• Finale im Dschungel: Filip Pavlovic, Manuel Flickinger und Eric Stehfest kämpfen heute Abend um die Krone.
  • Unsere Dschungel-Expertin Sarah Knappik zieht im Interview ihr persönliches Fazit: Wer war mehr Schein als Sein, wer hat die besten Chancen auf den Titel?
  • Außerdem verrät sie, von welcher Kandidatin sie enttäuscht war.
Ein Interview

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Eric Stehfest, Filip Pavlovic und Manuel Flickinger sind die letzten Verbliebenen im Dschungelcamp. Ein würdiges Finale aus Ihrer Sicht?

Sarah Knappik: Es ist ein absolutes Spitzen-Finale: die drei Könige auf ihrem Weg zur Dschungel-Krone. Natürlich hätte ich mich auch über eine Frau unter den letzten Drei gefreut. Ein reines Männerfinale hatten wir bisher noch nicht, aber alle drei sind in meinen Augen jetzt schon Könige.

Lassen Sie uns einmal die drei Anwärter auf die Krone durchgehen. Wie schätzen Sie Manuel Flickinger ein?

Manuel hat eine richtige Heldenreise hingelegt. Bisher war er der Underdog des Dschungelcamps und dann hat er das Feld von hinten aufgeräumt. Bei Social Media hat keiner so viele Follower dazugewonnen wie er. Es war schön zu beobachten, wie Manuel sich im Laufe der Zeit entwickelt hat, sich überwunden hat. Ich finde ihn absolut sympathisch und hätte ihn gerne in meinem Freundeskreis. Dem gönne ich die Krone absolut.

Wie sieht es mit Filip Pavlovic aus?

Filip kenne ich aus dem Format "Like me, I'm famous". Er hat Temperament und wenn einer verstanden hat, wie das Dschungelcamp funktioniert, dann er. Er hat uns super unterhalten und ich bin begeistert, wie er die ganzen Prüfungen bewältigt hat, zum Beispiel die Prüfung in der Kanalisation. Der Typ ist ein echter Held: lustig und souverän, auch in Situationen, die eskaliert sind. Den Spaß am Dschungel hat Filip nie verloren, im Gegenteil. Mir kommt es so vor, als ob Filip sich gerade erst warmgelaufen hat. Würde der Dschungel noch eine Woche länger gehen, würde es ihm nichts ausmachen. Er hat sich zum Dschungel-Tarzan gemausert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir medial noch einiges von ihm sehen werden bei dem Unterhaltungsfaktor.

Bleibt noch Eric Stehfest.

Eric Stehfest ist derjenige von den dreien, der am meisten polarisiert. Dass er tatsächlich ins Finale einzieht, kam für mich sehr überraschend. Ich dachte, dass Harald Glööckler mit seiner großen Fan-Base weiterkommen würde. Ich finde Eric cool. Wie ich schon einmal gesagt habe, nur Nullen haben keine Ecken und Kanten. Von Eric kommt oft was Neues, was man so noch nicht gesehen hat und so etwas mag ich. Genau so funktioniert Reality-TV. So eine Prüfungsverweigerung, wie Eric sie hingelegt hat, gab es noch nie. Außerdem denke ich, Eric hat ein gutes Herz. Wenn du Eric deinen Freund nennen darfst, dann hast du in ihm auch einen wahren Freund. Aufgrund seines bewegten Lebens verzeihe ich ihm auch sein Misstrauen in andere Menschen. Er hat eine Wandlung durchlebt und als Mensch beim Publikum gepunktet. Er und seine Frau sind spannenden Personen, von denen ich in Zukunft noch mehr sehen möchte.

Und wer macht jetzt das Rennen heute Abend?

In den vergangenen Jahren ist es mir immer leichtgefallen, mich auf einen Kandidaten festzulegen und ich lag auch meistens richtig. Aber in dieser Staffel finde ich es schwierig mich zu entscheiden. Mein Bauchgefühl sagt mir, es wird Filip. Aber es wird ein ganz enges Rennen zwischen ihm und Manuel. Wichtig wird sicher, wie sie die Prüfung heute meistern. Filip wird die krass machen, der geht da rein wie ein Tier. Ich befürchte, Filip wird wieder etwas Ekliges essen müssen. Keiner hat so schön gewürgt wie Filip. (lacht)

"Man muss erst mal wie aus dem Gefängnis rehabilitiert werden"

Sie haben zu Beginn der Staffel gesagt, Harald Glööckler wird das Dschungelcamp gewinnen. Woran hat es aus Ihrer Sicht gelegen, dass er doch schon im Halbfinale gehen musste?

Im Dschungeltelefon wurde den Kandidaten mitgeteilt, wie beliebt sie beim Publikum sind und wer die meisten oder wenigsten Anrufe bekommen hat. Harald Glööckler landete auf den hinteren Plätzen. Ich habe gesehen, dass ihn das verletzt hat. Denn er ist es gewohnt, viele Fans zu haben und gemocht zu werden. Wenn man so aufgebaut in den Dschungel geht und schon so zielsicher – vielleicht sogar zu sicher – ist, ist die Fallhöhe groß. Er wurde ja schon bevor das Dschungelcamp losgegangen ist, als neuer König gehyped. Dann kommen noch die nicht absolvierte Prüfung und die vielen Streitereien hinzu, die ihn viel Energie gekostet haben. All das zusammen hat ihn vermutlich demotiviert und er hat es – anders als Eric – nicht mehr geschafft, die Kurve zu kriegen. Trotz allem hatte er schöne Momente, in Streitigkeiten hat er sehr souverän reagiert, ohne eine gewalttätige Sprache zu verwenden. Er hat sich mit Niveau gestritten. Harald Glööckler hat sich nahbar gemacht und gerade für ihn war es eine ganz große Nummer, diese Facette zu zeigen. Er kann sehr stolz auf sich sein.

Sie und Harald Glööckler sind befreundet. Wann werden Sie sich bei ihm melden?

Ich werde ihn jetzt erst mal in Ruhe ankommen lassen. Wenn man aus dem Dschungel kommt, ist man in einer Blase und es dauert ein paar Tage, bis man draußen ankommt. Ich dachte in den ersten Tagen nach dem Dschungel, da würde immer noch eine Kamera hinter meinem Bett stehen. Man muss erst mal wie aus dem Gefängnis rehabilitiert werden. Ich werde ihm zunächst eine Nachricht schreiben und mich dann bei ihm melden. Es ist, wie Anouschka Renzi es gesagt hat: Reality-TV ist ein harter Job. Danach braucht man erst einmal Ruhe.

Ein viel diskutiertes Novum in diesem Jahr: Es ist ein reines Männerfinale. Wieso hat es keine Frau ins Finale geschafft?

Schade, dass die Camperinnen nicht gerade mit ihren Äußerungen und mit der Art und Weise, wie sie sich präsentiert haben, geglänzt haben. Da waren die Männer einfach weiter vorne und einzelne, die sich fehlverhalten haben, haben dann doch noch den Turn gekriegt. Anouschka Renzi hatte in meinen Augen noch einige Glanzmomente, realer kann man kaum sein. Ich denke, in dieser Branche gibt es viele, die unter ADS leiden, darüber aber nicht so offen sprechen. Ich hätte es ihr gewünscht, ins Finale einzuziehen. Andererseits hatte sie Momente, bei denen man sich an den Kopf fassen musste. Die anderen Mädels waren vielfach nicht echt. Tara Tabitha hat schon nach einigen Tagen Filip Pavlovic derart eingeengt, da muss man ehrlich sagen: Für so etwas ist das Dschungelcamp das falsche Format. Im Dschungel geht es um dich, um deine Persönlichkeit, man lernt die dunkelsten, auch nervigen Seiten von jemanden kennen. Wenn man in dieser Extremsituation versucht, irgendein Image aufrechtzuerhalten, finde ich das fehl am Platz.

Dschungelcamp Wer wird Dschungelkönig 2022?
  • A
    Eric Stehfest
  • B
    Filip Pavlovic
  • C
    Manuel Flickinger

Im Camp gab es diese Diskussionen ja öfter: Wer ist fake und zieht nur eine Show ab? Wen fanden Sie authentisch? Gerade meinten Sie, die Camperinnen waren nicht echt?

Ich will nicht behaupten, dass die Mädels im Camp alle fake waren. Ich denke, sie hatten alle ihre echten Momente, in denen die wahren Charaktere zum Vorschein kamen. Aber oft hat es sehr gespielt auf mich gewirkt. Aber, dass man nach ein paar Tagen schon so tut, als hätte man eine echte Beziehung mit jemanden, das ist nicht normal. Im echten Leben würde es so etwas nicht geben. Da dachte ich, Tara Tabitha hat versucht, die Rolle zu erfüllen, die ihr aufgebürdet wurde.

Auch Linda Nobat fand ich in ihrer Art etwas übertrieben. Manchmal wirkte sie sehr intelligent und im nächsten Moment teilte sie unter der Gürtellinie aus. Da habe ich mich gefragt: Wer bist du jetzt wirklich?

Sarah Knappik: "Fand ich als Zuschauerin beschämend"

Bleiben wir doch kurz bei den Turteltauben: Warum ist nicht mehr aus Tara Tabitha und Filip Pavlovic geworden?

Ich glaube, Filip Pavlovic hat sich bedrängt gefühlt. Nach so wenigen Tagen so zu tun, als wäre man in einer mehrjährigen Beziehung, fand ich als Zuschauerin beschämend. Dass es nicht ausgeschlossen ist, sich im Dschungel zu verlieben, konnte man ja zum Beispiel bei Kim Gloss und Rocco Stark sehen. Aber ich denke, Filip hat Tara eher als Kumpel gesehen.

Sie haben schon gesagt, sie waren von Manuel Flickinger positiv überrascht. Gibt es noch jemanden, der ihnen besonders gut gefallen hat?

An Manuel ist wirklich kein Knochen falsch und solche Leute gewinnen auch meistens das Dschungelcamp. Das sieht man auch an vergangenen Gewinnern wie Evelyn Burdecki oder Menderes: Die sind verpeilt, aber herzlich.

Welcher von den Kandidaten hat Sie enttäuscht?

Tatsächlich Linda Nobat. Ich hätte mir gewünscht, dass sie eine coole Braut ist. Ich finde es grundsätzlich gut, wenn man sich als Frau durchsetzt, aber auf eine niveauvolle Art. Ich denke auch, dass sie das könnte, aber dann bewusst eine Rolle übernimmt. Es wirkt auf mich so, als würde sie die Rolle der deutschen Cardi B übernehmen und diese Attitude verkörpern wollen. Aber das kommt nicht an. Das Publikum will eine echte Person sehen und keine, die eine Ghetto-Gangsterin spielt.

Sie sind ja Dschungelprüfungs-Profi: Wie hart fanden Sie die Prüfungen in diesem Jahr?

Ich hatte die schwierigste Dschungel-Prüfung aller Zeiten. (lacht) In diesem Jahr haben mir die Prüfungen super gefallen. Die Produktion hat ordentlich was auf die Beine gestellt und das zu Corona-Zeiten. Es hat einfach Spaß gemacht, die Sendung zu sehen. Der Dschungel dieses Jahr hat alle meine Erwartungen erfüllt. Ich bin dankbar, dass das Format stattfinden konnte, denn man war mal vom echten Leben abgelenkt und es gab ein anderes Thema als Corona.

Abschließend: Ihr persönliches Highlight des Dschungelcamps 2022 war …

… die Prüfungen. Es ist eine Herausforderung, immer wieder was Neues zu entwickeln. Es hat Spaß gemacht, das anzusehen.

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