, sobald sich das Wetter ändert.
Im Yellowstone-Nationalpark im US-Bundesstaat Wyoming befindet sich diese wunderschöne Thermalquelle namens Grand Prismatic Spring. Verantwortlich für die Farben sind einzellige Mikroorganismen, die abhängig vom Gehalt an Chlorophyll und Carotinoiden die Farbe wechseln. Wegen der hohen Temperaturen in der Mitte befinden sich die Mikroorganismen allerdings nur im Biofilm am Rand der Quelle.
Da staunt auch das Lama nicht schlecht: Im Süden Boliviens liegt dieser leuchtend rote See mit dem Namen Laguna Colorada - was auf Deutsch "gefärbte Lagune" bedeutet. Je nach Tageszeit leuchtet der See in unterschiedlichen Rottönen. Eine Kombination aus roten Algen und kupferhaltigen Mineralien ist verantwortlich für die ungewöhnliche Erscheinung.
Ein weiterer See in Bolivien ist die Laguna Verde - die, wie ihr Name schon sagt, grün daherkommt. Mitten in den Anden liegt das Gewässer in einer kargen Landschaft, seine Farbe wird dadurch nur noch auffälliger. Verantwortlich dafür sind Mineralien wie Magnesium oder Kalziumkarbonat.
Mitten in den kanadischen Rocky Mountains befindet sich der Peyto Lake im Banff National Park. Mit seinem kräftigen Türkis zieht er die Blicke von Wanderern und Fotografen auf sich. Durch das Schmelzwasser verschiedener Gletscher gelangen Sedimente in den See und verhelfen ihm so zu seiner schon fast irreal wirkenden Farbe.
Auch hier war keine Bildbearbeitung im Spiel: Das Devil's Bath (zu Deutsch: Teufelsbad) in Neuseeland verdankt seinen Namen seiner giftgrünen Farbe. Grund dafür sind Schwefelvorkommen, die an die Oberfläche gelangen.
Diese Kraterseen des Vulkans Kelimutu auf der indonesischen Insel Flores haben nicht nur besondere Farben, sie wechseln sie auch noch ständig - unabhängig voneinander. Warum, das ist noch umstritten. So könnte sowohl der Sauerstoffgehalt im Wasser verantwortlich sein, aber auch unter ihnen befindliche Ausbruchskanäle, aus denen vulkanische Gase aufsteigen, könnten die Farben verursachen.
Auf der Nordinsel Neuseelands befinden sich die Emerald Lakes, drei kleine Kraterseen im Tongariro Nationalpark. Ihre smaragdgrüne Farbe entsteht durch gelöste Mineralien, die ihren Ursprung im nahegelegenen Vulkan Red Crater haben.
Im Naturschutzgebiet Jiuzhaigou in China befindet sich der wunderschöne Fünf-Blumen-See. Das Gewässer selbst ist kristallklar und erscheint türkis. Noch bunter wird es im Herbst, wenn sich die Spiegelungen des bunten Laubs mit der Farbe des Sees vermischen.
Die heiße Quelle Umi-Jigoku befindet sich in Japan und besticht mit einer intensiven kobaltblauen Farbe. Übersetzt bedeutet der Name "See-Hölle" - vermutlich aufgrund der Temperaturen von bis zu 98 Grad Celsius. Seine Farbe bekommt das Gewässer durch das enthaltene Eisenoxid.
Weißer Sand, blauer Himmel und pinkes Wasser: Was aussieht wie aus einem Märchen-Film, liegt in Mexiko auf der Halbinsel Yucatan. Auch hier ist der See sehr salzhaltig, durch die hohe Konzentration an Mikroorganismen entsteht das färbende Beta Carotin.