Forscher haben im Titicaca-See neue Opfergaben der Inka entdeckt. Ein aus einer Muschel geschnitztes Lama ist besonders wertvoll. Die Funde ermöglichen es den Wissenschaftlern, mehr über die Bräuche des indigenen Volkes in Südamerika zu lernen.

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Neu entdeckte Opfergaben auf dem Grund des Titicaca-Sees geben Aufschluss über religiöse Rituale der Inka-Kultur. Forscher fanden im größten Süßwassersees Südamerikas eine alte Steinkiste.

Ihr Inhalt: Ein Lama, das aus einer Muschelschale geschnitzt wurde, und eine gerollte Goldfolie. "Wir wussten, dass sie (die Inka) eine Form von rituellen Opfergaben machten und dass sie sie im See darbrachten", sagt Jose Capriles von der Pennsylvania State University, der mit seinem Team seit 2012 im Titicaca-See forscht, in einer Mitteilung.

Die Opfergaben für den See seien symbolische Akte der indigenen Kultur gewesen, um ihre Macht rituell zu legitimieren. Die Forscher stellen die Funde im Fachmagazin "Antiquity" vor.

Gesamter See ein heiliger Ort

Der Titicaca-See liegt in den Anden zwischen Peru und Bolivien und war unter anderem für die Inka von hoher Bedeutung. Schon 1977 hatten Amateurtaucher nahe der Isla del Sol (Sonneninsel) auf der heutigen bolivianischen Seite des Sees ein Felsenriff mit Opfergaben entdeckt.

Forscher haben im Titicaca-See neue Opfergaben der Inka entdeckt.

Bei weiteren professionellen Untersuchungen zwischen 1988 und 1992 an diesem Khoa-Riff kamen weitere Opfergaben aus der Inka-Zeit und vorherigen Jahrhunderten ans Tageslicht. Darunter befanden sich auch Steinkisten mit Keramik oder Tier- und Miniaturfiguren aus Gold.

Die neue 36 Zentimeter lange und 27 Zentimeter breite Steinkiste wurde nun am sogenannten K'akaya Riff lokalisiert - am nordöstlichen Ufer des Sees. Die Steinkiste sei jedoch Teil derselben Herstellung wie jene, die zuvor am Khoa-Riff gefunden wurden.

Das K'akaya-Opfer unterstützt daher die Vermutung der Forscher, dass die Inka den gesamten See als heiligen Ort oder rituelle Gottheit verehrten. Capriles zufolge wurde er zum Pilgerzentrum des Volkes, als es sich im 15. und 16. Jahrhundert von seinem Zentrum in Cusco in Peru aus verbreitete.

Geschnitztes Lama eine besonders wertvolle Opfergabe

Laut Angaben der Forscher bargen die Taucher die Steinkiste in rund 5,5 Metern Tiefe. Unter dem eingedrungenen Schlick ruhten das 2,8 Zentimeter große Lama und die 2,5 Zentimeter lange Goldfolie. Vor allem das geschnitzte Lama aus der Schale einer Spondylusmuschel - auch Stachelauster genannt - soll eine besonders wertvolle Opfergabe gewesen sein.

Die Muschelschalen stammten aus den warmen Meeresgewässern vor der Küste Ecuadors, rund 2.000 Kilometer entfernt. Durch solch kostspielige Zeremonien hätten die Inka ihr Ansehen und ihre Legitimität als göttliche Wesen steigern wollen, meinen die Forscher.

Trotz des neusten Fundes ist die Unterwasserwelt des auf gut 3.800 Metern Höhe gelegenen Titicaca-Sees weitestgehend unerforscht. Sein Unterwassererbe habe daher noch viele Überraschungen zu bieten, sagen Experten. (ff/dpa)

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