Im Skandal rund um Rammstein-Sänger Till Lindemann sichern zahlreiche deutsche Prominente den mutmaßlichen Opfern ihre Unterstützung zu. Auch Nora Tschirner und Carolin Kebekus unterstützen einen Spendenaufruf für mögliche Anwalts- und Gerichtskosten.

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Immer mehr junge Frauen erheben in sozialen Netzwerken und Interviews massive Vorwürfe gegen Rammstein-Frontmann Till Lindemann. Der Sänger dementiert bisher sämtliche Anschuldigungen. Nun hat die Berliner Amadeu Antonio Stiftung einen Spendenaufruf unter dem Motto "Wie viel Macht ein Euro" gestartet, damit die mutmaßlichen Opfer bei möglichen rechtlichen Auseinandersetzungen sich anwaltliche Hilfe holen können.

Prominente sichern mutmaßlichen Rammstein-Opfern ihre Unterstützung zu

Die Stiftung bekommt dabei prominente Unterstützung: Unter anderem veröffentlichten die Schauspielerin Nora Tschirner und die Komikerin Carolin Kebekus Statements auf ihren Instagram-Profilen, um auf die Spendenaktion aufmerksam zu machen. Auch Autorin Jasmina Kuhnke und Youtuber Rezo unterstützen den Aufruf, der auf "Betterplace.org" bereits mehr als 600.000 Euro zusammengetragen hat.

Tschirner spricht in ihrem Videobeitrag ein Machtgefälle an: "Lasst uns das mal angehen, damit hier im Ansatz Chancengleichheit herrscht." Eine Person könne sehr viele Euros haben und viele Personen könnten jeweils einen Euro haben, so der "Tatort"-Star.

Shelby Lynn, die im Mai ein Rammstein-Konzert besucht hatte, hatte in den sozialen Netzwerken als erste Frau Vorwürfe erhoben. Via Social Media wurden wenig später weitere Schilderungen von Rammstein-Konzerten veröffentlicht, die sich mit den Darstellungen von Lynn teilweise decken.

Junge Frauen seien angeblich gezielt ausgewählt und zu Aftershowpartys eingeladen worden. Dabei soll es auch zu sexuellen Handlungen gekommen sein. Recherchen des NDR und der "Süddeutschen Zeitung" untermauerten dies. Lindemann weist die Anschuldigungen zurück, seine Anwälte nannten sie "ausnahmslos unwahr".

Anfang Juni hatte die Band unter anderem auf ihrem Instagram-Account ein Statement veröffentlicht, in dem es hieß: "Die Vorwürfe haben uns alle sehr getroffen und wir nehmen sie außerordentlich ernst." Die Gruppe verurteile "jede Art von Übergriffigkeit". Man bat darum, weder diejenigen, "die Anschuldigungen erhoben haben", noch die Band vorzuverurteilen.

Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen Lindemann

Kürzlich wurde bekannt, dass mittlerweile die Berliner Staatsanwaltschaft gegen Rammstein-Frontmann Lindemann ermittelt. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft unserer Redaktion. Ein Ermittlungsverfahren sei "aufgrund mehrere Strafanzeigen Dritter - sprich, nicht am etwaigen Tatgeschehen beteiligter Personen - sowie von Amts wegen durch die Staatsanwaltschaft Berlin" eingeleitet worden, teilte eine Sprecherin mit.

Es gehe demnach um "Tatvorwürfe aus dem Bereich der Sexualdelikte und der Abgabe von Betäubungsmitteln". Weitere Angaben könnten derzeit nicht gemacht werden, "um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden und zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der potentiell Geschädigten und des Beschuldigten", hieß es weiter. Für Lindemann gilt die Unschuldsvermutung.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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