Alle Jahre wieder: Kaum ist die neue "Miss Schweiz" gewählt, werden Stimmen laut, es wäre bei der Wahl nicht mit rechten Dingen zugegangen. Schon Kerstin Cook wurde im vergangenen Jahr vorgeworfen, sie habe sich angeblich ihren Titel ergaunert. Doch auch Alina Buchschacher soll das Krönchen ganz zu Unrecht tragen. Doch was ist dran am "Miss-Bschiss"?

Schuld am Drama ist der Fernsehsender RSI LA 1, der für die Produktion des Missen-Spektakels verantwortlich war. Denn ihm ist passiert, wovor sich jeder Verantwortliche einer Live-Sendung fürchtet: Während des Halbfinals wurden den Zuschauern die falschen Telefonnummern vor das Voting eingeblendet. Wer während ihres Auftritts für Julia Flückinger anrufen wollte, wählte die Nummer für Giada Cattaneo - bei deren Bühnenlauf wie auch bei dem von Kandidatin Cleo Heuss wurden dagegen gar keine Telefonnummern angezeigt. Die Fans der Schönheiten konnten also nicht wie geplant für ihre Favoritin abstimmen.

Wäre die Entscheidung für das Final vielleicht ganz anders aufgefallen? Und müsste die Wahl nun nicht eigentlich wiederholt werden? Veranstalter Christoph Locher sieht die Sache gelassen: "Das waren bedauerliche Pannen. Aber das hat das Endergebnis meiner Meinung nach nicht beeinflusst." Dass sich Alina Buchschacher die Krone aber wirklich ohne Vorbehalte verdient hat, wollen ihre Rivalinnen nicht glauben. Sowohl Giada als auch Cleo äussern sich gegenüber "blick.ch" enttäuscht über das Ergebnis der Miss-Schweiz-Wahl und fühlen sich um ihre tatsächliche Chance betrogen: "Vielleicht hätte ich es ohne dieses Durcheinander unter die ersten drei geschafft", so Giada Cattaneo.

Doch der Abstimmungsirrsinn ist nicht das Einzige, was seit Samstag (24. September) hinter den Kulissen der "Miss Schweiz" für schlechte Stimmung sorgt: Unabhängig vom Wahlergebnis dieses Jahres stellt sich nämlich die Frage, wie es mit dem Schönheitswettbewerb im Allgemeinen überhaupt weitergehen soll. Eine Live-Übertragung könnte das Schweizer Fernsehen (SF) im nächsten Jahr bereits kippen. Die Zuschauerzahlen sind um ein Drittel zurückgegangen und machen die Miss-Wahl somit weniger zum TV-Ereignis als vielmehr zum Quotenflopp.

Wie "Blick.ch" berichtet, haben sich nur noch 400'000 Personen dafür interessiert, wer die Nachfolge von Kerstin Cook antritt. Für das SF sind die Zahlen eine Schlappe. Die schlechten Einschaltquoten bei der Wahl zum "Mister Schweiz" hat das SF bereits zu Konsequenzen gezwungen. Das Männer-Schaulaufen wird im kommenden Jahr vom Privatsender 3+ übertragen - die Miss-Wahl angesichts der hüürigen Ergebnisse vielleicht auch? Bisher haben sich weder Verantwortliche des SF, noch von 3+ zu den Spekulationen geäussert.